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Presseberichte zum Technologiezentrum Spiegelau


PNP Grafenauer Anzeiger vom  10. Juli 2017
Holpriger Start, glänzende Zukunft
Das Technologie Anwender Zentrum in Spiegelau feierte seinen fünften Geburtstag
Ursula Langesee                                                                                    
(PNP-Bericht mit Foto)

Spiegelau. Im Frühjahr vor fünf Jahren war das Technologie Anwender Zentrum (TAZ) eröffnet worden, um durch anwendungsnahe Forschung eine Innovationsplattform für die Glasindustrie bereitzustellen. Zum kleinen Jubiläum, das mit ausgewählten Gästen am Freitag gefeiert wurde, passte es gut, dass einen Tag zuvor Staatsminister Helmut Brunner und Wissenschaftsstaatssekretär Bernd Sibler verkünden konnten, dass nach positiver Evaluierung die jährliche Grundfinanzierung des TAZ mit 300 000 Euro durch den Freistaat weiterhin gesichert sei (GA berichtete).

Minister Brunner war von politischer Seite dann auch der Hauptgast beim fünften Geburtstag – neben Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, stv. Landrätin Renate Cerny, Bürgermeister und TAZ-Fördervereinsvorsitzendem Karlheinz Roth und Vertretern des Spiegelauer Gemeinderats.

„Wissenschaftliche Erkenntnisse in anwendbare Technologien umzusetzen, ist eine der Kernaufgaben unserer Zeit. Das TAZ hat mit seinem Schwerpunkt Heißglas-Technologie nach einem schwierigen Start eine tolle Entwicklung genommen“, gratulierte der Staatsminister.

Maßgeblich für den Erfolg sei Prof. Monika Willert-Porada von der Uni Bayreuth gewesen, die bis zu ihrem frühen Tod im Dezember 2016 die wissenschaftliche Leitung für Schmelztechnik und Heißformgebung und die Leitung des Lehrstuhls für Werkstoffverarbeitung inne hatte. „Sie ging den mutigen Schritt und ermöglichte die Kooperation ihrer Uni mit der Technischen Hochschule Deggendorf“, würdigte Brunner ihre Verdienste.

Mit dem Start des mit 2,66 Mio. Euro geförderten Innovationsprojekt „Glas-Technologie-Allianz Oberfranken-Ostbayern“ habe Willert-Porada im März 2016 wenigstens einen Teil der Früchte ihrer Arbeit ernten können. Damit sei sichergestellt, dass bis 2020 die Forschungsergebnisse der Uni Bayreuth im TAZ unter industrienahen Bedingungen umgesetzt und der Technologietransfer in kleine und mittelständische Unternehmen erfolgen könne.

Brunner dankte allen, die die erfolgreichen„Kinderjahre“ des TAZ ermöglicht haben und sagte weiterhin seine Unterstützung zu.

Dr. Markus Zanner, der Kanzler der Uni Bayreuth, bestätigte die Linie seiner Hochschule, die auch nach dem Tod Willert-Poradas die Zusammenarbeit mit dem TAZ Spiegelau weiterführen werde.

Das freute Wissenschaftlichen TAZ-Leiter Prof. Raimund Förg, der als „Hausherr“ durchs Programm führte: „Wir könnten uns keinen besseren Kooperationspartner vorstellen. Wir ziehen immer am gleichen Strang.“

Prof. Dr. Peter Sperber, Präsident der Technischen Hochschule Deggendorf, blendete auf die Historie des Zentrums zurück, die mit der Glaskrise begonnen habe. Die Idee für das TAZ Spiegelau sei aus der regionalen Politik gekommen. Die Hochschule Deggendorf habe das Potenzial gesehen, Glas für technische Anwendungen zu erforschen und das Interesse der Firma Füller in Spiegelau und der Uni Bayreuth geweckt. „Ich glaube, dass Spiegelau Zukunft hat. Da hat man an der externen Evaluation gesehen, die gut funktioniert hat“, sagte Sperber.

Auf die gern geäußerte Kritik, warum das alles im Vergleich zum Technologie-Campus Freyung nicht schneller gegangen sei, konterte der Präsident mit der unterschiedlichen Ausstattungen. „Für Informatik braucht man in Freyung nur PCs, aber hier mussten wir erst die Labore ausstatten. Da kostet ein großes Gerät über 100 000 Euro und es dauert neun Monate, es zu bestellen. Mit Drittmitteleinnahmen kann es erst losgehen, wenn die Ausstattung komplett ist. Das ist seit 2016 der Fall. Da beliefen sich die Einnahmen bereits auf 800 000 Euro. Das Ziel ist eine Million Euro pro Jahr. Das TAZ läuft genau so, wie ein solcher Campus laufen kann. Am Anfang war’s holprig, jetzt läuft’s gut.“

Für das Durchstehen der Durststrecke dankte er den TAZ-Mitarbeitern, operativem Leiter Benedikt Scharfe, Prof. Förg und Minister Brunner.

Über „Spiegelau als digitales Modelldorf“ sprach Dipl.-Ing. Beatrix Drago von der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung, die in der e-Dorf-Jury dabei war, die Spiegelau und Frauenau als Modellkommunen für das Digitale Dorf ausgewählt hatte (GA berichtete).

„Vom Tiegel zum Chip“ haben die wissenschaftlichen TAZ-Leiter Förg und Dr. Thorsten Gerdes ihren gemeinsamen Vortrag über Forschung und Entwicklung am TAZ überschrieben. Was allen Projekten gemein ist: sie sind ganz weit weg von der Kelchglasproduktion, welche Spiegelau groß gemacht hatte. So die Herstellung von Micro-Hohlglaskugeln für Baustoffe, z. B. Dämmwolle, die besser seien als polymere Stoffe und leichter zu recyceln. Oder neue Anwendungsfelder für Mikroglasplättchen als Trennschicht für Li-Ionen-Batterien, die jetzt aus Polymeren gefertigt sind. Und das TAZ geht noch den Schritt weiter, das Glas als Chip in die digitale Welt zu bringen. „Wir können es mikrometer genau prägen. Da haben wir Revolutionäres vor“, kündigte Förg an.

Wie die Industrie vom Technologietransfer profitiert, stellte Dipl-Ing. Harald Zimmermann von der Verallia Deutschland AG in Bad Wurzach vor. Seine Firma stellt jährlich 16 Milliarden Flaschen und Gläser her und ist damit in der Behälterglasindustrie weltweit die Nummer 3. 400 Tonnen Glas pro Tag werden verarbeitet, 200 Gläser pro Minute hergestellt. „Wie soll man bei diesem Tempo Experimente machen?“ Deshalb sei es für ihn fantastisch, im TAZ Trainingssituationen für Prozessoptimierungen im Kleinen schaffen zu können.



PNP Grafenauer Anzeiger vom  29. Juni 2017

TAZ Spiegelau feiert Fünfjähriges
Erstes Jubiläum mit Tag der offenen Tür am 7. Juli–Minister Brunner kommt  

(PNP-Bericht mit Foto)


Spiegelau. Eine laut eigenen Aussagen „Erfolgsgeschichte“ feiert nun Fünfjähriges: Das Technologie Anwender Zentrum Spiegelau besteht seit Frühjahr 2012 als Außenstelle der Technischen Hochschule
Deggendorf (THD). Es wurde als Innovationsplattform für die Glasindustrie ins Leben gerufen.
Anlässlich des Jubiläums veranstaltet das TAZ Spiegelau am 7. Juli ab 17 Uhr einen Tag der offenen Tür mit buntem Programm für Groß und Klein.
„Wir sind sehr stolz auf die Entwicklung unseres TAZ hier in Spiegelau. Glas hat eine lange Tradition in der Region, durch unsere anwendungsorientierte Forschung bekam das Thema eine ganz neue, innovative Richtung“, so Prof. Raimund Förg, wissenschaftlicher Leiter des TAZ Spiegelau in einer
Mitteilung. Das Technologie Anwender Zentrum hat sich den Bereichen Schmelztechnologie, Heißformgebung und Präzisionsblankpressen verschrieben. Es versteht sich als Schnittstelle zwischen Forschung und Industrie. Die Feierlichkeiten zum fünfjährigen Bestehen sollen nun zum Anlass genommen werden, über aktuelle Themen und Projekte des TAZzu informieren. Dazu erwartet das Technologie Anwender Zentrum Spiegelau hochkarätigen Besuch: Helmut Brunner, Bayerischer
Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, hat sich angekündigt ebenso wie Prof. Peter Sperber, Präsident der Technischen Hochschule Deggendorf, und Dr. Markus Zanner, Kanzler der Universität Bayreuth. Letztere ist seit Gründung enger Kooperationspartner.
Die Besucher der Jubiläumsfeier und des damit einhergehenden Tags der offenen Tür erwartet
ein vielseitiges Programm: Informative Vorträge verschaffen einen Einblick in die Geschichte sowie einen Ausblick in die Zukunft des TAZ und erörtern die Kooperation mit der Industrie. Auch ein
„Blick über den Tellerrand hinaus“ darf nicht fehlen. In Führungen durch die Labore erleben Interessierte hautnah, wie Glas auf höchstem wissenschaftlichem Niveau erforscht und bearbeitet wird. Zudem informiert „Fast Forest“, das Renn-Team der THD, über den aktuellen Rennwagen und es
werden Konzepte zur E-Mobilität präsentiert.
Musikalisch wird die Feier durch die Gruppe „eXCLente“ begleitet und auch für Speis’ und Trank ist gesorgt. − pnp


PNP Grafenauer Anzeiger vom  26. Juli 2016
714 000 Euro fürs Dünnglasbiegen
Wissenschafts-Staatssekretär Bernd Sibler übergab Förderbescheid   (PNP-Bericht mit Foto)


Spiegelau. Ein Freudentag in Spiegelau: Das TAZ kann sich über eine starke Finanzspritze aus München freuen. Die Bayerische Forschungsstiftung unterstützt ein Projekt mit 714 000 Euro, das sich mit Präzisionsbiegen von Dünnglas beschäftigt. Höchste Genauigkeit ist etwa gefordert, wenn Satelliten und Röntgenteleskopspiegel des Max Planck Instituts für extraterrestrische Physik die Welt da draußen korrekt abbilden sollen.


Die zweite Förderrunde der Bayerischen Forschungsstiftung 2016 vergibt insgesamt Zuschüsse von rund 5,3 Millionen Euro für 11 Technologieprojekte. Staatssekretär Sibler betonte: „Bei den Projekten, die von der Forschungsstiftung gefördert werden, beweisen Wissenschaft und Wirtschaft stets große Weitsicht.“ Das gelte im Wortsinn nicht nur für das Projekt zu Komponenten für Weltraumteleskope, sondern im übertragenen Sinne für alle geförderten Projekte: Sie alle zeugten von Weitblick und stünden für die Entwicklung zukunftsweisender Technologien.

Jährlich berät die Bayerische Forschungsstiftung über Projektanträge mit einem Gesamtvolumen von über 50 Mio. Euro, hieß es in einer Pressemitteilung. Die Forschungsstiftung hat seit ihrer Gründung im Jahr 1990 für 804 Projekte rund 535 Mio. Euro bewilligt. Gemeinsam mit den Co-
Finanzierungsanteilen der bayerischen Wirtschaft wurde damit ein
Gesamtprojektvolumen von rund 1,189 Mrd. Euro angestoßen. Zusätzlich vergibt die Forschungsstiftung Stipendien für die internationale Zusammenarbeit von Forschern sowie (Post-)Doktoranden.

Besonders groß war die Freude natürlich bei Landkreis und Kommune als finanzielle Mitträger des TAZ Spiegelau, dass mit dem Zuschuss zum Wissenschaftsbetrieb ein gutes Stück Zukunft des Glases vor Ort auch weiter gesichert bleibt, selbst wenn die Beschäftigung damit weitaus andere Formen angenommen hat als Vase, Weinkelch oder Mascherlbüchsl. Das Projekt heißt „Präzisionsbiegen von Dünnglas (PräBieD)“. Gegenstand des Vorhabens sei die Entwicklung einer durchgängigen
Prozesskette für das Präzisionsbiegen von Dünnglas. Dafür sind neue Hochleistungskeramiken und deren kombinierte Fräs- und Schleifbearbeitung für Biegeformen in bisher unerreichter Präzision am Glas zu entwickeln. Es werden taktile, hochgenaue 3D-Messverfahren für komplexe Oberflächengeometrien (Biegeform und Glas) für extremste Abbildungsgenauigkeit erforscht. Erste Anwendung ist ein Röntgenteleskopspiegel, so Projektleiter Stefan Menzel, der in Folge auch von Leichtbauweise oder weniger Belastung bei Röntgendiagnostik sprach. Er betonte, dass dieses Verfahren breite Anwendungs- und Produktformen finden könne.


Zur Übergabe des Förderbescheids kamen unter anderem der Präsident der Forschungsstiftung, Prof. Heinz Gerhäuser mit Geschäftsführerin Dorothea Leonhardt, Landrat Sebastian Gruber und Karlheinz Roth, Bürgermeister von Spiegelau sowie Max Gibis als Landtagsvertreter. THD-Präsident Professor Peter Sperber war nach einem Unfall gesundheitlich verhindert. Vertreten wurde er durch den operativen Leiter Benedikt Scharfe und wissenschaftlichen Leiter Professor Raimund Förg.

Eine zusätzlich für Kreis und Kommune erfreuliche Stellungnahme gab es auch von Bernd Sibler zur Frage des Betriebskostenanteils, der nach fünf Jahren ursprünglich vom TAZ selbst erwirtschaftet werden sollte. Das Land springe da selbst mit je 200 000 Euro oder etwas mehr in die Bresche, was aber bereits so kommuniziert worden sei, so Sibler. Vorausgesetzt sei nur eine positive Evaluierung, was er auch für Spiegelau wohl als Formsache ansah.hpd


PNP Grafenauer Anzeiger vom  26. Juli 2016
Staatssekretär Sibler hatte 714 000 Euro fürs TAZ dabei
Spiegelau. Glas als hochmoderner Werkstoff, das ist Forschungsprojekt am Technologie-Anwender-Zentrum (TAZ) in Spiegelau (Lkr. Freyung-Grafenau). Eng verzahnt mit Wirtschaft und Wissenschaft soll nun ein Projekt mit sprichwörtlicher Weitsicht angepackt werden: Beim Präzisionsbiegen von Dünnglas könnten in einem ersten Schritt Röntgenteleskopspiegel für Satelliten entstehen, bevor die Technik weitere Anwendungen fände. Damit dafür Mittel zur Verfügung stehen, überreichte Wissenschafts-Staatssekretär Bernd Sibler (CSU) gestern einen Förderbescheid der Bayerischen Forschungsstiftung in Höhe von 714 000 Euro. Durchgängige Prozessketten, neue Hochleistungskeramiken und Fräs- beziehungsweise Schleifarbeiten in längst nicht mehr sicht- sondern nur noch messbaren Bereichen sollen so erschlossen werden.

Bernd Sibler hatte zudem die Zusicherung dabei – vorbehaltlich einer Evaluierung – dass auch der Betriebskostenanteil von Kreis und Kommune mit 200 000 Euro und eventuell etwas mehr ab dem fünften Jahr über den Landeshaushalt gedeckt werde.hpd 

PNP Grafenauer Anzeiger vom  06. Juni 2016
Millionenprojekt sichert Zukunft der Glas-FH / Glastechnik-Plattform am Technologie Anwender Zentrum Spiegelau – Projekt „Glas-TAOO“ dauert vorerst vier Jahre

Spiegelau. Gute Nachricht für die Glas-FH in Spiegelau. Das millionenschwere Projekt „Glas-TAOO“, eine laut Pressemitteilung in Europa „einmalige Plattform“ für glastechnische Entwicklungen, sichert den Bestand der Einrichtung auf Jahre.

Die neue Glas-Technologie-Allianz Oberfranken-Ostbayern – kurz „Glas-TAOO“ verbinde künftig Forschung und Wirtschaft mit dem Ziel, neue Produktionstechnologien, effizienteren Ressourceneinsatz und umweltfreundliche Produkte für die Glasindustrie zu entwickeln. Vertreter der Universität Bayreuth, der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) und des Technologie Anwender Zentrums (TAZ) in Spiegelau, haben jetzt in Bayreuth das gemeinsame Forschungsprojekt vorgestellt. Gefördert werde „Glas-TAOO“ bis 2020 aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit insgesamt 2,66 Millionen Euro.

Das gemeinsame Projekt der Universität Bayreuth und der TH Deggendorf, die das TAZ in Spiegelau betreibt, ziele auf eine wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit mit Industriepartnern ab, die ihren Standort in Oberfranken oder Ostbayern haben und Glas oder Glasprodukte herstellen. Viele namhafte bayerische Unternehmen hätten sich dem Verbund bereits angeschlossen. Das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst setze damit eine EU-Förderinitiative um, die darauf abzielt, den Technologietransfer von Hochschulen mit kleinen und mittelständischen Unternehmen zu intensivieren.

Die Universität Bayreuth und die TH Deggendorf mit dem TAZ in Spiegelau, arbeiten bereits seit vielen Jahren mit Unternehmen der Glasindustrie zusammen. Im neuen Verbund „Glas-TAOO“ werde gemeinsam mit Industriepartnern in Oberfranken und Ostbayern an Innovationen gearbeitet, die entlang der gesamten Prozesskette der Glasproduktion angesiedelt seien. „Glas-TAOO“ wendet sich daher an Rohstoffproduzenten, Glashersteller, Anlagenbauer und Halbzeug-Produzenten ebenso wie an Hersteller und Anwender von Endprodukten aus Glas. Das Vorhaben wird von Prof. Dr. Monika Willert-Porada am Lehrstuhl für Werkstoffverarbeitung der Universität Bayreuth koordiniert. Viele namhafte bayerische Unternehmen würden sich bereits an der neuen Innovationsinitiative beteiligen – beispielsweise 3M-Dyneon, Füller-Glastechnologie, Glas Ulrich, Heinz-Glas, Irlbacher Blickpunkt Glas, Nachtmann, Schott, Wiegand-Glas, Vitrulan und Zwiesel-Kristallglas.
   
Einen Schwerpunkt innerhalb der „Glas-TAOO“ bilden Technologien der Glasproduktion, die flexibler und zugleich verlässlicher gestaltet werden sollen. Zu derartigen Optimierungen könnten beispielsweise elektrothermische Heizverfahren und mechatronische Verarbeitungsmaschinen beitragen, aber auch eine stärkere Automatisierung sowie neuartige Methoden der laufenden Prozessüberwachung und -steuerung vor Ort.

Ein weiterer Schwerpunkt sei der effiziente Einsatz von Ressourcen. Hier gehe es insbesondere um einen möglichst sparsamen Material- und Energieverbrauch in der Glasproduktion („Clean tech“). Dabei sollen Wertstoffe zurückgewonnen und umweltverträgliche Materialkreisläufe entwickelt werden. Aus der Zusammenarbeit der Universität Bayreuth und des TAZ Spiegelau mit innovativen Unternehmen sollten schließlich auch neue Funktionsmaterialien hervorgehen. Dazu zählen beispielsweise umweltfreundliche Dämmstoffe für Gebäude.

„Am TAZ in Spiegelau arbeiten wir bereits seit einigen Jahren sehr erfolgreich mit der Universität Bayreuth zusammen“, erklärt THD-Präsident Professor Dr. Peter Sperber. „Glas-TAOO ist für uns ein Meilenstein und wir beschreiten damit eine neue Stufe. So können wir die Kompetenzen der Universität Bayreuth im Bereich der Werkstoffkunde und das Know-how des TAZ Spiegelau bei der Weiterverarbeitung von Glas perfekt bündeln und so deutlich bessere Angebote für die Industrie schaffen. Die im Projekt handelnden Personen verstehen sich blind und auch auf Ebene der Hochschulleitungen könnte die Zusammenarbeit nicht besser sein, ein ideales Verhältnis. Wir werden alles tun um den Erfolg des Projekts zu gewährleisten“, so Prof. Sperber. Die Zukunft des TAZ Spiegelau ist damit laut Sperber auf Jahre hinaus gesichert und macht den Standort durch die neuen Möglichkeiten höchst attraktiv für neue Industrieansiedlungen.

Im Projekt Glas-TAOO werden in Spiegelau am Technologie Anwender Zentrum für die nächsten vier Jahre insgesamt fünf Mitarbeiter angestellt sein. „Aufgrund der umfassenden Aufgabenstellung kommt am TAZ allerdings jeder mit dem Projekt in Berührung" so der operative Leiter, Benedikt Scharfe.“
     
„Seit einigen Jahren sind weltweit neue und spannende Entwicklungen auf dem Gebiet der Glastechnologie zu beobachten“, meint Prof. Monika Willert-Porada. „Man kann daher durchaus von einer Renaissance des Werkstoffs Glas sprechen. In einer wachsenden Zahl von High-Tech-Anwendungen übernehmen neuartige Gläser und Polymer-Glasverbunde spezielle Funktionen, für die sich andere Materialien nicht in gleicher Weise eignen. Diese Entwicklung wollen wir in Bayreuth gemeinsam mit dem TAZ in Spiegelau und unseren Industriepartnern mitgestalten – nicht allein in kurzfristigen punktuellen Projekten, sondern im Rahmen einer nachhaltigen branchenspezifischen Zusammenarbeit von Forschung und Wirtschaft“.

Die Leiterin von „Glas-TAOO“ hebt dabei auch die langjährigen Erfahrungen in der interdisziplinären Forschungsstelle „WOPAG – Keylab Glas“ hervor, in der sich mehrere Lehrstühle der Universität Bayreuth zusammengeschlossen haben. „Aufgrund der Möglichkeit, Forschungsergebnisse der Universität Bayreuth direkt im TAZ Spiegelau unter industrienahen Bedingungen umsetzen zu können, haben wir mit der Glas-TAOO nun eine in Europa einmalige Plattform für glastechnische Entwicklungen“, so Prof. Willert-Porada.

PNP Grafenauer Anzeiger vom  20. Mai 2016

Kompetente Verstärkung am TAZ-Spiegelau
Dr. Leonard Alaribe neuer wissenschaftlicher Mitarbeiter für den Bereich Schmelztechnik und Heißformgebung von Glas                                                                (PNP Bericht mit Foto)
Spiegelau. Das Technologie Anwender Zentrum (TAZ) freut sich über einen neuen Kollegen. Seit
Mitte Mai unterstützt Dr. rer. nat. Leonard Alaribe als wissenschaftlicher Mitarbeiter den Bereich
Schmelztechnik und Heißformgebung von Glas.
Dr. Alaribe hat an den Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Materialwissenschaften und Kristallographie studiert und im Anschluss daran am FreiburgerMaterialforschungszentrum (FMF) in der Gruppe Charakterisierung und Detektortechnologie promoviert.
Vor dem Wechsel ans TAZwar Dr. Alaribe dort als sogenannter „Post-Doc“ vor allem mit dem Thema Herstellung und Untersuchung von dotierten Spezialgläsern für den Einsatz in Detektoren beschäftigt. Der neue Kollege am TAZ ist im kürzlich gestarteten Projekt „Glas-Technologie-llianz Oberfranken-Ostbayern“ (gefördert durch den Europäische Fonds für regionale Entwicklung –EFRE), in enger Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl Werkstoffverarbeitung der Universität Bayreuth tätig und wird sich inhaltlich überwiegend mit der Entwicklung von effizienten und sauberen Produktionstechnologien für die Glasindustrie beschäftigen.
Neben seinen wissenschaftlichen Fähigkeiten und Kompetenzen kommen Dr. Alaribe für seine
zukünftigen Aufgaben aber auch seine Hobbys zugute: „Ich bin ein praktischer Mensch und mag es
sehr, an Anlagen zu tüfteln. Meine Hobbys sind z.B. das Konstruieren und Bauen von Miniatur-Dampfmaschinen und Benzinmotoren“, sagt der neue TAZler.
Zufrieden mit seinem neuen Kollegen ist auch der operative Leiter des TAZ, Benedikt Scharfe:
„Ich bin froh, Herrn Dr. Alaribe für Dr. LeonardAlaribe neuer wissenschaftlicher Mitarbeiter für den Bereich Schmelztechnik und Heißformgebung von Glas das TAZ gewonnen zu haben. Wir verfolgen damit weiter die Strategie, ein möglichst heterogenes Team aus Technikern, Ingenieuren
und Wissenschaftlern am TAZ zu installieren.“ Heterogen bedeutet dabei auch, dass die Mitarbeiter regional, überregional und international gesucht werden um die notwendigen Kompetenzen und Fähigkeiten für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Partnern aus Mittelstand und Industrie sicherzustellen.
Neben seinen neuen Aufgaben und Kollegen freut sich Dr. Alaribe auch auf seine neue Heimat: „Der Bayerische Wald erinnert mich sehr an den Schwarzwald. Es ist nur deutlich hügeliger“ – und er verspricht sogleich: „Meine Frau, meine Kinder und ich werden versuchen, so schnell wie möglich Niederbayrisch zu lernen!“ so der Neu-Spiegelauer.


PNP Grafenauer Anzeiger vom  3. Juni 2015

Das TAZ ist auf einem guten Weg
Operativer Leiter Benedikt Scharfe gibt Gemeinderat Sachstandsbericht 
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Eine traurige Aufgabe stand am Anfang der Gemeinderatssitzung am Montagabend: die Gedenkminute für Alfred Resch, den langjährigen Kassenverwalter und Schriftführer des Zweckverbands Klärwerk, der gestern beigesetzt worden ist.
Dann war es an Benedikt Scharfe - seit Jahresbeginn operativer Leiter des Technologie Anwender-Zentrums (TAZ) - dem Gemeinderat einen aktuellen Sachstandsbericht zu geben. Nach einem kurzen Einblick in seine Biographie stellte er die zehn Mitarbeiter vor, die derzeit mit ihm am TAZ arbeiten. Das sind Chemiker, Physiker, Werkstoffwissenschaftler, Maschinenbauer etc. „Wir sind sehr breit aufgestellt“, was für die Forschung natürlich von Vorteil sei. Außerdem habe man mit der technischen Ausstattung des TAZ eine Ausnahmestellung, was einen Mehrwert schaffe.
Verstärkt habe man die Öffentlichkeitsarbeit. So seien im ersten Halbjahr 2015 bereits über zehn Abendveranstaltungen abgehalten worden, darunter auch der Neujahrsempfang der Gemeinde. Die Kinderuni habe wieder stattgefunden und 30 Firmenveranstaltungen und -begehungen wurden organisiert. Heuer noch geplant seien ein Maschinenseminar, Schulungen, ein Tag der offenen Tür im Rahmen der „Hiagstroas“ und eine Glas-Kunst-Ausstellung mit Künstlern der Region. „Unsere Türen stehen immer offen, auch wenn sie geschlossen sind - ein kurzer Anruf genügt“, lädt Scharfe alle Interessierten ein, sich ein Bild vom TAZ zu machen.
Bürgermeister Karlheinz Roth, seines Zeichens auch Vorsitzender des TAZ-Fördervereins ergänzte, dass sich die Anzahl der Forschungsarbeiten mit mehr als einem Projekt pro Fachbereich sehr positiv entwickelt habe. „Man merkt auch den deutlichen Fortschritt bei der technischen Ausstattung, die ständig wächst, und somit die Grundlage für entsprechende Angebote zur Projektentwicklung bietet.“ Nun seien auch die Voraussetzungen für Existenzsgründer geschaffen worden, die sich im TAZ einmieten möchten. Außerdem betonte der Bürgermeister, dass örtliche Vereine die Möglichkeit hätten, gegen ein geringes Entgelt den bestens ausgestatteten Multi-Media-Saal (Pretzfelder Saal) im TAZ zu nutzen.
„Was wünschen Sie sich von uns, dass Sie Ihre Aufgaben leichter erfüllen können?“, fragte Erhard Wawrzek den TAZ-Leiter. „Wir wünschen uns bei Betrieben Offenheit gegenüber unseren Anfragen, so merkwürdig sie zunächst auch klingen mögen. Wir brauchen möglichst viele Mitspieler aus der Region“, antwortete Scharfe. Es sehe aber ohnehin ganz gut aus. „70 Prozent stehen unseren Anfragen sehr positiv gegenüber, 30 Prozent haben noch Vorbehalte. Aber Nein gesagt hat noch keiner.“
„Trägt sich das TAZ?“, interessierte Ludwig Friedl. „Noch leben wir von der Anschubfinanzierung. Dann muss es sich über Drittmittel und Projekte tragen. Wir sind auf einem relativ guten Weg“, sagte Scharfe abschließend.

PNP Grafenauer Anzeiger vom  02. Februar 2015
„Wir machen Projekte, nicht Produkte“ - Benedikt Scharfe, der neue operative Leiter des Technologie-Anwenderzentrums Spiegelau, stellt sein Aufgabengebiet vor

Von Ursula Langesee
Spiegelau. Seit Anfang des Jahres ist Benedikt Scharfe (31) neuer operativer Leiter des Technologie-Anwenderzentrums (TAZ). Er sieht sich aber nicht als der alleinige „Chef“. Vielmehr ist er Teil des Dreierbunds mit dem wissenschaftlichen Leiter Prof. Raimund Förg (Technische Hochschule Deggendorf) und Prof. Dr. Monika Willert-Porada vom Lehrstuhl für Werkstoffverarbeitung an der Uni Bayreuth, die für die Glasschmelztechnologie am TAZ zuständig ist.
Von der Uni Bayreuth kommt auch Scharfe. Der gebürtige Thüringer hatte zuvor in Erlangen Materialwissenschaften studiert, ein Jahr in der Industrie gearbeitet und war dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Lehrstuhl von Willert-Porada gekommen, die ihm eine Promotion angeboten hatte.
Seine Aufgabe wird es sein, für verschiedene Projekte, die am TAZ erforscht werden, finanzielle Mittel anzuwerben, um damit Mitarbeiter beschäftigen, den Mitarbeiterstab auszubauen und wiederum weitere Projekte bearbeiten zu können. Zur Zeit gibt es viele kleine Aufträge von Industriepartnern, die zwei, drei Wochen lang im sehr gut ausgestatteten TAZ mal etwas ausprobieren wollen. Der Idealzustand ist, wenn Projekte zum Selbstläufer werden und sich eines aus dem anderen entwickelt.
Glas hat zwar eine jahrhundertelange Tradition in Spiegelau - die Kristallglasfabrik und das TAZ, im Volksmund auch „Glas-FH“ genannt, eint dennoch nur der Werkstoff. „Wir machen Projekte, nicht Produkte“, erklärt Scharfe den markantesten Unterschied. „Unser Job ist es, Technologien zu entwickeln,um dann ein Projekt in ein Produkt überführen zu können.“
Dazu soll die Mitarbeiterzahl in der Forschungsstätte von derzeit acht aufgestockt werden. „Eine Verdoppelung ist möglich“, betont der operative Leiter. Mit dem neuen Jahr konnte eine Chemikerin neu eingestellt werden, die in Spiegelau forscht und an ihrer Promotion arbeitet.
Mehr Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit hat sich das TAZ auf die Fahnen geschrieben und das ist natürlich auch Benedikt Scharfe ein Anliegen. Deshalb soll es schon bald wieder einen „Tag der offenen Tür“ geben mit eigenen „Forschungsaufträgen“ für Kinder. In Zusammenarbeit mit der Kinder-Uni Bayreuth wird da an einem Programm getüftelt. Auch wer unter der Zeit eine Führung durchs TAZ haben möchte, ist - bei vorheriger Anmeldung - herzlich willkommen.
Scharfes Vision von der weiteren Zukunft ist, weltweit renommierte Unternehmen nach Spiegelau zu ziehen, die hier ihre Forschung betreiben. „Sich hier eine wissenschaftliche Reputation aufzubauen, das ist die Herausforderung, der wir uns gerne stellen.“


PNP Grafenauer Anzeiger vom  17. November 2014
MGV überreichte einen bunten Melodienstrauß
200 Zuhörer beim Liederabend des Männergesangsvereins Spiegelau im Pretzfelder-Saal - Veranstaltung des TAZ-Fördervereins

Von Ursula Langesee
Spiegelau. Ins Gemüt und in die Herzen der 200 Zuhörer sang sich am Freitagabend im TAZ der Männergesangsverein Spiegelau mit seinem bunten Melodienstrauß aus der Welt der Volksmusik, der Oldies und Musicals. Viel Applaus und die monetäre Anerkennung der Leistung in Form vieler gespendeter Geldscheine belohnte den MGV mit seinem Leiter Josef Kreutner für den schönen Abend.
Der Förderverein Technologieanwenderzentrum Spiegelau e.V. hatte zu der Veranstaltung eingeladen und sein Vorsitzender, Bürgermeister Karlheinz Roth, war wie der MGV überwältigt, dass der Pretzfelder-Saal bis auf den letzten Platz gefüllt war. „Kultur ist ein Stück Heimat. Sie hält uns zusammen und macht uns stolz“, sagte er einleitend. Er dankte dem Chor und den Musikern Sandra und Michael Brunnbauer, die ohne Gage auftraten, und den ehrenamtlichen Helfern des Fördervereins, die in der Pause das „notwendige Manna“ zur Verfügung stellen würden.
MGV-Vorsitzender Max Reiß begrüßte Chöre aus der Umgebung, Gemeinderats-und Fördervereinsmitglieder zum Liederabend, der natürlich auch eine Werbeveranstaltung für den Männerchor sein soll. Seit 1911 werde dort fast durchgehend das Liedgut gepflegt, aber Neuzugänge seien unendlich schwer zu finden. Reiß warb mit „hervorragender Kameradschaft“, die sein Verein biete, und lud Sangesfreudige zu den Proben jeden Freitag um 20 Uhr ein. Unter den Gästen begrüßte der Vorstand Ehrenbürger Pfarrer a.D. Hubert Gerstl, der sehr viele Lieder für den Chor umgeschrieben habe. „Dafür sind wir heute noch dankbar und singen sie gerne.“
Auf seine humorvolle Art moderierte Sänger Bruno Fischer den Abend. „Es sind keine Gründungsmitglieder mehr dabei. Die Optik kann täuschen...“, spielte er auf das hohe Durchschnittsalter der Chormitglieder an, das dankenswerter Weise die Geschwister Brunnbauer an diesem Abend auf 66,66 Jahre drücken würden.
Dann ging’s ans Singen und natürlich stand Heimatliches am Anfang. „Wisst’s, wo mei Hoamat is’“, „Jeder Berg hod sei G’wicht“, „Traute Heimatmelodie“, „Lang war da Sommer“ oder „Mein Wald, mein Leben“ vom Emerenz Meierstanden für dieses Genre.
Dann zog es die Männer aus’m Woid in die weite Welt - nach Neapel („O mia bella Napoli“), nach Kroatien (Volkslied), ins New York, Boston, Baltimore und New Orleans der 20- er und 30-er Jahre („Sing a song of cities“) und nach Mexiko („Mexikanische Serenade“). Da muss den Chor dann endgütlig der „Jetlag“ erfasst haben, denn erst beim dritten Anlauf klappte die gewohnte stimmliche Harmonie.
Aber das nahmen die Zuhörer den Sängern nicht krumm. Zum „Verschnaufen“ zwischen den Liedern spielten die Brunnbauers mit Akkordeon und Gitarre und erzählte Moderator Fischer „Huderl“ vom Dirigenten Kreutner oder die Glasmacher-Schnupfer-Geschichte aus dem Buch „Hüttenstaub“ von Karl-Heinz Reimeier.
Nach dem „Kriminaltango“ hatte Solist Gerhard Töpfl nur eine Bitte: „Bringt mich pünktlich zum Altar!“ Dieser Wunsch aus dem Musical „My Fair Lady“ wurde ihm wohl erfüllt und zum Ausklang dieses vorletzten Blocks ließ der Chor leise die Gitarren durch die Nacht klingen.
Mit ein paar Liedern aus dem Medley „Sonne, Wein und Paprika“, wobei wegen der fortgeschrittenen Zeit auf den „Paprika“, sprich Ungarn, verzichtet wurde, verabschiedete sich der Männergesangsverein. Fischer gratulierte dem Auditorium zum „extremen Kunstverstand“ und weil so eifrig geklatscht wurde, gab es noch zwei Zugaben.

PNP Grafenauer Anzeiger vom  10. Oktober 2014
„Wir haben ein Jahr verbummelt“
Neuer wissenschaftlicher Leiter, Prof. Raimund Förg, räumt Versäumnisse bei bisheriger TAZ-Politik ein

SAXNDI. . .
...Glas steht für Transparenz. Auch das TAZ-Gebäude riegelt sich nicht nach außen ab, sonder signalisiert mit seinen Standort mitten in Spiegelau und seinen Glasflächen Offenheit. Dennoch hatte es bislang meist den Anschein, als arbeite darin ein Geheimbund. Dabei lebt Forschung vom Austausch, davon, dass Wissen transferiert wird und die Akzeptanz bei den Bürgern, die für diese Einrichtung ja über ihre Steuern mitzahlen, davon, sie von ihrem Haus nicht auszuschließen. Diese Versäumnisse in der Vergangenheit wurden jetzt zum Glück erkannt und mit Prof. Förg ein neuer Weg eingeschlagen. Wie formulierte er es so treffend: „Wir gehören zur Gemeinde dazu“ - und stehen nicht mitten im Zentrum eigentlich im Abseits.   Ursula Langesee

Ursula Langesee:
Spiegelau. Anfang 2016 läuft die fünfjährige Anschubfinanzierung (5 Millionen Euro) für das Technologie- und Anwenderzentrum (TAZ) aus. Dann soll es sich selbst finanzieren. Wie dies gelingen kann, stellte Prof. Raimund Förg dem Gemeinderat vor. Der Physiker ist seit elf Monaten berufener Professor an der Technischen Hochschule Deggendorf und wissenschaftlicher TAZ-Leiter für Warmumformung und Analytik.
Neben dem Blick in die Zukunft war bei seinem Bericht und vor allem in den Fragen und Aussagen der Gemeinderäte auch viel Vergangenheitsbewältigung dabei. Denn das Verhältnis TAZ/Gemeinde war bislang nicht das beste. Das soll sich ändern. Förgs einziger Wunsch an Bürgermeister Karlheinz Roth und die Gemeinde war am Ende seines Besuchs: „Ich wünsche mir, dass Sie auf das TAZ stolz sind.“
Seinem Sachstandsbericht schickte der Professor voraus, dass sich die Selbstfinanzierung des TAZ ab 2016 aufs Personal beschränke. Zehn Beschäftigte seien es derzeit. Die Finanzierung des Technologiecampus übernehme der Freistaat. Geld sollen Förderprojekte und Drittmittel bringen. Bei den Förderprojekten seien bisher nur bayerische Quellen angezapft worden - keine deutschen, keine europäischen.
„Wir müssen uns noch mehr um Förderungen bewerben, denn die Förderwahrscheinlichkeit liegt bei 95 Prozent“, sagte der TAZ-Leiter. Als Beispiele für gestellte Anträge nannte er die Forschung zum 3 D-Glas in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut und den Pressformenbau. „Die Form beim Glas ist das Wichtigste. Da ist es zukunftsweisend, das Know-how für den Formenbau zu bekommen.“ In drei Jahren sei ein Fördervolumen von 350 000 Euro zusammengekommen, nannte er eine Zahl.
Um an Drittmittel zu kommen, wird Firmen die Möglichkeit gegeben, dem TAZ Auftragsarbeiten zu geben. „Wir sind offen für alles und sitzen nicht auf einem hohen wissenschaftlichen Ross. Wir gehn bei den Betrieben Klinken putzen“, signalisierte Förg.
Ebenso sieht sich das TAZ als Zentrum für Existenzgründer. „Wir würden neue Impulse begrüßen.“ Das wäre natürlich auch im Sinne von Bürgermeister Karlheinz Roth, aber „wir haben noch keine Flächen für Existenzgründer“, wandte er ein. Förg sah das nicht so eng: „Wir haben eine Laborfläche frei und rücken in den Büros enger zusammen. Da schaffen wir schon Platz. Und mit den Innovationsgutscheinen von Bayern innovativ bekommt man unsere Arbeit zur Hälfte und gleichzeitig sind unsere Anlagen ausgelastet.“
Für Ernst Ertl hörten sich Förgs Ausführungen so an, als ob man mit dem TAZ erst am Anfang stünde. „Warum geht es jetzt erst an? Haben wir vier von den fünf Millionen Euro verbummelt?“, wollte er wissen. Darauf antwortete der TAZ-Leiter, dass viel davon ins Gebäude gesteckt worden sei. Aber er gab unumwunden zu: „Ja, ein Jahr ist verbummelt worden.“
Für Erhard Wawrzek seien Förgs offene Art und seine klaren Worte ein „wohltuender Richtungswechsel“, der dringend notwendig geworden sei. „Das gefällt mir außerordentlich. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.“ Auch Kurt Hobelsberger zeigte sich dankbar: „Wir warten schon lange auf Infos aus dem TAZ. Dass Sie die Tore öffnen, das ist super. Ich freue mich, dass Sie an der Spitze sind.“
Florian Klante wollte von Förg wissen, wie man sich das Klinkenputzen vorzustellen habe. „Wir gehen zu ortsansässigen Firmen, die sich weiterentwickeln wollen, aber selbst keine Forschungsmöglichkeiten haben. Unser Vorteil ist, dass wir billiger sind als die Industrie. Aber wird dürfen dazu keine Konkurrenz sein. Deshalb können wir nur Prototypen machen, aber keine Produktion aufbauen. Am liebsten wären uns Firmen, die zwei, drei Jahre mit uns zusammenarbeiten und dann auf dem TAZ-Parkplatz ein schönes Gebäude bauen.“
Klaus Würzbauer regte an, dass es mit den vielen Firmen im Industriegebiet Oberkreuzberg, die metallverarbeitend tätig seien, im Pressformenbau sicher Schnittmengen gäbe. Das fand Förg einen „super Vorschlag“.
„Was Sie uns gesagt haben, das muss auch unter die Leute. Tut sich da was?“, fragte Elke Proßer-Greß konkret nach „offenen Türen“. „Natürlich, das TAZ ist ja eine öffentliche Institution und keine Geheimniskrämerei. Wir können Interessierte zu uns einladen. Und über Forschungsprojekte, die vom Auftraggeber aus geheim bleiben sollen, da werf’ ma hoit a Deck’n drüber“, hatte der neue TAZ-Leiter eine unkomplizierte Lösung parat.

PNP Grafenauer Anzeiger vom  8. August 2014
Diese Entscheidung tut uns sehr gut  / Große Erleichterung bei FRG-Politkern: Staatsregierung beschließt Grundfinanzierung für Technologie Campi

Freyung-Grafenau. Mit großer Erleichterung haben die Kommunalpolitiker im Landkreis die Nachricht aus München aufgenommen: Die Bayerische Staatsregierung hat beschlossen, im Doppelhaushalt 2015/16 die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass erfolgreichen Technologietransferzentren auf Dauer eine staatliche Grundfinanzierung gewährt werden kann, wie Wissenschaftsstaatssekretär Bernd Sibler mitteilte.
Damit geht zumindest teilweise eine Forderung in Erfüllung, die in der Region schon lange erhoben wird - nämlich dass nicht finanzschwache Bayerwaldkommunen die eigentlich „staatliche“ Aufgabe der Hochschulfinanzierung mittragen müssen. Bislang war Beschlusslage, dass den Technologie Campi nur eine fünfjährige Anschubfinanzierung gewährt wird und sie sich dann aus eigener Kraft weiterbringen müssen.
„Dieser Schritt der Staatsregierung ist richtig und für den Landkreis Freyung-Grafenau mit seinen drei Forschungsstandorten sehr wichtig“, kommentiert Landrat Sebastian Gruber die gute Nachricht aus München. „Unsere Technologiecampi laufen gut und sind mittlerweile in den Bereichen Wissenschaft und Technologie wichtige Partner für unsere Unternehmen. Diese Entscheidung trägt unseren Forderungen aus der Region Rechnung, die Staatsregierung hat ihre Verantwortung erkannt und nimmt sie wahr.“ Die Übernahme der Grundfinanzierung aus dem Staatshaushalt sei zudem eine wichtige finanzielle Entlastung.
„Seit 2009 steht der Technologie Campus in der Kreisstadt Freyung für qualifizierte Arbeitsplätze sowie erfolgreichen Know How-Transfer zu den Betrieben in der Region“, sagt Freyungs Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich. Die Stadt Freyung unterstützte in den vergangenen fünf Jahren die Ansiedlung der Außenstelle der Technischen Hochschule Deggendorf mit einem jährlichen Zuschuss von 125 000 Euro.
„Die Bayerische Staatsregierung hat bei der Kabinettssitzung beschlossen, eine Grundfinanzierung für die Technologiecampi in den Staatshaushalt 2015/16 aufzunehmen. Damit fällt mir ein großer Stein von Herzen“, kommentiert der Freyunger Bürgermeister die Entscheidung. „Die Finanzierung für die Campi war lediglich für fünf Jahre gesichert. Wir haben alle auf ein positives Signal für die erfolgreichen Forschungseinrichtungen im ländlichen Raum gehofft - dieses ist nun gesetzt worden. Die Bestandssicherung der Technologiecampi bedeutet Planungssicherheit für die kooperierenden Unternehmen in der Region und entlastet die örtlichen Kommunen, die bisher trotz angespannter Haushaltslage die Anschubfinanzierung stemmen mussten. Der Beschluss ist ein sehr, sehr positives Signal für die Region“, so Heinrich.
Er verweist darauf, dass durch die Eröffnung des Technologie Transferzentrums im Jahre 2009 „ein spürbarer, positiver Ruck durch die Stadt Freyung“ gegangen sei. Es seien Unternehmen angesiedelt und Arbeitsplätze geschaffen worden, die zu einem erkennbaren Aufschwung in der Kreisstadt beigetragen hätten. „Dass die Erfolgsgeschichte fortgeschrieben werden kann und unsere Wissenschaftler langfristig bleiben werden, das ist ein weiterer Impuls für Freyung und die gesamte Region“, freut sich Heinrich.
Ganz besonders betroffen von der Entscheidung sei laut Dr. Heinrich der Landkreis Freyung-Grafenau: Hier befinden sich mit Freyung, Spiegelau und Grafenau drei Transferzentren - mehr als in jedem anderen Landkreis Bayerns. „Gerade für unseren Landkreis stellt die Entscheidung für eine Grundfinanzierung aus dem Staatshaushalt eine wichtige finanzielle Entlastung dar, die uns sehr gut tut.“
„Das ist eine gute Geschichte“, so Grafenaus Bürgermeister Max Niedermeier auf Anfrage des Grafenauer Anzeiger. So werde nicht alles auf die Kommunen abgeschoben. „Der Haushalt der Stadt Grafenau wird dadurch merklich entlastet“, und zudem sicher auch der Haushalt der Hochschule Deggendorf, die sich dann auf ihre Kernaufgabe, nämlich die Forschung, konzentrieren könne.
„Ich bin glücklich und dankbar zugleich, dass die staatliche Grundfinanzierung der Technologiezentren der Region, welche bereits der Finanzminister Dr. Markus Söder bereits bei seinem Besuch in Spiegelau am 10. Februar 2014 in Aussicht gestellt hatte, nunmehr vom Bayerischen Kabinett beschlossen wurde“, sagt Spiegelaus Bürgermeister Karlheinz Roth. „Unsere gemeinsamen Bemühungen in dieser Sache haben sich damit gelohnt. Durch die Gewährung einer staatlichen Grundfinanzierung nach dem Ablauf der Anschubfinanzierung wird eine spürbare und zugleich dringend notwendige Entlastung unseres Gemeindehaushalts erreicht werden. Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Staatsminister Helmut Brunner, unserem örtlichen Landtagsabgeordneten Max Gibis und dem Bezirkstagspräsidenten Dr. Olaf Heinrich, welche die Bemühungen der betroffenen Gemeinden in den letzten Wochen und Monaten mit großem Engagement unterstützt haben.“ (Hervorhebung vom Webmaster)
Auf verhaltene Freude stößt die Nachricht, dass im Doppelhaushalt 2015/2016 Mittel für die Technologietransferzentren geschaffen werden sollen, bei MdL Alexander Muthmann (Freie Wähler): „Sollte unser jahrelanges Bohren nun zu einem Einlenken der Staatsregierung geführt haben, ist dies gut. Hätten wir das Thema nicht immer wieder aufgegriffen, wäre es sicher nicht so weit gekommen.“
Zufrieden stellen könne die Aussage von Staatssekretär Bernd Sibler die betroffenen Kommunen, Landkreise und Technologiecampi jedoch nicht. „Die Kritik am System bleibt weiterhin.“ Denn nur mit einer „staatlichen Grundfinanzierung“ sei es laut Muthmann nicht getan. „Es kann nicht darum gehen, nur eine Basis zu finden, damit ein Teil der kommunalen Lasten übernommen wird.“ Vielmehr müsse der Staat die Gesamtfinanzierung der Technologiezentren tragen. „Laut Bayerischer Verfassung ist die Einrichtung und Verwaltung der Hochschulen Sache des Staates. Dies muss auch für die Technologiecampi gelten - und diese Forderung muss auch aufrechterhalten werden.“
Es kann laut Muthmann nicht länger hingenommen werden, dass die Kommunen und Landkreise bei der Finanzierung der Campi in die Pflicht genommen werden. „Für den Landkreis Freyung-Grafenau wird derzeit ein Konsolidierungskonzept für den eigenen Haushalt erstellt. Wie sollen in so einer angespannten Lage noch freie Gelder für Technologiecampi gefunden werden?“ Eine weitere Zahl: Die Stadt Grafenau muss den Bau des Technologiecampi mit drei Millionen Euro mitfinanzieren. „Das Geld muss erst einmal aufgebracht werden.“
Die Freie Wähler-Landtagsfraktion habe im März dieses Jahres einen Antrag gestellt, dass der Nachtragshaushalt 2014 geändert wird und fünf Millionen Euro zur Finanzierung der Gebäude der Technologiecampi eingeplant werden. Er sei von der CSU abgelehnt worden. - pp/an/ul

 

PNP Grafenauer Anzeiger vom  21. März 2014
TAZ Spiegelau - wichtige Serviceeinrichtung für Glasindustrie
Tagung der Hüttentechnischen Vereinigung/Glastechnischen Gesellschaft dient der Eigenwerbung und der Kontaktpflege
Spiegelau. Während der Kommunalwahlkampf auf den Endspurt zuging, tagte im TAZ Spiegelau fast unbeachtet einer der wichtigsten Zusammenschlüsse der deutschsprachigen Glasindustrie, die HVG-DGG (Hüttentechnische Vereinigung der deutschen Glasindustrie - Deutsche Glastechnische Gesellschaft).
Das TAZ war als Tagungsort gewählt worden, weil es über eine hervorragende Tagungs-Infrastruktur verfügt und weil man den über 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die selbst wieder als Multiplikatoren wirken, diese für die Zukunft der Glastechnologie wichtige Einrichtung bekannt machen wollte, so Dr. Ulrich Roger, Geschäftsführer und Organisator der Tagung.
In der HVG-DGG sind praktisch alle wichtigen Unternehmen der deutschen Glasindustrie vertreten. Bei den Fachtagungen geht es um neueste Entwicklungen, wissenschaftlich-technische Fragestellungen, Vernetzung der vorhandenen Ressourcen aber auch nicht zuletzt um die persönlichen Kontakte, die bei aller Technisierung immer wichtig bleiben werden.
Die Teilnehmer der Tagung waren Ingenieure, Techniker und Wissenschaftler, die sich mit Glasformgebungstechnologie und der dazu nötigen Qualitätssicherung befassen. Im Blickpunkt stand diesmal die Vorbereitung des Glases auf dem Weg zur Einspeisung in die Weiterverarbeitung. Das aus einer Schmelze kommende Glas muss ja mit der genau richtigen sehr hohen Temperatur und einer genau berechneten Zähflüssigkeit (Viskosität) eingespeist werden. Dabei dürfen je nach Qualitätsanspruch keinerlei Schlieren etc. vorhanden sein. Das alles hat Auswirkungen auf das Material der Maschinen (Korrosion/Verschleiß), die Art und Menge der Energiezufuhr, die Bauweise von Rührwerken, den Energieverbrauch etc.
Die Referenten trugen ihre Forschungsergebnisse bzw. praktischen Erfahrungen mit unterschiedlichen Isoliermaterialien, Beschichtungen, Vorrichtungen zur Homogenisierung vor. Auch Alexandra Füller von „Füller- Glastechnologie“ aus Spiegelau konnte einen wichtigen Beitrag liefern.
Interessant war auch die Vorstellung eines dreidimensionalen rechnergestützten Simulationsprogramms. Dieses Verfahren ist zwar hochkomplex — es müssen unzählige Parameter berücksichtigt werden — kann aber dank seiner Genauigkeit viele praktische Versuche sparen, bei denen sonst zwangsläufig Material zerstört wird. Bei den teuren Maschinen in der Glasherstellung ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
Natürlich gab es zu den Vorträgen auch eine Führung durch das Haus, die mit großem Interesse aufgenommen wurde. Insgesamt konnte man bei der Tagung den Eindruck gewinnen, die Glastechnologie sei noch lange nicht bei ihren Möglichkeiten angekommen. Ganz im Gegenteil — immer neue Materialien, Verbunde, Anwendungsmöglichkeiten werden deutlich. Hier ist noch jede Menge Potential vor allem im Bereich außerhalb des Gebrauchsglases und der Optik vorhanden. Dass diese Entwicklungen zum Teil Jahrzehnte brauchen, bestätigten auch die Referenten als Vertreter ihrer Firmen. Das TAZ Spiegelau ist eine der Einrichtungen, welche bei der Weiterentwicklung der Glastechnologie an vorderster Stelle mit dabei sind. Hausherr Michael Fuchs freute sich sehr über die gelungene Tagung. Auch deshalb weil er „so ganz nebenbei“ bestehende Kontakte auffrischen und neue herstellen konnte. Die Zeit, in der ein Glashersteller seine Forschung im eigenen Haus betreiben kann, ist lange vorbei. Da ist eine Serviceeinrichtung wie das TAZ Spiegelau genau der richtige Partner für die Glasindustrie. - hb

PNP Grafenauer Anzeiger vom 4. Dezember 2013
SAXNDI. . .
. . .wir kritisieren hier an dieser Stelle, wenn etwas so ist, wie es nicht sein sollte. Wir loben aber auch, wenn wir meinen, dass das sein soll. Die Verantwortlichen der Glas-FH haben aus ihren Fehlern in der Anfangszeit gelernt. Jetzt informieren sie regelmäßig, was sich hinter den Mauern des schmucken Neubaus tut. Woran wird geforscht? Wie viele Mitarbeiter finden dort Lohn und Brot? Eine geeignete Plattform hierfür ist auch der Förderverein, der erfolgreich die Rolle des Bindeglieds zwischen Innen und Außen eingenommen hat. Und wenn jetzt auch noch die große Politik den Wunsch nach einem eigenen Studiengang erhören würde, dann hätten alle ihre Schuldigkeit getan.   Andreas Nigl

Wunsch: Studiengang für die Glas-FH
Jahresabschluss-Veranstaltung des Fördervereins - „Wäre wichtiger Baustein der Bildungsregion Bayerwald “                                              
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Von Hermann Beiler
Spiegelau. Der nach dem Spiegelauer Unternehmer und Ehrenbürger benannte „Pretzfelder-Saal“ im TAZ war bis auf den letzten Platz besetzt, als Karlheinz Roth als 1. Vorsitzender des Fördervereins das Wort ergriff. Für die Geistlichkeit konnte er Diakonin Gabi Neumann-Beiler begrüßen, als Vertreter des Landrats war Helmut Behringer gekommen, Josef Meininger und Eduard Schmid kamen als Kreisräte, Kurt Zettl vertrat die Gemeinde als 2. Bürgermeister, vom Gemeinderat waren die 2. Vorsitzende des Fördervereins, Elke Proßer-Greß, und Kurt Hobelsberger anwesend.
Nach einer Gedenkminute für den im Sommer verstorbenen Autor und Unterstützer Ingolf Straßmann übernahm es der Leiter des TAZ, Michael Fuchs, über die Arbeit des letzten Jahres und den Stand der Dinge zu berichten. Die Erweiterung der Möglichkeiten im TAZ und die Beschaffung weiterer spezieller Gerätschaften führen u.a. zu weiteren Einstellungen. 15 Arbeitsplätze werden es im TAZ sein, wenn die ausgeschriebenen Stellen besetzt sind.
Die Auslastung ist weiterhin gut, obwohl immer mit einem langsamen Anlaufen einer solchen Einrichtung gerechnet werden muss. Neben den laufenden Projekten stehen weitere mit über 800 000 Euro Volumen kurz vor dem Abschluss.
Als neuer wissenschaftlicher Leiter stellte sich Prof. Dr. Raimund Förg von der Technischen Hochschule Deggendorf vor. Gar nicht professoral, sondern gut verständlich vermittelte der nicht nur in der Forschung sondern auch in der Industrie über viele Jahre sehr erfahrene Wissenschaftler, worum es im TAZ geht. Forschung, sagte Prof. Förg, findet an den Hochschulen statt und beschäftigt sich mit Grundlagen. Außerdem kostet sie erstmal Geld.
In den Anwenderzentren wird aus diesen Forschungsergebnissen zusammen mit Industriepartnern anwendungsbezogene Entwicklung. Und die bringt Geld. Sein Spezialgebiet ist die Warmumformung. Für den Bereich Schmelztechnik ist Prof. Willert-Porada von der Uni Bayreuth zuständig. Weiter sehe er es als seine Aufgabe, geförderte Projekte nach Spiegelau zu bekommen.
Prof. Förg stellte dar, dass man bei Glas beileibe nicht nur an Trinkgläser oder Optik denken darf. Es gibt ungezählte Aufgabenstellungen für technische Gläser, vom Einsatz bei der weiteren Miniaturisierung der Halbleitertechnik über den Bau von speziellen Sensoren bis hin zu Fenstern, die Heizkörper ersetzen können. Entsprechend stellte er die Themen der nächsten Zeit für das TAZ vor: Präzisionsblankpressen (die Herstellung von Glasbauteilen, die nicht mehr geschliffen oder anderweitig endbearbeitet werden müssen), neue technische Gläser, Pressformenbau, Aufbau- und Verbindungstechnik, Kühlung/Heizung und optische Analytik. Die neue Aufgabe wolle er mit Enthusiasmus angehen, versprach Prof. Förg und wer seinen mitreißenden Vortrag erleben durfte, hat daran keinerlei Zweifel.
Karlheinz Roth blickte auf die Tätigkeit des Fördervereins zurück. Der Verein verstehe sich als Bindeglied zur Bevölkerung, organisiere deshalb Informationsveranstaltungen, u.a. auch eine Fahrt zum Technologie-Campus Cham, wo man es bereits geschafft hätte, einen eigenen Studiengang (Mechatronic) in den Ort zu bekommen. Ein eigener Studiengang sei auch ein Ziel für Spiegelau. Es wäre ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer Bildungsregion Bayerwald.
Mit seinen Spendengeldern konnte der Verein das TAZ bei der Beschaffung wichtiger Geräte, wie z.B. einem geeigneten Digestorium, einer Absauganlage für die Reinigung von Glasbauteilen. Elke Proßer-Greß hatte auch heuer eine erfolgreiche Veranstaltung im Rahmen der „Kinder-Uni“ (Technik für Kinder) begleitet, die vom Verein finanziert worden war. Dann berichtete Roth noch von der Kooperation mit der Volkshochschule im Rahmen der Erwachsenenbildung („Lerngemeinde Spiegelau“), bei welcher die Seminarräume des TAZ genutzt werden sollen. Weitere Kooperationen mit Wirtschaftsnetzwerken, IHK etc. sollen 2014 folgen. Der Förderverein will aber auch kritische Fragen aus der Bevölkerung ernst nehmen und sich weiter darum kümmern, dass es regelmäßige Information über das TAZ-Spiegelau gibt.
Alois Kasberger (Dipl. Ing. (FH), Laboringenieur und Arbeitsgruppenleiter Warmumformung, erklärte seine Tätigkeit recht unterhaltsam: „Kugel machen - aufwärmen - draufdrücken“. Damit es bei einer Genauigkeit von besser als 1/1000 mm gelingt, aus einer Kugel ein Präzisionsbauteil herzustellen, braucht es doch einen gewissen Aufwand. Hier kann das TAZ auf eigenem Weg mit selbst hergestellten Werkzeugen rasch eine Alleinstellung erreichen. Die erforderlichen Maschinen und Geräte konnten inzwischen besorgt, bestellt oder eigens für die gewünschten Zwecke umgebaut werden.
Stefan Menzel (Dipl.-Physiker und Arbeitsgruppenleiter Messtechnik/Analytik) stellte seinen Arbeitsbereich vor, der für das TAZ besonders wichtig ist. Es gehe ja schließlich immer darum, Kunden „glücklich zu machen“, also die Anforderungen von Kunden absolut zu erfüllen, so Stefan Menzel. Der Kunde muss eine „wertschöpfende Kette“ angeboten bekommen, also sicher sein, dass er mit dem Verfahren, der entwickelten Technik etc. Geld verdienen kann.
Wie kann aber der Kunde wissen, ob die angebotene Pressform wirklich die gewünschten Eigenschaften hat? Jetzt greift die Messtechnik und Analytik im TAZ. Mit Röntgen-Fluoreszenz können Inhaltsstoffe, Elemente und die Konzentration im Material gemessen werden. Über Form und Geometrie gibt die Koordinaten-Messung Aufschluss. Um Abbildungsfehler bei optischen Bauteilen (Linsen) auszuschließen, wird die Wellenfront-Messung angewandt. Die entsprechenden Geräte sind in jeweils auf den hiesigen Bedarf zugeschnittenen Spezialausführungen im TAZ vorhanden und können zur Messung im Haus hergestellter Bauteile, aber auch im Auftrag für Firmenpartner genutzt werden.
Nach den Vorträgen wurde es dann noch praktisch: die Interessierten konnten an einer Führung durch die Labore teilnehmen und die vorher vorgestellten Geräte und Maschinen mit eigenen Augen begutachten. Dabei wurde auch deutlich, weshalb immer nur ein oder zwei Mitarbeiter in den relativ großen Räumen zu sehen sind.
Jeder Mensch, so führte Stefan Menzel aus, ist im Sinne der Reinheitsvorgaben für die Labore trotz größter alltagsbezogener Reinlichkeit eine enorme „Schmutzschleuder“. Selbst kleinste Hautzellen oder Stäube können Messungen oder auch Präzisionswerkzeuge völlig unbrauchbar machen. Der Schaden kann in die Hunderttausende gehen. Je weniger Menschen im Raum - desto sauberer, ist die Devise. Viele Messungen werden auch ganz ohne Menschen im Labor durchgeführt. Sie werde eingerichtet und programmiert und finden dann z.B. über Nacht oder übers Wochenende automatisch statt.
Voll mit Informationen und neuem Wissen und zufrieden mit den Leistungen des Fördervereins im vergangenen Jahr widmete man sich anschließend noch dem inzwischen vorbereiteten Abschlussessen.


PNP Grafenauer Anzeiger vom 2. August 2013
Lebendiges Lernen am TAZ                                              
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Drittklässler sammeln praktische Erfahrung bei der Kinder-Uni
Deutschland braucht qualifizierte Arbeitskräfte im Bereich „MINT“ (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik. Die Entscheidung für einen technischen oder handwerklichen Beruf fällt nachweislich zu einem hohen Prozentsatz bereits in der Kindheit. Damit uns der Nachwuchs nicht ausgeht, ist es wichtig, bereits Kinder für Naturwissenschaft und Technik zu begeistern.
Die Kinder der 3a und 3b der Grundschule Spiegelau waren deshalb mit ihren Lehrerinnen, Frau Wandtner und Frau Lentner ins TAZ zur „Kinder-Uni“ gekommen. Katharina Zellner, Assistentin am TAZ hatte die Hauptorganisation übernommen, als Referenten waren Dipl. Physiker Stefan Menzel, Dipl. Ing. Alois Kasberger und Christian Wistl, B. Eng. tätig. Das Ganze ist ein Gemeinschaftsprojekt des TAZ-Spiegelau, der Hochschule Deggendorf, finanziell unterstützt vom Förderverein TAZ Spiegelau e.V.
Stand bei der ersten Kinder-Uni die Optik als Teilgebiet der Physik im Mittelpunkt, ging es diesmal schwerpunktmäßig um Mechatronik. Die Kinder lernten die Funktionsweise von LEDs (Light-emitting-diods = Leuchtdioden) kennen. Mit einer vom TAZ selbst hergestellten Platine für die elektronische Steuerung und den weiteren nötigen Bauteilen, konnten die Kinder schließlich unter Anleitung selbst eine LED-Taschenlampe bauen, die sie schließlich auch mit nach Hause nehmen durften. Nicht nur mit Theorie, sondern mit lebendigem Lernen erschlossen sich die Kinder diesen Teil der Welt der Mechatronik. Und das auch zur Freude von TAZ-Leiter Michael Fuchs. Er würde für die Zukunft gerne ortsansässige Firmen für die Kinder-Uni ins Boot holen. Möglicherweise ist unter den Schülerinnen und Schülern dann schon die zukünftige Ingenieurin bzw. der zukünftige Ingenieur für den eigenen Betrieb dabei.  


PNP Grafenauer Anzeiger vom 24. Juli 2013
Messen wie sonst keiner                                                     
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Das Technologie-Anwenderzentrum bekommt eine Multisensor-Koordinaten-Messmaschine
Wie man schon beim Vorbeifahren sehen kann, sind die Arbeiten für den Umgriff des TAZ bereits weit fortgeschritten. Eine gute Lösung wurde dabei auch endlich für die besonders im Winter problematische Einfahrt in die Hauptstraße gefunden. Gerade Auswärtige kamen mit der bisherigen Lösung der Fahrbahnteilung mit Verkehrsinsel nicht zurecht, da zu beiden Seiten zweispurig gefahren werden konnte. Auch die Außenanlagen mit Platten, Steinen und angelegter Begrünung stehen kurz vor der Fertigstellung. Wachsen müssen Gras, Sträucher und Blumen dann selbst.
Erfreuliche Nachrichten kommen auch aus dem Inneren des TAZ-Spiegelau: Ein weiteres Projekt von ca 30 Monaten Dauer und einem Finanzvolumen von mehr als 600.000 EUR konnte „an Land gezogen“ werden. Um solche und ähnliche Projekte umsetzen zu können, wurde eines der modernsten Präzisionsmessgeräte der Welt angeschafft. Außerdem wurde der Maschinenpark noch um eine moderne Schleifmaschine für den Formenbau erweitert.
Zusammen mit der Universität Bremen und zwei Partnern aus der Industrie wird ein neues Projekt in Angriff genommen, das erheblich zur Auslastung der nächsten zweieinhalb Jahre beitragen wird. Eine der Hauptaufgaben des TAZ besteht darin, Entwicklungen im Bereich der Glasindustrie, bei denen es auf allerhöchste Genauigkeit ankommt, wissenschaftlich zu begleiten, bzw. die technologischen Möglichkeiten zur bis zur Produktionsreife zu erforschen. Dies setzt vor allem Spitzentechnologie in den Messverfahren voraus. Wenn man an Weltraum- oder Medizintechnik denkt, spielen hier Messgenauigkeiten vom hundertsten Teil eines tausendstel Millimeters (Mikrometers) eine Rolle. Das sind Größenordnungen, die jenseits der praktischen Vorstellung liegen. Bei Messungen dieser Genauigkeit kann bereits ein Temperaturunterschied von nur 0,5°C bei verschiedenen Messungen erhebliche Messfehler hervorbringen. Das ist auch der Grund, weshalb es schon bei der Klimaanlage auf allerhöchste Genauigkeit ankommt, damit die Messergebnisse verwertbar sind. Zusätzlich werden die Fenster mit einer wärmeundurchlässigen Schicht versehen. Was passieren würde, wenn bei einer solchen Messung bei einem normalen Bau ein LKW am Haus vorbeifährt, kann man sich vorstellen. Deshalb sind die Messapparaturen im TAZ auf raumgroßen 1,5m dicken Betonplatten aufgestellt, die in einer mit Spezialschaum gefüllten Betonwanne schwingungsfrei gelagert sind. Auch die Geräte selbst sind aus Materialien hergestellt, die höchste Stabilität aufweisen.
Die neue Multisensor-Koordinatenmessmaschine wurde vom Messtechnik-Spezialisten Werth in Gießen speziell für die Bedürfnisse des TAZ hergestellt und ist damit einzigartig. Sie misst mit Zweidimensionaler Bildverarbeitung, also optisch (berührungslos), mit einem speziellen Laser (berührungslos) und mit einem „Fasertastsystem“ (taktil). Das Fasertastsystem misst Zwei- und Dreidimensional. Die auftretenden Kräfte sind so gering, dass man von einer „kraftlosen“ und deshalb Oberflächen schonenden und superpräzisen Messung ausgehen kann. Der Körper des Messgeräts und der Messtisch sind aus hochdichtem Granit, wobei letzterer spielfrei auf Luftlager bewegt wird.
Aus der Beschreibung wird vielleicht auch deutlich, dass kaum ein Wirtschaftsbetrieb vor allem aus dem mittelständischen Bereich, es sich leisten kann, solchen Aufwand für Forschung und Entwicklung zu treiben. Deshalb werden dies Entwicklungsaufträge an die Hochschulen und die daran angeschlossenen Technologie-Anwenderzentren vergeben, die darauf eingerichtet sind. So wird die Wissenschaft auch für Produktionsverfahren Partner der Wirtschaft. Man muss dabei auch an Aufträge denken, die nicht direkt mit der Produktion zu tun haben, sondern wo es darum geht, z.B. zugelieferte Teile auf Genauigkeit und damit auf Auftragserfüllung zu kontrollieren.
Von außen gesehen, betreiben relativ wenig hoch spezialisierte Mitarbeiter das TAZ. Forschung und Entwicklung erfordern entsprechendes Fachwissen und spezifische und deshalb meist sehr teure Geräte und Maschinen. Zudem findet ein großer Teil der Arbeit in der Vernetzung mit anderen Instituten und Hochschulen statt. Für die Entwicklung von Industrie und Wirtschaft im Allgemeinen wird dadurch ein großer Beitrag geleistet. Für noch mehr Arbeitsplätze in Spiegelau selbst ist es mittel- und langfristig nötig, geeignete Firmen zur Ansiedlung im Umfeld des TAZ zu gewinnen, so wie es in Teisnach bereits der Fall ist. Die räumliche Nähe zu Wissenschaft und Forschung ist für das produzierende Gewerbe sehr interessant. Aber es dauert auch seine Zeit, wie man ebenfalls in Teisnach sehen kann.


PNP Grafenauer Anzeiger vom 28. Februar 2013
Das TAZ ist keine Hütt’n                                                                                      
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Förderverein der Glas-FH zieht positive Bilanz und reagiert auf Kritik - auch 2013 wieder Kinder-Uni geplant / Von Hermann Beiler
Spiegelau. Recht erfreulich war die Beteiligung an der Mitgliederversammlung des Fördervereins TAZ-Spiegelau, die am Samstagabend bei „Paolo in den Bräustub’n“ stattfand. Diakonin Gabi Neumann-Beiler vertrat die Geistlichkeit, Bürgermeister Luksch die Gemeinde, Michael Fuchs das TAZ-Spiegelau. Karlheinz Roth zog als 1. Vorsitzender über die geleistete Arbeit des Vereins in den letzten drei Jahren Bilanz.
Als besondere Aufgabenstellung stelle sich immer wieder die Information der Öffentlichkeit heraus. So kann man von der geleisteten Arbeit im TAZ nur wenig mit den eigenen Augen erkennen. Nur selten fahren LKW’s mit Rohmaterial vor, es wird nur wenig produziert, selbst der für Glashütten typische Kamin raucht oft nicht. Einfach ausgedrückt: „Das TAZ ist keine „Hütt’n!“ Die Mitarbeiter im TAZ sind vielmehr mit Messungen, Experimenten, Berechnungen, Material- und Verfahrensforschung befasst. Produziert wird nur, um Herstellungsprozesse zu erforschen und zu optimieren. Das eigentliche Produkt, das dann an die verschiedenen Firmen und andere Auftraggeber verkauft wird, ist beispielsweise das jeweilige Forschungsergebnis. Das erklärt auch die hohe Geheimhaltung in einer Zeit, in der Industriespionage zum Alltag gehört. So ist nicht immer und überall ein offener Zugang möglich.
Vor diesem Hintergrund hat es sich der Förderverein unter anderem zur Aufgabe gemacht, die Informationsarbeit zu fördern und zu unterstützen. Von der ausführlichen Bautafel über Besuche in bereits bestehenden Technologie Campi, vom Glaswettbewerb bis zum Tag der offenen Tür, von der aktiven Pressearbeit bis zur „Kinder-Uni“ reichten die Aktivitäten. Gerade von der „Kinder-Uni“, bei der über 70 Kinder optisch-physikalische Experimente durchführen konnten und eine Menge gelernt haben, wird bis heute gesprochen. Dazu kamen noch vielfältige Kontakte zur Hochschule Deggendorf, zu Staatsminister Helmut Brunner, zu andern Fördervereinen und anderen Technologiecampi.
Eine „Bausteinaktion“, bei der man sich mit von Klaus Büchler gravierten Glassteinen in einem Glaskunstwerk mit seinem Namen „verewigen“ konnte, war ein großer Erfolg und erbrachte fast 8000 Euro.
Die Ehrung des Spiegelauer Vorzeigeunternehmers und Gründer der Kristallglasfabrik Spiegelau Kommerzienrat Fritz Pretzfelder war eine weitere Aktivität, die viel Beachtung fand. Dabei wurde der große medientechnisch hervorragend ausgestattete Konferenzsaal in „Pretzfelder-Saal“ umbenannt. Der Verkauf des Buches über die Geschichte Fritz Pretzfelders und der Spiegelauer Kristallglasfabrik füllte nicht nur den großen Saal sondern auch die Vereinskasse. Aus dieser Geschichte geht auch hervor, dass der Gründer der KSS seinen großen Erfolg auch der Zusammenarbeit mit der „chemisch-technischen Versuchsanstalt an der Glasfachschule Zwiesel“, praktisch einem Vorläufer des TAZ-Spiegelau, verdankte. Damals galt die Forschung der Entwicklung für Gravur, Schliff und Politur geeigneter Glassorten. Das ging auch damals nur mit wissenschaftlichen Methoden.
Karlheinz Roth gab noch einen Ausblick auf die Zukunft: Die „Kinder-Uni“ soll wieder stattfinden. Ein Tag der offenen Tür soll Einblicke ins TAZ ermöglichen. Daneben sollen weitere Informationsveranstaltungen zu dem Aufbau und den Aufgaben im TAZ Spiegelau angeboten werden. Außerdem sollen gemeinsam mit noch einzubindenden weiteren Trägern regelmäßige Workshops zu verschiedenen Themen für die Bevölkerung durchgeführt werden. Ein Fernziel ist und bleibt die Schaffung von anerkannten Workshops für Studenten und ein eigener Studiengang in Spiegelau. Nach dem Bericht über die Aktivitäten folgte der Bericht des Schatzmeisters, der ebenfalls mit großem Beifall aufgenommen wurde. Der alte Vorstand konnte entlastet werden. Im Anschluss daran leitete Anton Seibold gekonnt und routiniert die Neuwahlen. Die Ergebnisse: 1. Vorstand: Karlheinz Roth, 2. Vorstand: Elke Proßer-Greß, Schriftführer: Ludwig Friedl, Schatzmeister: Hans Küblböck, Beisitzer: Tanja Boxleitner-Weiß, Klaus Büchler, Wolfgang Haas, Josef Hackl, Josef Luksch, Kassenprüfer: Anton Lechl, Hermann Praus.
Für sein ehrenamtliches Engagement wurde Hermann Beiler geehrt. Dank der guten Vorbereitung und der guten Arbeitsdisziplin konnte der alte und neue 1. Vorsitzende Karlheinz Roth den offiziellen Teil der Sitzung wie gewohnt bereits nach nicht einmal eineinhalb Stunden abschließen. So blieb noch Zeit für einen kurzen Ausblick über die nächsten Aktivitäten des TAZ durch dessen Leiter Michael Fuchs. Neue Aufträge sind bereits in Arbeit, berichtete dieser, andere werden vorbereitet. Dabei wurden die Fühler nach Wien und in die tschechische Republik ausgestreckt, wo sich vielversprechende Kooperationen anbahnen. Mit der Regierung von Niederbayern und der IHK-Passau wird verhandelt. Auch die Themen Umwelttechnik und Nachhaltigkeit zeichnen sich für zukünftige Forschung ab.

PNP Grafenauer Anzeiger vom 31 . Dezember 2012
„Die Glas-FH darf nicht zum Politik-Spielball werden“ Die SPD-Kreistagsfraktion Freyung-Grafenau besuchte das TAZ in Spiegelau - Einrichtung sei nicht für gemeindliche Streitereien geeignet
Spiegelau. Kürzlich besuchte die SPD-Kreistagsfraktion FRG mit interessierten Mitgliedern das Technologie Anwenderzentrum in Spiegelau. Auch die SPD-Bundestagskandidatin Rita Hagl und SPD-Kreisvorsitzende Bettina Blöhm und Bürgermeister Josef Luksch konnten dazu begrüßt werden. Fraktionsvorsitzender Helmut Behringer stellte fest, dass dieser Campus eine wichtige Einrichtung für den Raum Spiegelau und den Landkreis FRG darstelle. Diese bedeutsame Einrichtung wird vom Landkreis FRG zu 75 Prozent und von der Gemeinde Spiegelau zu 25 Prozent getragen. Die Nettoprojektkosten belaufen sich auf rund 5,5 Millionen Euro mit einer Bruttogeschossfläche von 2700 Quadratmeter.
Die Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion seien ohne Wenn und Aber für diese Einrichtung eingetreten, weil davon in Zukunft wichtige Impulse in die Wirtschaft und sicherlich auch für Arbeitsplätze ausgehen würden. Diese Einrichtung läuft unter der Führung der Hochschule Deggendorf und Uni Bayreuth. Das Anwenderzentrum ist zwischenzeitlich über acht Monate in Betrieb und hat bereits eine gute Anlaufphase hinter sich.
Bürgermeister Josef Luksch und Fraktionsvorsitzender Helmut Behringer waren sich auch darin einig, dass das TAZ nicht für politische Querelen geeignet sei, weil damit nur Schaden angerichtet werden könne. Alle seien gefordert, diese Einrichtung zum Erfolg zu führen.
Der Leiter des TAZ Spiegelau, Michael Fuchs, stellte das TAZ vor und führte die Besucher durch das Anwenderzentrum. So werden derzeit acht Personen beschäftigt und dazu kommen noch Mitarbeiter vom Kooperationspartner der Universität Bayreuth und der Firma Füller aus Oberkreuzberg.
Im Bereich der Präzisionspressen seien die ersten aufwendigen optischen Bauteile für einen Projektpartner aus der Industrie gefertigt worden. Das Ergebnis sei als sehr gut eingestuft worden, erklärte Michael Fuchs. Ein Folgeprojekt ist bereits für 2013 geplant.
Mit der Inbetriebnahme der Präzisionspresse konnten auch die Labore um weitere Geräte ergänzt werden. So fanden z.B. ein Sterio-Untersuchungsmikroskop inkl. Bildauswertung sowie eine Laminar-Flow-Box Platz im Labor. Laut Michael Fuchs sei vom TAZ auch die Anschaffung eines Multi-Sensor-Koordinaten-Messgerätes zur hochgenauen Vermessung von unsymmetrischen Bauteilen geplant. Auch wurde ein Antrag für die Beschaffung eines Röntgen-Fluoreszenz-Spektrometers an die Deutsche Forschungs-Gemeinschaft weitergereicht.
Dieses Gerät werde vor Ort dringend benötigt, damit die Zusammensetzung von Gemenge, Gläsern und Formenmaterialien schnell und genau detektiert werden kann. Michael Fuchs erläuterte auch, dass im Bereich Schmelztechnologie eine besondere Infrastruktur erforderlich sei, die nach und nach ausgebaut werden müsse und die einen erheblichen Investitionsaufwand benötigt. Es sei daher sehr positiv zu werten, dass die Firma Füller einen eigenen MiniMelter - eine miniaturisierte Glasschmelzwanne mit angeschlossenem Läuterungskanal und Ausarbeitungsfeeder, sowie die erforderliche Kühlperpherie - bereits bei der Eröffnung des TAZ zur Verfügung gestellt hat und direkt im Anschluss an die Eröffnungsfeier am TAZ Industrie-Kooperationsprojekte bis in den Sommer hinein durchgeführt habe. Damit konnten im Bereich Schmelztechnologie bereits in der Anfangsphase erste Einnahmen aus Industrieprojekten verbucht werden.
Um die Glasschmelz-Wannen betreiben zu können, mussten auch die Betriebsgenehmigungen beantragt werden. Mit gemeinsamen Kräften der Firma Füller, des TAZ und der Uni Bayreuth konnte dies den zuständigen Ämtern vorgelegt werden. Weitere Anschaffungen stünden an.
Trotz des nicht abgeschlossenen Aufbaus sei bereits ein Forschungsprojekt angelaufen. Die SPD-Besuchergruppe war von den Ausführungen und Vorstellung des TAZ durch Michael Fuchs sehr beeindruckt. Die SPD-Kreisräte sind davon überzeugt, dass mit dieser Hochschuleinrichtung eine bedeutsame Entwicklung für die wirtschaftliche Entwicklung für den Standort Spiegelau und darüber hinaus geschaffen wurde. Verständnis zeigten die SPD’ler dafür, dass die
Forschungs- und Wissenschaftseinrichtung nicht ständig für Jedermann zugänglich sei. - eb

PNP Grafenauer Anzeiger vom 11 . Dezember 2012
Glas-FH Spiegelau meldet erfolgreiche Bilanz - Nach der Debatte um kaputten Ofen, fehlende Aufträge und ehemalige Partner beruhigt Geschäftsführer Michael Fuchs
Spiegelau. Es gab in den vergangenen Wochen viel Aufregung um das TAZ Spiegelau. Ist da nichts los? Gehen die Forschungsaufträge aus? Ist der Ofen aus und der stärkste Partner weg? Solche Fragen tauchten auf. Der Grafenauer Anzeiger hat bei Geschäftsführer Michael Fuchs nachgefragt. Der antwortete nun mit einer Pressemitteilung. Darin heißt es:
„Das Technologie-Anwender-Zentrum in Spiegelau kann sieben Monate nach der Einweihungsfeier eine erfolgreiche Bilanz im Bereich Personal, Ausstattung, Schmelze und Präzisionsblankpressen aufweisen. Zurzeit sind im TAZ-Spiegelau acht Personen beschäftigt. Dazu kommen noch Mitarbeiter von unserem Kooperationspartner Universität Bayreuth und der Fa. Füller aus Oberkreuzberg.“
Michael Fuchs listet in der Mitteilung verschiedene Projektbereiche auf, die für ein positives Signal in der Entwicklung sprechen würden. So seien beim Präzisionsblankpressen die ersten aufwendigen optischen Bauteile für einen Projektpartner aus der Industrie gefertigt worden. Das Ergebnis wurde als sehr gut eingestuft. Für das laufende Projekt ist ein Folgeprojekt ab Juni 2013 geplant.
Der wissenschaftliche Leiter des TAZ Spiegelau, Prof. Dr. Rolf Rascher gab bekannt, dass weitere Projektpartner eine technologische Partnerschaft mit dem TAZ schließen wollen. Dies ermöglicht eine sinnvolle und erfolgsträchtige Forschungsarbeit, welche drei weitere Förderprojekte zur technischen Optimierung des Präzisionsblankpressprozesses und zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit nach sich zieht.
Nach erfolgreicher Inbetriebnahme der Präzisionsblankpresse konnten die Labore um weitere Geräte ergänzt werden. Zudem ist die Beschaffung weiterer hocheffektiver Geräte geplant oder bereits in Vorbereitung, die weitere Forschungsmöglichkeiten auf den Weg bringen sollen.
Im Bereich Schmelztechnologie ist eine besondere Infrastruktur erforderlich, die nach und nach aufgebaut werden muss und die einen erheblichen Investitionsaufwand benötigt. Es sei daher sehr positiv zu werten, dass die Firma Füller einen eigenen „MiniMelter“ bereits bei der Eröffnungsfeier des TAZ zur Verfügung gestellt hat und direkt im Anschluss an die Eröffnungsfeier am TAZ-Industrie-Kooperationsprojekte bis in den Sommer hinein durchgeführt hat. Damit konnten im Bereich Schmelztechnologie bereits in der Aufbauphase erste Einnahmen aus Industrieprojekten verbucht werden. Um auch Glasschmelz-Wannen mit mehr als 100 kg/Tag Kapazität zukünftig betreiben zu können, musste nach den Vorgaben des Bundes-Immisions-Schutz-Gesetzes ein Antrag auf Betriebsgenehmigung gestellt werden. Mit gemeinsamen Kräften der Fa. Füller, des TAZ und der Uni Bayreuth sind die erforderlichen Daten zusammengetragen und die notwendigen, umfangreichen Akten den zuständigen Ämtern vorgelegt worden. Weitere Investitionen in Technik und Sicherheit sind beabsichtigt.
Unabhängig vom noch nicht abgeschlossenen Aufbau der Infrastruktur ist bereits ein Forschungsprojekt angelaufen. Das Projekt „Schmelze basierte Werkstoff- und Prozessinnovationen für optische Bauteile aus Glas“ wird für den Zeitraum Mai 2012 bis Juni 2015 mit insgesamt 600 000 Euro vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst gefördert.
Zukünftig wird ein hochwertiger MiniMelter, den die Uni Bayreuth und die HDU gemeinsam als Forschungsgerät beschaffen, für die Herstellung des Glases genutzt. Dabei wir eine neue Technologie zur variablen Einstellung der Glaszusammensetzung erprobt, die derzeit an der Uni Bayreuth in einem Forschungsprojekt mit der Fa. Füller entwickelt wird.
Ein weiteres Vorhaben, bei dem die Uni Bayreuth im kommenden Jahr Unteraufträge an das TAZ vergeben wird, ist am 1. Oktober angelaufen, bei dem Glasflakes eine wichtige Rolle spielen. Die Ergebnisse eines von Prof. Dr. Willert-Porada koordinierten Forschungsverbundes aus 14 Industrieunternehmen und drei Forschungsinstitutionen waren Grundlage des erfolgreichen EU Antrages. Nach Auskunft von Frau Prof. Willert-Porada sind bereits zwei weitere EU-Anträge gestellt, die im Falle erfolgreicher Begutachtung zu einer wesentlichen Auslastung der TAZ-Schmelzhalle führen würden. Gemeinsam mit zwei Firmen aus Bayern ist zudem das Projekt „Smart Batch“ bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt vorgestellt und zur Antragstellung aufgefordert worden. Die Antragstellung erfolgt noch in diesem Jahr. Bei den mehr als 10 Projekttreffen und Veranstaltungen, die am TAZ im Jahr 2012 unter Beteiligung der Uni Bayreuth durchgeführt wurden, ist von den Besuchern die Konzeption eines TAZ für die Glasschmelztechnologie hochgelobt und als absolut notwendig bewertet worden.
Zusammenfassend könne festgestellt werden: Themen und Kooperationspartner sind zahlreich vorhanden, auch finanzielle Mittel sind da, so Michael Fuchs. Der Leiter des TAZ-Spiegelau betonte: „Wir schauen alle sehr positiv in die Zukunft, weil sich Fleiß und Kreativität aller beteiligten Personen im TAZ-Spiegelau in aktuell sehr erfolgreichen Ergebnissen widerspiegelt.“ - eb

PNP Grafenauer Anzeiger vom 28 . November 2012                                               Foto
120 Glaswürfel leuchten für das TAZ - Bausteinaktion des Fördervereins brachte bisher fast 7900 Euro - Kuben wurden in einem Edelstahlrahmen gefasst
Spiegelau. Mit einem kleinen Festakt wurde am vergangenen Freitag im TAZ Spiegelau das Glasbaustein-Kunstwerk des Fördervereins „enthüllt“.
Fertiggestellt kann man nicht sagen. Denn selbst wenn jetzt 120 Glaskuben in einem Edelstahlrahmen gefasst sind, der im Eingangsbereich aufgestellt wurde, beendet soll das Werk damit nicht sein. Aber eine stolze Zwischenbilanz gab Vorsitzender Karlheinz Roth ab. 84 Steine, graviert von Klaus Büchler, waren bis zu diesem Zeitpunkt verkauft worden. 7865 Euro gingen dadurch an den Förderverein und von dort an verschiedene Zwecke im TAZ. So sollen über den Förderverein Forschung, Kulturelles und Veranstaltungen unterstützt werden.
Das Werk steht jetzt als „Dauerleihgabe“ im Eingangsbereich und ist auch deshalb nicht fertig, weil einige der 120 gefassten Steine noch mit Namen zu belegen sind. Dennoch wurden, so Karlheinz Roth, auch jetzt schon die Erwartungen übertroffen. - hpd
Der CSU-Ortsverband aus Spiegelaus Nachbargemeinde St. Oswald-Riedlhütte besucht am Mittwoch, 5. Dezember, das TAZ. Er wird durch TAZ-Leiter Dipl.-Ing. Michael Fuchs durch das Gebäude geführt. Beginn ist um 17 Uhr, Treffpunkt ist vor dem TAZ. Teilnehmen können alle interessierten Mitbürger. Im Anschluss kann der Abend bei einem Glas Bier einen gemütlichen Ausklang finden. - eb

PNP Grafenauer Anzeiger vom 28 . November 2012
SAXNDI.
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. . . auf seinem Grabstein steht Frederick Preston. Dieser Name war in England leichter auszusprechen. Aber selbst wenn das in seinem Ausweis stand, nachdem ihm die braunen Schergen Heimat, Existenz und guten Namen genommen, einen großen Teil seiner Familie ermordet oder durch die Tragik der Umstände geraubt hatten, in seiner Orientierung blieb er stets der Spiegelauer Glashüttenbesitzer Fritz Pretzfelder mit Unternehmerdrang und hohem sozialem Engagement. Er hätte Deutschland hassen können. Er hätte es am Boden liegen lassen können. Weggehen, sich nicht mehr umschauen. Er kam zurück und stellte sich lieber der Zukunft als der Vergangenheit. Es gingen über 40 Jahre seit dem Tod Pretzfelders ins Land, bis daran neu erinnert wurde. Gut, dass es jetzt passiert ist, in einer Zeit, in der zwei Generationen nach dem Krieg der beruhigende Friede langsam am Verständnis von historischer Verantwortung schleift und kalte Bilanzzahlen an einem unternehmerischem Selbstverständnis, das Fritz Pretzfelder nicht nur ausgeübt, sondern gelebt hat.
   Hermann Haydn

Das TAZ hat jetzt einen Pretzfelder-Saal - Umbenennung des Multimediaraumes erinnert an Unternehmerpersönlichkeit mit großer Bedeutung für Spiegelau
Spiegelau. Die grundsätzliche Anforderung ist gleich geblieben: Wie kann man sein Unternehmen gestalten, um am Markt erfolgreich zu sein? Innovation war schon die treibende Kraft bei Fritz Pretzfelder, der die Glashütte in Spiegelau zum Aufblühen brachte. Das erhoffen sich die Initiatoren des TAZ Spiegelau auch, dass es Impulsgeber werden möge, für sich und seine forschenden Auftraggeber. Deshalb passte es gut, dass ein Saal in Spiegelaus neuer „Hütte“ jetzt den Namen des Gründers der ehemals produzierenden Glasfabrik am Ort trägt.
„Wer ist eigentlich Kommerzienrat Fritz Pretzfelder?“ Das fragte TAZ-Fördervereinsvorsitzender Karlheinz Roth in seiner Begrüßung. Die Antwort gab Hermann Beiler. Unterstützt mit dokumentarischen Bildern, erzählte er vom Leben des Spiegelauer Vorzeigeunternehmers Fritz Pretzfelder und seiner herausragenden Bedeutung für Spiegelau.
Als junger Mann hatte dieser in einer der modernsten und erfolgreichsten englischen Glasfabriken gelernt und für diese gearbeitet. Mit seinem Können und Wissen leitete er im Auftrag des Nürnberger Multikonzerns Bing den Aufbau der Spiegelauer Glasfabrik nach Jahren des Stillstands. Auch damals ging es bereits darum, eine Glaskrise zu bewältigen, nachdem geschundene Schnupftabakbüchserl und andere klassische Produkte aus der Mode gekommen waren. 1926 kaufte Pretzfelder die Fabrik und gründete die „Kristallglasfabrik Spiegelau GmbH“ („KSS“ - Das zweite „S“ stammt übrigens aus einer Wiederholung des Ortsnamens in der offiziellen Firmierung) und machte sie bald zum führenden Hohlglashersteller in Europa.
An dieser Stelle machte Hermann Beiler deutlich, dass bereits damals ein erfolgreiches Bestehen auf dem immer schwierigen Glasmarkt nur möglich war, wenn man sich mit Wissenschaft und Forschung zusammen tat, so wie es heute mit dem TAZ Spiegelau möglich ist. Der inzwischen zum Kommerzienrat ernannte Fritz Pretzfelder arbeitete deswegen eng mit einem „Vorläufer“ des TAZ, der Chemisch-Technischen Versuchsanstalt an der Glasfachschule Zwiesel unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Ludwig Springer zusammen.
Der Erfolg der Kristallglasfabrik wurde 1938 jäh unterbrochen, als man Kommerzienrat Pretzfelder wie tausende anderer deutsch-jüdischer Unternehmer zuerst ins KZ-Dachau steckte und ihnen dann ihr Eigentum abpresste. Pretzfelder gelang es gerade noch, völlig verarmt mit seiner Frau nach England zu fliehen. Seine Geschwister wurden ermordet.
Trotz dieser schrecklichen Erfahrungen kehrte Kommerzienrat Pretzfelder nach dem Krieg in seine deutsche Heimat zurück und baute die Kristallglasfabrik Spiegelau wieder zu alter Größe auf, nachdem er sie in einem langen zähen Prozess zurückerhalten hatte. Fast 800 Arbeitsplätze bot die „KSS“, über 250 Mitarbeiter konnten in werkseigenen Wohnungen leben und es gab eine eigene Unterstützungskasse für die Belegschaft. Hermann Beiler erinnerte daran, dass Fritz Pretzfelder nicht nur unternehmerisch dachte, sondern auch einen hohen sozialen Anspruch in sein Lebenswerk einflocht. Wie wichtig es ihm war, dieses trotz der Erfahrung des Nationalsozialismus wieder anzupacken und weiter zu führen, zeigte sich auch daran, dass er selbst einen Bruch in der eigenen Familie in Kauf nahm, weil diese ihm vorwarf, in dieses verbrecherische Deutschland zurück zu kehren, um dort als ehemals Verfolgter zum Wiederaufbau beizutragen.
Für seine Verdienste erhielt Kommerzienrat Frederick Preston, wie der inzwischen zum britischen Staatsbürger gewordene Unternehmer jetzt hieß, die Ehrenbürgerschaft seiner Gemeinde und das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Am 31. Oktober 1961 starb der Spiegelauer Vorzeigeunternehmer und wurde auf dem Waldfriedhof in München begraben.
Hermann Beiler war sich sicher: Dass jetzt ein Saal in einem Forschungszentrum seinen Namen trägt, würde ihm, der immer besten Kontakt zur Wissenschaft hielt, gewiss gefallen. Allerdings sei es auch bereits nötig geworden, mit so einer Benennung die Erinnerung nicht nur lebendig zu halten, sondern neu aufzufrischen. Es gab schon längere Zeit Anfragen an die Kommune, etwa eine Straße oder einen Platz nach dem höchst verdienten Bürger zu benennen. Allerdings hätte sich da keine bauliche Gelegenheit ergeben. Nun schließe sich dieser Kreis aber in perfekter Hinsicht mit einem starken sachlichen und zukunftsorientierten Bezug.
Für die Erinnerung steuerte Hermann Beiler zusammen mit Ingolf Strassmann ein Buch bei, das anlässlich der Namensgebung präsentiert wurde. „Der Mann, der die Kristallglasfabrik Spiegelau gründete - Kommerzienrat Fritz Pretzfelder“ lautet der Titel. Es ist nicht nur für historisch Interessierte ein lesenswertes Werk, sondern auch ein Beispiel gebendes Streiflicht darauf, wie persönliches Engagement und Kompetenz den Weg aus Krisen bahnen kann, die heute gleiche Aktualität haben, wenn auch längst nicht die historische und soziale Dramatik der Zeit Pretzfelders.
Der Erlös aus dem Verkauf geht wiederum an den Förderverein des TAZ, der sich indirekt auch für die Zielsetzung Pretzfelders stark macht, Wissenschaft und Forschung zu unterstützen, um wirtschaftlichen Schwung zu erzeugen und Kultur, Kommunikation und Soziales zu fördern. - hb/hpd

PNP Grafenauer Anzeiger vom 20 . November 2012
TAZ Spiegelau bekommt Fritz-Pretzfelder-Saal
Spiegelau. Im TAZ gibt es am Samstag, 24. November, ab 17 Uhr drei Anlässe zum Feiern. Der Konferenz- und Seminarraum wird nach dem Ehrenbürger und Gründer der Kristallfabrik Spiegelau, Fritz Pretzfelder, benannt. Die Raumbenennung erfolgt durch Aufsichtsratsvorsitzenden Landrat Ludwig Lankl. Hermann Beiler und Ingolf Straßmann gewähren in ihrem Buch Einblicke in das Leben und Wirken Pretzfelders. Und der dritte Anlass: Aus 120 gravierten Glasquadern der erfolgreichen Bausteinaktion ist ein Glasobjekt entstanden, das in der Eingangshalle aufgestellt und eingeweiht wird. Der TAZ-Förderverein als Veranstalter bittet um Anmeldung unter koalax@t-online.de oder email@beiler-spiegelau.de - red

PNP Grafenauer Anzeiger vom 27. Oktober 2012                                                     Foto
Glas-FH - drumherum wird’s jetzt schön - Kommune und Städtebauförderung finanzieren das Umfeld des Spiegelauer TAZ mit 517 000 Euro
- Von Hermann Haydn
Spiegelau. Es bedurfte erheblicher Diskussionen, die schließlich aber zum tragbarsten Ergebnis geführt haben. Die Gestaltung des Umfelds der Glas-FH in Spiegelau wird heuer noch begonnen und voraussichtlich im Sommer 2013 fertig gestellt. Gestern hatte die Kommune zum „Spatenstich“ mit Plan eingeladen.
Sehr zufrieden war Bürgermeister Josef Luksch damit, dass trotz später Ausschreibung und allgemein voller Auftragsbücher sogar eine günstigere Vergabe zu erzielen war, als ursprünglich geschätzt. Dennoch bleibt es eine stolze Summe, die jetzt mit 517 000 Euro an die Firma Bachl dafür geht, dass Zufahrt und Umfeld neu angelegt werden. Darin enthalten ist eine Straße in das Gelände hinein - etwas südwestlich der heutigen Einfahrt - , die nicht förderfähig ist, da sie Erschließungsbeiträge auslöst, die dann zum Teil auf das TAZ oder andere künftige Grundstückswerber umgelegt werden müssten. Die weiteren Bereiche um das TAZ herum konnten dagegen insgesamt in das Städtebauförderprogramm aufgenommen werden, das mit 55 Prozent bei den förderfähigen Kosten mitzahlt. Insgesamt hat Spiegelau 350 000 Euro in den Haushalt für das TAZ-Umfeld eingestellt. Noch nicht in die Summe von 317 000 Euro eingerechnet sind Pflanzungen, Lampen oder auch Architektenhonorare, so Bürgermeister Josef Luksch.
Die Baumaßnahme beginnt jetzt damit, die Zufahrt zu ermöglichen, damit um das TAZ herum öffentliche und auch multifunktionale Flächen entstehen können. Eigens wurde noch an der Nordwestseite eine Treppe zur Bahnhofsstraße eingeplant, damit auch dort der öffentliche Charakter für die Städtebauförderung erfüllt ist.
Für heuer ist neben der Zufahrt auch die Böschungssicherung an der Nordseite zur Umsetzung geplant. Dort hat sich eine deutliche Kostenminderung daraus ergeben, dass statt Stützmauern eine Erdbewehrung mit überlappenden Geogittern als ausreichend betrachtet wurde. Dabei werden eine Art Matten als seitliche Laschen immer wieder am Böschungsrand über aufgetragenes Erdreich geschlagen. So kann schließlich eine steile Struktur entstehen, ohne dass sie seitlich ausgeschwemmt wird. Dabei erreicht die Tragfähigkeit die geforderte Norm, falls bei einem Brand tatsächlich die Feuerwehr einmal an der Gebäuderückseite anrücken muss.
Sobald der Frost im Frühjahr aus dem Gelände weicht, geht es um die optische Perfektion des Ost- und Südbereichs vor dem TAZ, wo soziale Begegnungsräume entstehen sollen, ohne funktionale Aspekte zu behindern. Dann wird auch an der Westseite die vieldiskutierte Rampe zum Nordtor aufgeschüttet und befestigt werden.

PNP Grafenauer Anzeiger vom 1. Oktober 2012
Ein Saal für den Glas-Papst - Glas-FH ehrt Fritz Pretzfelder
Spiegelau. Ein Jahr nach dem 50. Todestag des Spiegelauer Ehrenbürgers Fritz Pretzfelder wird dem Gründer der Kristallglasfabrik Spiegelau eine besondere Ehrung zu Teil. Der Konferenzsaal im Erdgeschoß des TAZ wird nach einem der wichtigsten Spiegelauer Unternehmer benannt. Er hatte die KSS aus dem Nichts zum größten Hohlglashersteller Europas gemacht. Wohl aufgrund der wechselvollen Geschichte der KSS nach seinem Tod, wäre er beinahe in Vergessenheit geraten.
Jetzt hat der TAZ-Förderverein (Verein der Freunde und Förderer des Technologiecampus Spiegelau der Hochschule für angewandte Wissenschaften Deggendorf e.V.) an den Aufsichtsrat der Betreibergesellschaft ganz offiziell den Antrag gestellt, den Konferenzraum nach dem „Glaspapst“ Fritz Pretzfelder zu benennen. Der Unternehmer würde sich über diese Ehrung sicher freuen, arbeitete er doch selbst immer gut mit Forschungseinrichtungen zusammen.
Karlheinz Roth überreichte als Vorstand des Fördervereins Landrat Ludwig Lankl als Aufsichtsratsvorsitzendem der Betreibergesellschaft den Antrag. Da dieser von allen Seiten unterstützt wird und auch die Hochschule Deggendorf Zustimmung signalisiert hat, dürfte einer Benennung nichts entgegen stehen.
Die Feier ist für Ende November geplant. Dabei soll auch ein Buch über den Gründer der Kristallglasfabrik vorgestellt werden, das zugunsten des Fördervereins verkauft wird. Der Förderverein hat u.a. die Aufgabe übernommen, wissenschaftliche Veranstaltungen, wie Treffen und Seminare zu unterstützen, Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung durchzuführen und bedürftigen Studenten Hilfe zu gewähren. Die Satzung sowie die neuen Förderrichtlinien lassen sich auf der Homepage des Vereins www.fv-taz.de abrufen. - hb

PNP Grafenauer Anzeiger vom 28. September 2012
Oberstufen-Koordinatoren informieren sich im TAZ Spiegelau
TAZ ist wichtiger Bestandteil für Entwicklung in FRG
FRG. Die Hochschulen in der Region sind ein wichtiger Ansprechpartner für die Gymnasien. Aus diesem Grund stand beim zweiten Treffen der Oberstufen-Koordinatoren der drei Landkreis-Gymnasien die Besichtigung des Technologieanwenderzentrums (TAZ) Spiegelau auf dem Programm. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Regionalmanagement Freyung-Grafenau.
Zunächst erläuterte Michael Fuchs, Leiter des TAZ, die Organisationsstruktur und die Einbindung Spiegelaus in die Hochschullandschaft Ostbayerns. Das TAZ Spiegelau ist neben dem Technologie Campus Freyung und dem Logistikzentrum in Grafenau die dritte Hochschuleinrichtung im Landkreis. Des Weiteren erklärte Fuchs, dass sich die Forschungsschwerpunkte in zwei Bereiche aufteilen lassen: Zum einen beschäftigt man sich mit dem Präzisionsblankpressen von optischen Substraten und zum anderen mit dem Glasschmelzen und dem Verarbeiten von Glas.
Nach einem kurzen Rundgang in den Räumlichkeiten des TAZ Spiegelau war man sich einig, dass diese Einrichtung ein wichtiger Bestandteil für die Entwicklung des Landkreises zu einer Technologieregion ist.
Im Anschluss daran sprach Regionalmanager Sebastian Gruber verschiedene Themen im Zusammenhang mit dem Schwerpunkt „Bildung und Wirtschaft“ an. Dabei verwies er auf die Ausbildungs- und Arbeitsbörse am 13. Oktober im Freyunger Kurhaus. Dort besteht die Möglichkeit, sich bei über 40 Ausstellern aus der Region über die beruflichen Perspektiven zu informieren. Gerade auch Absolventen der Gymnasien sollen diese Veranstaltung nutzen, um sich über die Potenziale in der Region im hochqualifizierten Bereich zu informieren. Außerdem ging Gruber auf die Themen „mail back“, „woid-njus“ und „woid-card“ ein und bedankte sich in diesem Zusammenhang für die Unterstützung von Seiten der Gymnasien.
Die Oberstufenkoordinatoren tauschten sich sehr rege über die einzelnen Veranstaltungen im Rahmen des BuS-Seminars (Berufs- und Studienorientierung) aus. Dabei war man sich einig, dass man hier in Zukunft noch viel besser miteinander kooperieren kann. Aus diesem Grund wurde für Anfang des Jahres 2013 ein weiteres Treffen vereinbart, bei dem verschiedene Schwerpunkte festgelegt werden. - pnp

PNP Grafenauer Anzeiger vom 25. Juni 2012
Der exklusive Einblick in die Glas-FH verheißt gute Aussichten
Der Leiter des TAZ-Spiegelau Michael Fuchs erstattet dem Gemeinderat umfassenden Bericht - Kooperation mit dem Fraunhofer Institut
/ Von Ursula Langesee
Spiegelau. Was sich zwischen den Mauern des Technologieanwenderzentrums (TAZ) tut, das schilderte dessen Leiter Michael Fuchs dem Gemeinderat. Denn diese Arbeit ist in der Öffentlichkeit nicht mehr so offensichtlich, wie es zum Beispiel früher Großaufträge in der Kristallglasfabrik waren und interessieren dafür umso mehr.
Gemeinderat Kurt Hobelsberger hatte diese Einladung angeregt, um Einblicke in die Tätigkeiten und Entwicklungen dieser Forschungsstätte für Heißglastechnologie zu bekommen, die unter einem Dach mit der Glastechnologie-Firma Füller zusammenarbeitet und mit wissenschaftlicher Unterstützung durch die Uni Bayreuth. Künftig soll Fuchs regelmäßig zum Rapport geladen werden.
„Die Auftragslage ist gut. Bis Ende 2013 sind wir mit Sicherheit damit ausgestattet und ich rechne damit, dass es auch bis 2016 gut weiterläuft“, schilderte Fuchs die derzeitige Situation.Neben dem Auftrag für die Präzisionsblankpressanlage, der Ende diesen Jahres abgewickelt sein müsse, gäbe es einen Forschungs- und Entwicklungsauftrag einer Firma aus Traunreut, die weltweit 8000 Mitarbeiter beschäftige und als Stiftung betrieben werde. „Die haben Geld ohne Ende“,nannte Fuchs einen wichtigen Faktor gerade bei der Erprobung neuer Technologien. Der Auftrag geht über asymmetrische Linsen, so genannte „Prismen-Spiegellinsen“ und sei, so der TAZ-Leiter, „schon die hohe Schule“ in der Optik. Eine Firma in Regen habe das TAZ beauftragt, ein neues, kleines Schmelzaggregat zu entwickeln. „Das ist eine interessante Aufgabe auch für uns, einen neuen Mikromelter kennen zu lernen, denn damit lässt sich die Grundlagenforschung der Glasentwicklung betreiben “, so Fuchs. Zwischen 200 000 und 400 000 Euro koste so ein Gerät.
Unterstützung sollen die Spiegelauer Forscher dabei vom Fraunhofer-Institut in Würzburg bekommen. „Die können Geld loseisen“, sagte Fuchs. Demnächst ist ein Kooperationsgespräch an der HDU in Deggendorf. Es soll den Weg ebnen für eine Partnerschaft mit dem Institut. Die Zusammenarbeit soll sich nicht nur auf den Minimelter beschränken, sondern auch in Richtung Bauindustrie ausgeweitet werden.
Ein weiteres Projekt ist mit der Fa. Hirschmann vorgesehen. Der auf der Schwäbischen Alb ansässige Betrieb soll mit seiner automatischen Palettierung dem TAZ dabei helfen, die Zyklen an der Präzisionsblankpresse kürzer und damit wirtschaftlicher zu gestalten.
Mit der Fa. IMM Photonics ist, so Fuchs, eine „hochinteressante Zusammenarbeit“ bei der Ausstattung von Nachtsichtgeräte und Head-up-Displays vorgesehen.
Zur weiteren Ausstattung der Labore im TAZ wurde bei der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) eine Koordinatenmessmaschine beantragt. Wird sie genehmigt, könnte das Gerät im Februar/März nächsten Jahres geliefert werden.
„Das ist in der Kürze der Zeit eine beeindruckende Geschichte“, kommentierte Bürgermeister Josef Luksch die Ausführungen des TAZ-Leiters und fragte ihn, ob sich er und das TAZ-Team von der Gemeinde Spiegelau aufgenommen fühle. „Wir werden besucht von vielen politischen Gruppierungen und konnten die Finissage zur Via Artis SpiRi in diesem Jahr bei uns abhalten. Das Interesse beim ‘Tag der offenen Tür‘ war enorm und das, obwohl wir mit Glas ganz was anderes machen, als es die Leute hier gewöhnt sind“, beantwortete Fuchs die Frage zur Integration.
Zur Zeit arbeite er mit ca. 15 Mitarbeitern. „Und die sind sehr motiviert. Wenn woanders längst Feierabend ist, sieht man im TAZ noch Licht brennen“, ist Gemeinderat Karlheinz Roth aufgefallen. Fuchs konnte dies bestätigen: „Du hast als Chef ein großes Glück, wenn du deine Mannschaft nicht antreiben musst. Und das ist hier der Fall. Die ziehen richtig mit. Dabei bedeutet Forschung die ständige Konfrontation mit vielen Unbekannten, eine unheimliche Denkleistung und eine oft große Anspannung.“
„Wie finanziert Ihr Euch?“, wollte Gemeinderat Erhard Wawrzek wissen. „Je zur Hälfte durch Aufträge von Firmen und Industriepartnern, bei Förderprojekten über die Deutsche Forschungsstiftung und über eine Anschubfinanzierung mit ca. 400 000 Euro pro Jahr, die fünf Jahre vom Wissenschaftsministerium Bayern bezahlt wird. Und dann müssen wir uns selbst tragen“, so Fuchs. Dann seien Projekte wichtig, die Geld in die Kasse bringen. So ein Projekt wäre z.B. die Entwicklung von speziellen Innen-und Außenwänden aus Glas, mit denen sich die Luftfeuchtigkeit gut regulieren lasse.
Als Voraussetzungen für eine gelungene Firmenakquise nannte Fuchs, dass das TAZ attraktiv, erfolgreich, bekannt sein müsse und ein anständiges Baugebiet notwendig sei. Bekanntheit erreiche man u.a. durch Workshops. So werden demnächst zum Beispiel Vertreter der weltbekannten Glasfirma Swarowski eingeladen. In diesem Zusammenhang interessierte Hobelsberger, ob das TAZ bei der Glastec, der weltweit größten Glasmesse von 23. bis 26. Oktober in Düsseldorf vertreten sei. „Ich selbst bin dort, die Fa. Füller ohnehin, aber vielleicht machen wir auch einen eigenen TAZ-Stand. Das ist eine gute Idee“, nahm Fuchs eine Anregung aus dem Gemeindegremium mit nach Hause.

PNP Grafenauer Anzeiger vom 20. Juni 2012
Geo-Gitter statt Stützmauer
Planer Heintz: Nur Erdbewehrung an Ostseite des TAZ nötig - Gesamtpaket Außenanlage auf den Weg gebracht /
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Nun hat der Gemeinderat das Gesamtpaket „Außenanlage TAZ“ endlich auf den Weg gebracht. Mehrheitlich wurde dem überarbeiteten Entwurf von Landschaftsplaner Michael Heintz zugestimmt und die Verwaltung beauftragt, schnellstmöglich die Bewilligungsanträge zu stellen. Gemeinderat Erhard Wawrzek weigerte sich abzustimmen, weil er keine Unterlagen erhalten hatte.
Heintz hatte dem Gremium zuvor die drei Hauptpunkte Feuerwehrsituation an der Ostseite des Gebäudes, die Anlieferung an der Schmelzhalle und die Straßensituation in Abstimmung mit dem Staatlichen Bauamt geschildert.
Die Zufahrt für die Feuerwehr und den Servicewagen der TAZ wird auf einem 3,50 Meter breiten Weg geführt, der mit Schotterrasen oder Rasengittersteinen befestigt wird, dann sind noch 50 cm Bankett vorgesehen und eine Leitplanke zur Absicherung am zur Bahnhofstraße hin abfallenden Gelände.
Auf die lang und breit diskutierte Stützmauer kann verzichtet werden. Wo die Böschung stabilisiert werden muss - das ist hauptsächlich an der Stirnseite der Schmelzhalle - werden Erdbewehrungen, so genannte „Geo-Gitter“ eingesetzt.
Auch der Anlieferungsweg der Lastzüge wurde geändert. Bisher war von der Anfahrt über die Stirnseite der Schmelzhalle ausgegangen worden. Das hätte an dieser sensiblen Stelle mit der Böschung auf jeden Fall eine Wendemöglichkeit vorausgesetzt und einen so stabilen Untergrund, der auch einen 40-Tonner trägt. Jetzt halten die Lastzüge parallel zur Schmelzhalle an der Westseite. Die Ware wird mit dem Gabelstapler in die Halle transportiert. Die Schwierigkeit bei dieser Anfahrt ist ist die Schräge von sieben Prozent, bedingt durch den Höhenunterschied von mehr als zwei Metern. „Doch nach den Aussagen von TAZ-Leiter Michael Fuchs und den Lieferfirmen kommen diese mit der Situation klar“, sagte Heintz. Bei Eisglätte halten die Lastzüge im Süden der Halle.
Der Weg für Fußgänger wird von der Hauptstraße über die Bahnhofstraße direkt auf den TAZ-Eingang geführt. Dort wird statt der ursprünglich mal angedachten ansteigenden Sitzreihen in Form eines Amphitheaters eine grüne Böschung aufgeschichtet mit nur mehr einer Sitzreihe zum Abschluss.
Auf 976 000 Euro brutto inklusive der Nebenkosten kommen jetzt diese Maßnahmen und sind damit 219 500 Euro günstiger als die bisherigen Vorschläge. Davon sind 879 000 Euro förderfähige Kosten (Förderung 55%). Der Eigenanteil der Gemeinde liegt bei 346 000 Euro. Das störte 3. Bürgermeister Hans Damböck: „Der Anteil der Gemeinde bleibt immer gleich, obwohl die Baukosten sinken. “ Das liege im Wesentlichen an einem Teil der Erschließungsstraße, die nicht förderfähig sei, erklärte Bürgermeister Josef Luksch. Er schlug vor, dass die 55 000 Euro, die beim Bau der TAZ-Gebäude für die Höhenanpassungen (Planie) eingestellt worden sind, für die Außenanlagen zu verwenden.
Über die lange Verzögerung bei dieser Baumaßnahme, die ja noch heuer abgeschlossen werden soll, ärgerte sich Gemeinderat Karlheinz Roth. „Wir brauchen zwei Monate, bis wir so was Wichtiges auf die Tagesordnung bringen. Und dann auch erst, nachdem die CSU-Fraktion beantragt hatte, endlich einen Beschluss zu fassen.“
Kopfzerbrechen bereiten einigen Gemeinderäten die sieben Prozent Gefälle bei der Anlieferung. „Das ist lebensgefährlich, da quer zum Lkw abzuladen“, sagte Erhard Wawrzek. Deshalb wurde in den Beschluss mit aufgenommen, noch abzuklären, ob bei dieser Geländesituation die Anlieferung möglich ist.
Damböck findet die Situation für die Fußgänger beim geplanten Übergang über die Bahnhofstraße gefährlich. Denn dies sei eine sehr unübersichtliche Stelle. Man sollte den Weg über die Staatsstraße führen. „Da wäre der Übergang aber drei Mal so breit wie unten. Das hatte die Verkehrsschau ergeben. In der Abwägung aller Möglichkeiten ist die wohl die Beste“, erklärte Heintz.

PNP Grafenauer Anzeiger vom 19. Mai 2012                                           Foto
Das TAZ Spiegelau öffnete seine Türen
Über 50 Interessierte nutzten die Chance, die Forschungseinrichtung aus der Nähe zu betrachten
Spiegelau. Nach den zahlreichen offiziellen Veranstaltungen hatten nunmehr auch die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, das Technologieanwenderzentrum (TAZ) Spiegelau zu besuchen. Über 50 Spiegelauerinnen und Spiegelauer waren der Einladung des TAZ-Fördervereins gefolgt und konnten sich bei Vorträgen und einem Rundgang ein eigenes Bild von der neuen Forschungseinrichtung machen.
Zunächst erläuterte der Leiter Michael Fuchs die Organisationsstruktur und die daraus folgende Einbindung Spiegelaus in die Hochschullandschaft in Ostbayern. Spiegelau ist einer von sechs Standorten der Hochschule Deggendorf, die auch noch in Cham, Teisnach, Freyung, Mariakirchen und bald wohl auch in Grafenau Technologiecampi unterhält. Dass man in Spiegelau von „Anwenderzentrum“ spricht, erklärt sich aus der Industrienähe der Forschung im TAZ. Für die „heiße Glastechnologie“ sind zuständig: Prof. Dr. Monika Willert-Porada, Prof. Dr. Rolf Rascher und Dipl. Ing. (FH) Michael Fuchs.
Gemeinderat und Fördervereinsvorsitzender Karlheinz Roth betonte die Wichtigkeit der Ansiedlung dieses Projekts für Spiegelau. „Durch das TAZ Spiegelau fließen in den nächsten Jahren insgesamt ca. 12 Millionen Euro an Forschungsgeldern und Fremdmitteln in die Gemeinde.“ Das Entwicklungspotenzial für die Gemeinde, das sich selbstverständlich nicht nur in Geld darstellen lasse, sei daneben nicht hoch genug einzuschätzen. Nunmehr gelte es, aus der großen Chance auch etwas zu machen und gemeinsam dafür Sorge zu tragen, dass das TAZ Spiegelau auch die gewünschten Effekte erzielen könne. „Die Arbeit hört mit der Fertigstellung des Gebäudes nicht auf, sondern fängt gerade erst an“, so Roth weiter. Bei der Vorstellung und auch der Führung wurde für alle sehr schnell deutlich, dass es sich beim TAZ nicht um eine herkömmliche Glashütte handelt. Hier geht es um Forschung und Entwicklung ganz spezifischer Glastechnologien, hauptsächlich für optische und technische (z.B. medizintechnische) Zwecke. Als Beispiel wurde die Herstellung von hochpräzisen Glaslinsen vorgestellt, die bereits bei sehr niedrigen Temperaturen verformt werden können. Dabei geht es insbesondere um die Beschaffenheit und Verarbeitungsfähigkeit unterschiedlicher Glassorten und deren Verarbeitungstechnologie. Eine besondere Rolle spielen dabei die modernen messtechnischen Möglichkeiten, die bis in den Nano-Bereich gehen. Eine Forschungswanne ist bereits in Betrieb, zwei weitere kommen noch dazu. Außer Forschung und Entwicklung soll auch Fort- und Weiterbildung in Form von Seminaren stattfinden. Auch an Studienplätze ist mittelfristig gedacht.
Bisher sind im TAZ sechs Mitarbeiter in Vollzeit, zwei Mitarbeiter in Teilzeit und zwei Praktikanten tätig. Fünf Arbeitsplätze entstanden durch das TAZ allein bei der Firma Füller, die ein enger Kooperationspartner ist. Weitere Firmen sollen - ähnlich wie in Teisnach - noch als Partner gewonnen werden. Dabei hofft man natürlich auch auf direkte Ansiedlungen. Was die Forschung angeht, ist das TAZ bereits jetzt in Deutschland und auch international bestens vernetzt.
Nach der Veranstaltung war allen Teilnehmern klar, dass die Gemeinde Spiegelau nach dem Zusammenbruch der Kelchglasindustrie mit dem Technologieanwenderzentrum mittel- und langfristig eine neue Chance für eine positive Entwicklung erhalten hat, die das Thema Glas in Spiegelau weiterleben lässt. - hb

 

PNP Grafenauer Anzeiger vom 26. April 2012
Zweite Via Artis SpiRi war ein Riesenerfolg - Alle 23 Veranstaltungen waren sehr gut besucht - Finissage mit „Tabak und Glas“ im TAZ / Von Martina Höf-Keim
Spiegelau. Mit der Ausstellung „Tabak und Glas“ endete die zweite Kunst- und Kulturreihe Via Artis SpiRi der Gemeinden Spiegelau und St. Oswald-Riedlhütte im TAZ in Spiegelau.
Zur Finissage begrüßte Nachbarbürgermeister Helmut Vogl zahlreiche Ehrengäste und Kunstfreunde. Gemeinsam mit seinem Amtskollegen aus Spiegelau, Josef Luksch, ehrte er alle Beteiligten, die geholfen haben, die 23 Ausstellungen, Konzerte, Wanderungen und anderen Veranstaltungen der Via Artis SpiRi zu einem Riesenerfolg werden zu lassen.
Das große Interesse und die Resonanz sind ein Ansporn für das nächste Mal im Jahr 2014 und freuen alle, die mit so viel Elan und Engagement geholfen haben. Als kleine Erinnerung erhielten über 60 Künstler, Organisatoren, Sammler und Helfer einen Glaswürfel mit Gravur.
Die Kunst verändert den Blick auf den Alltag und erspürt Tendenzen, wohin die Zeit uns führt. So betonte Vogl in seiner Rede, dass die Via Artis SpiRi die Qualität der Region mit dem Thema Glas in Verknüpfung mit Kunst, Kultur, Gastronomie und Aktivitäten hervorheben soll. Die Konzentration aller Veranstaltungen auf das Thema Glas ist auch ein Kriterium, das im Anforderungskatalog des Glasstraßenpreises steht. Vogl hat daher eine Bewerbung um diesen Preis in die Wege geleitet, und die Via Artis SpiRi hat gute Aussichten, diesen Glasstraßenpreis auch zu erhalten.
Aber wichtiger noch als ein Preis, war der große Zuspruch bei allen 23 Veranstaltungen. Die letzte Ausstellung mit dem Titel „Tabak und Glas“, die noch bis 29. Mai besichtigt werden kann, lockte noch einmal so viele Besucher ins Technologiezentrum, dass gar nicht alle einen Sitzplatz bekamen. Gebannt lauschten sie dem Laudator Heiner Schaefer, der über die Geschichte von Glas und Tabak in Spiegelau und Riedlhütte referierte.
Schon in der Mitte des 18. Jahrhunderts wurden in Klingenbrunn und in der Flanitzhütte medizinische Fläschchen gefertigt. Nach dem Bankrott des Glasfabrikanten Hellmeier wurde die Witwe eines Maurers mit allerlei Glas, darunter auch ein Fass mit Schnupftabakgläschen, abgefunden. Auch der spätere Besitzer der Klingenbrunner Hütte, der Bierbrauer Stangl, fertigte dort 1839 Apothekergefäße und Brasiltabaksgläser. Die enormen Mengen der Massenproduktion sieht man aus den Preislisten von 1900. Angeblich wurden die Gläschen sogar mit Heugabeln verladen, um mit den Massen schneller fertig zu werden.
Der Bogen von Spiegelau nach Landshut zur Schnupftabakfabrik Pöschl spannt sich auch durch erhaltene Preislisten aus der Zeit. Der Laudator hat über dieses Thema ein Buch mit dem Seniorchef der Firma Pöschl geschrieben, der sich mit seinen 92 Jahren trotz Tabakschnupfens bester Gesundheit erfreut. Oder gerade wegen des Schnupfens? Soweit wollte sein Sohn Dr. Ernst Pöschl nicht gehen, aber er betonte in seiner Ansprache, die Schwierigkeiten, mit denen die Tabakindustrie heute in Sachen Werbung und Image zu kämpfen habe. Mit einem Zitat von Moliere eröffnete er seine Geschichte des Tabaks. Zu Zeiten des Dichters teilte man schon gern einmal eine Prise Schnupftabak, der dazu in immer schönere Gefäße gefüllt wurde.
Das Kulturgut Tabak erfahre heutzutage andere Realitäten. Ähnlich wie in der hiesigen Glasindustrie sei auch in Landshut von den ehemals fast 20 Tabakfabriken keine mehr übrig, außer der 1902 gegründeten Firma Pöschl. Somit sei die Verbindung von Tabak und Glas auch in dieser Hinsicht eine Interessengemeinschaft. Aus der Verbundenheit mit der Glasindustrie verleihe die Firma Pöschl jedes Jahr den Gletscherprise- Glaspreis.

PNP Grafenauer Anzeiger vom 3. März 2012                                       Foto
Die Glas-FH sucht das schönste Bixl
„Tabak und Glas“ im TAZ in Spiegelau im Rahmen der Kunstveranstaltung Via Artis SpiRi
Von Martina Höf-Keim
Spiegelau/Riedlhütte. Auch dieses Jahr steht bei der Veranstaltung Via Artis SpiRi die Kunst und Kultur in und um Spiegelau und Riedlhütte wieder im Mittelpunkt. Vom 4. bis 22. April 2012 gibt es wieder mehr als 20 hochkarätige Veranstaltungen, Ausstellungen, Workshops, offene Ateliers und vieles andere Interessante wird geboten werden.
Ein Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltungen ist natürlich das neu eröffnete Technologie Anwender Zentrum der Fachhochschule Deggendorf - die Glas-FH. Schon seit der Eröffnung möchte der Leiter des TAZ, Michael Fuchs, die Bevölkerung dazu einladen, jederzeit die öffentlichen Bereiche des TAZ zu besuchen. Daher gibt es auch neben den Dauerausstellungen immer wieder Veranstaltungen in den Räumlichkeiten des Zentrums. Im Rahmen der Kunstausstellung Via Artis SpiRi findet dieses Jahr die Sonderausstellung „Tabak und Glas“ statt. Bei der Finisage am 22. April präsentieren über 25 Bayerwald-Glaskünstler „Gläserne Kostbarkeiten“ und einheimische Sammler zeigen ihr „schönstes Bixl“. Die Ausstellung ist dann noch bis zum 19. Mai im TAZ zu sehen.
Einen Grundstein für die Vitrinen legten die Glaskünstler der Gruppe „Gläserner Winkel“, Michael Schreiner und Rudolf Weber aus Frauenau und die Sammler Hans Weißhäupl, Josef Weny und Michael Schreiner und Alfred Resch aus Riedlhütte und Spiegelau. Wunderschöne kleine Kunstobjekte brachten sie Michael Fuchs mit ins TAZ. Fast zu schade zum Benutzen sind diese kleinen Kostbarkeiten, von denen mancher Sammler mehr als 600 Stück zusammengetragen hat.
Der Künstler Michael Schreiner erklärte die Bedeutung dieser Miniaturen in früheren Zeiten. Gleichsam ein Beweis für das Können eines Glasmachers oder eines Schleifers waren die „Bixl“. Denn, wer diese Kleinode schaffen konnte, für den waren auch größere Arbeiten kein Problem. In vielen Ausstellungen kann man daher auch „Bixl“ bewundern, unter anderem beim Marktführer, der Firma Pöschl in Landshut. Heutzutage widmen sich viele freie Künstler im Bayerischen Wald der Herstellung der kleinen Fläschchen, die damit zu einem Kulturgut geworden sind. In Zwiesel wird schon seit 10 Jahren jedes Jahr ein „Bixl“ in der Galerie der Künstlergruppe „Gläserner Winkel“ bei der Firma Schott gekürt. Das TAZ möchte dazu beitragen die „Bixl“ einer breiten Öffentlichkeit in und um Spiegelau zu zeigen. Die Prämierung des schönsten Stückes und viel interessantes Hintergrundwissen rund um „Tabak und Glas“ findet daher währen der Via Artis Veranstaltungen im TAZ statt.
Die Einreichung von ein oder zwei gläsernen Schnupftabaks „Bixln“ von Sammlern und Liebhabern läuft noch und ist noch bis zum 31. März in den beiden Touristinfos in Spiegelau und Riedlhütte möglich. Theresa Resch von der Touristinfo Spiegelau und Martin Biebl von der Touristinfo Riedlhütte hoffen, dass noch möglichst viele Bixl von Sammlern und Liebhabern abgegeben und für die Vitrinen im TAZ zur Verfügung gestellt werden! Dem Gewinner winkt ein attraktiver Preis, wie Theresa Resch verriet.

Eigener Studiengang für Glas-FH?
Landtagsabgeordneter Zellmeier zu Gast bei der CSU Spiegelau
Spiegelau. Beim politischen Frühschoppen der CSU Spiegelau stand neben aktuellen Entwicklungen in der Gemeindepolitik auch die Landespolitik im Fokus. Ortsvorsitzender Karlheinz Roth konnte hierzu den Landtagsabgeordneten des Stimmkreises Straubing-Bogen, Josef Zellmeier in der Runde willkommen heißen.
Zellmeier berichtete eingangs über seinen persönlichen Werdegang vom politikinteressierten Jugendlichen zum Abgeordneten des Bayerischen Landtages. Für Zellmeier ist aber bei all dem politischen Engagement auch eines klar geworden, dass man auch aus Niederlagen lernen könne und sollte. Als besonders wertvoll betrachtete er dabei seine langjährige Erfahrung als Kommunalpolitiker.
In seinem politischen Bericht ging Zellmeier zunächst auf die auf die anstehenden Änderungen im kommunalen Wahlrecht ein. So verbleibe es bei der Altersgrenze von 65 Jahren für kommunale Wahlbeamte, auch die Verdoppelung der Gemeinderatskandidaten in Kommunen mit weniger als 3000 Einwohnern sei vom Tisch. Zudem genüge künftig der Zweitwohnsitz für die Ausübung des passiven Wahlrechts. Daneben ging Zellmeier auch auf die Besoldungsanpassungen und die Anhebung der Zuverdienstgrenze für kommunale Wahlbeamte ein.
Als besonderen Erfolg bezeichnete Zellmeier, dass im aktuellen Doppelhaushalt 1000 zusätzliche Stellen für Polizeibeamte geschaffen werden konnten. Zellmeier unterstrich dabei die Forderung der Niederbayern-CSU, hiervon mindestens 250 Stellen in Niederbayern zu schaffen. Abschließend dankte Zellmeier den anwesenden Vertretern der Jungen Union um den JU-Ortsvorsitzenden Florian Klante für deren großes Engagement im Jugendbereich. Durch die interaktive Gestaltung seines Vortrages, kam es im Anschluss an Zellmeiers Ausführungen zu einem regen Austausch zwischen den Ortsverbandsmitgliedern und dem Landtagsabgeordneten. Einen umfassenden kommunalpolitischen Bericht stellte Ortsvorsitzender Karlheinz Roth vor. Zudem gratulierte er Thomas Robl zu seiner Berufung in den Stiftungsrat der Dr. Ludwig und Johanna Stockbauer-Stiftung. Bei Gemeinderat und Wirtschaftsreferenten Kurt Hobelsberger bedankte sich Roth für dessen großes Engagement zur Realisierung der Gemeinsamen Schlauchpflege der drei Gemeindefeuerwehren.
Für die weitere Entwicklung des TAZ Spiegelau sei es zudem weiterhin oberstes Ziel der CSU- Fraktion im Gemeinderat, sich für einen eigenen dualen Studiengang am Technologieanwenderzentrum in Spiegelau einzusetzen. Erste Vorgespräche hierzu seien bereits geführt worden. Zudem müsse in den nächsten Monaten ein besonderer Schwerpunkt auf den Bereich der Firmen-Akquise gelegt werden. - khr

PNP Grafenauer Anzeiger vom 3. März 2012                                       Foto 1         Foto 2
In der „Champions League“ der Glasindustrie
Wissenschaftsminister Heubisch weiht das „TAZ-Glas“ in Spiegelau ein und betont dessen Bedeutung für die Region
/ Von Ursula Langesee
Spiegelau. Mit dem Technologie-Anwenderzentrum für Glas (TAZ) ist Spiegelau nach dem Untergang der traditionellen Glasproduktion wieder in die „Champions League der
Glasindustrie“ aufgestiegen. Darüber freuten sich gestern bei der Einweihungsfeier für das 5,54-Millionen-Projekt mit Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch und über 120 Gästen Architekt Klaus Bauer und Projektmanager Thomas Häringer.
In einer Rekordzeit von elf Monaten war der Bau des im Volksmund als „Glas-FH“ bezeichneten Gebäudes auf dem Gelände des früheren Staatlichen Sägewerks hochgezogen worden - mit einem Trakt für die Verwaltung, vier Laboren und der Schmelzhalle. In Zusammenarbeit mit der Hochschule Deggendorf und der Uni Bayreuth wird im TAZ zu den Themen Glas- und Blankpresstechnologie und Prozessentwicklung geforscht.
„Ziel ist es, durch die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft diese Forschungsergebnisse schnell marktfähig zu machen und über die Ansiedlung innovativer Unternehmen Arbeitsplätze für eine vitale Region zu schaffen und zu erhalten. Das ist unsere Antwort auf die Herausforderungen des demographischen Wandels“, betonte Minister Heubisch. In drei Jahren das vierte Anwenderzentrum nach Cham, Freyung und Teisnach eröffnen zu können - diese Erfolgsgeschichte sei eng mit der Hochschule Deggendorf verbunden. Dafür dankte Heubisch Prof. Dr. Reinhard Höpfl und Vizepräsident Prof. Dr. Peter Sperber. Dieser bezeichnete Spiegelau als sein „schwierigstes TAZ“, aber als „Traum in der Zusammenarbeit“. Jetzt wünscht er sich, dass es hier boomt und das TAZ Spiegelau deutschlandweite Aufmerksamkeit erregt. Deutschlandweit Aufmerksamkeit in Zusammenhang mit Glas erregt hatte Spiegelau schon im Jahr 2008. Damals schloss der österreichische Glasbaron Riedl endgültig die KSS-Glasfabrik. Eine hundertjährige Glastradition ging somit zu Ende.

PNP Grafenauer Anzeiger vom 2. März 2012                                                 Foto
Das TAZ Spiegelau wird feierlich eröffnet
Eine ganz heiße Sache für die Zukunft: Damit Glas wieder Zukunft hat.
So werden im Labortrakt bereits jetzt aus kleinen Glaskügelchen in einer gefrästen Form Linsen gepresst, ohne dass die bis zum Schmelzen erhitzt werden müssten.
Dipl.-Ing. (FH) Alois Kasberger erklärt es: Es wird vielmehr nur bis zu einem Punkt erwärmt, wo das Material wie Knetgummi wird. Es lässt sich formen, ohne zu fließen. Das kann viele Vorteile haben. Weniger Energieverbrauch oder auch technische Vereinfachungen im Produktionsablauf. Und damit ist man dann bei den weiteren Punkten des TAZ beispielhaft angelangt.
Eine Firma hat eine Idee, aber selbst nicht die Möglichkeit der Forschung. Geht das, wie lässt sich die Produktion umsetzen? Die Antwort gibt das TAZ-Team entweder an exklusive Auftraggeber oder bei Förderprogrammen auch mit breiterer Veröffentlichung. Hat etwa ein künftiger Existenzgründer die Idee, aber keine Firma, dann kann er auch mit Betreuung von Standortfragen über Marketing bis zu Finanzfragen rechnen. Gerne auch im TAZ-Umfeld, wo Wege kurz und das innovative Image gut sein sollen. Dabei bleibt eine Verbindung zum traditionellen Glas auch erhalten. In einer energieintensiven Sparte kann auch in Einsparpotenzialen, Prozessoptimierung und Ablaufsicherheit der entscheidende Zukunftsfaktor gefunden werden, um weiter konkurrenzfähig zu bleiben. An vorderster Stelle steht aber der Qualitätsaspekt. Die optische Industrie könnte hier bei Linsen, Brillen oder Lasertechnik bis hin zur mikroinvasiven Medizintechnik in Spiegelau anklopfen, hofft Michael Fuchs. Die ersten Kontakte sind geknüpft. Man trifft sich auf Messen und das TAZ selbst bietet auch durch seine Räume Möglichkeiten für Seminare, Präsentationen oder Gedankenaustausch. 2300 Quadratmeter sind es insgesamt. Modern die Verwaltung, bestens ausgestattet die Seminartechnik. Die Labors sind gegen äußere Einflüsse per Klimatechnik, Filter, gegen Erschütterung und per Staubschleuse bestens abgekoppelt. Und die Schmelzhalle bietet mit 300 Quadratmetern Platz etwa für Öfen und Abkühlband. Denn trotz niedrigerer Arbeitstemperaturen geht es immer noch um heiße Glastechnologie, während Teisnach mit kalter Bearbeitung etwa mit Schleifen und Ätzen sinnvoll ergänzen kann.
Auch die Autoindustrie benötigt Designerglas etwa für Scheinwerfertechnik, die später auch hohe Recyclingquoten eröffnet. Da kann es gerade in der Masse ein großes Anliegen sein, von Inhaltsstoffen weg zu kommen, die heute noch eingesetzt werden müssen, aber als seltene Stoffe auch großen Preisschwankungen unterworfen sind. Die Arbeit des TAZ ist also nicht nur reine Forschung, sondern ganz konkret finanziell „etwas wert“. Daraus muss auf mittlere Sicht auch das Kapital erwachsen, damit sich der Betrieb selbst trägt. Mit einer halben bis einer Million Umsatz rechnet Michael Fuchs bis zum Jahr 2016. Dann soll aber nicht nur dieses große Ziel erreicht sein. Um auch die immer noch vorhandene Kompetenz der alten Glasregion mit ihren ehemaligen Mitarbeitern einbinden zu können, hofft die TAZ auch auf Ansiedlungen im Umfeld. Platz am ehemaligen Sägewerksgelände wäre jedenfalls vorhanden. - Hpd.

PNP Grafenauer Anzeiger vom 29. Februar 2012
Ein Glasstein im Wert von 1000 Euro
Spiegelau. Mit 150 alten Glaswürfeln möchte der Förderverein des neuen Technologieanwenderzentrums in Spiegelau ein Kunstwerk für das TAZ gestalten. In Form eines veredelten Glassteins will auch die VR-Bank Spiegelau ein Teil des Kunstwerks sein und unterstützte dieses Projekt mit einer Spende von 1000 Euro. Mit großer Freude nahm Fördervereinsvorsitzender Karlheinz Roth (r.) den Spendenscheck an und bedankte sich recht herzlich bei Privatkundenberaterin Claudia Wildfeuer (l.) für die großzügige Unterstützung. - eb/Foto: Greipl

PNP Grafenauer Anzeiger vom 21. Februar 2012                                            
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Ein Blick ins gläserne Allerheiligste - Am 2. März wird das TAZ Spiegelau offiziell eröffnet - der letzte Baustaubkrümel ist aus den Labors verbannt  / Von Hermann Haydn
Spiegelau. Vielleicht war es eine der letzten Möglichkeiten für „Normalsterbliche“, den Laborbereich des Technologie-Anwender-Zentrums zu betreten. Wo künftig die Wissenschaft sich in möglichst störungsfreier Umgebung darum sorgt, wie perfektes Glas produziert werden kann, ist z.B. Staub ein absolutes „No-go“!
Die Luft kommt nur gefiltert herein. Eine Klimaanlage sorgt für gleichmäßige Atmosphäre in Temperatur und Feuchte. Zusätzliche Filtersäcke durchziehen die Decken. Putzen müssen die Laboranten selbst. Auch für den Fotografen heißt es: Nur durch eine Schleuse ist der Raum zu betreten, eine weiße Weste bekommt man verpasst, ebenso blaue Plastiküberschühchen und eine Tütenmütze auf den Kopf, damit Gütetests an hochauflösenden Mikroskopen oder Spektralanalysen keine haarige Angelegenheit werden.
Dass überhaupt noch ein Bild gemacht werden darf, liegt daran, dass die Bauphase noch nicht ganz abgeschlossen und der Wissenschafts- und Forschungsbetrieb nicht durchgängig angelaufen ist. Das soll sich in den kommenden fünf Jahren gewaltig verändern, so Geschäftsführer Michael Fuchs. Dann soll sich der Betrieb selbst tragen, wenn das TAZ Entwicklungsarbeit für die Wirtschaft übernimmt und so seine Kosten auch für Gebäude und Ausstattung einnimmt.
An der Schmelzhalle wird noch gearbeitet. Wenn das Wetter wärmer wird, kommt der Putz drauf und der erste Ofen steht neben langem Abkühlband zur ersten Befeuerung fast fertig parat. Dann kehrt wieder Hütten-Atmosphäre in Spiegelau ein, wenn auch unter anderen Vorzeichen.
Der Markt für edles Kelchglas ist begrenzt. Da hat eine Marktbereinigung der vergangenen Jahre immerhin einen hoffentlich stabilen Rest im Bayerischen Wald bewahrt, so Fuchs. Aber Glas ist vielfältig. Besonders in Optik und Prozessoptimierung liegen die Schwerpunkte in Spiegelaus neuer Spezialglasschmiede. So müssen kleine Glaskügelchen von Werkmeister Egon Goldmann und Dipl.-Ing. (FH) Alois Kasberger auch nicht mehr auf flüssig geheizt werden, sondern auf nur auf „Knete-Status“, bevor eine Presse eine Linse daraus macht. Das spart Energie, das macht Prozesse flüssiger, das kann der kleine Prozentsatz Vorteil am Markt sein, der Glas aus Spiegelau wieder „heiß begehrt“ machen soll.

SAXNDI. . .
. . . könnte man sagen: Das wird ja nun doch ein gläserner Elfenbeinturm, der da in Spiegelau in den Himmel wächst. Eine Glashütte ohne Einblicke, steril abgepackt und abgeschottet? Nein, auch wenn die Labors eine besondere Atmosphäre brauchen, wenn es um Nanobereiche geht, wo jede Störung vermieden werden muss. Geschäftsführer Michael Fuchs sagt dennoch, dass es auch darum geht, die Kompetenz der Glasregion zu nutzen und zu bewahren. Wenn der Forschungsbetrieb anläuft, dann wird es vom Praktiker am Ofen und in der Technik bis zum Chemiker, Analytiker und Marketingfachmann vielleicht bald 15, 20 oder mehr Leute brauchen, die wiederum die Grundlagen dafür bilden, dass die anwendende Wirtschaft Kenntnisse in zukunftsfähige Arbeitsplätze umsetzt. Möglichst natürlich angesiedelt um das TAZ herum. Das wird ein spannender Prozess, der vielleicht mit einem kleinen Glaskügelchen angefangen hat und doch große Bausteine schafft.   Hermann Haydn

PNP Grafenauer Anzeiger vom 14. Februar 2012                                                  
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SAXNDI. . .
. . . es hat das Glas so seine verschiedenen Seiten. Es ist schön, klar, vielfältig. Es kann einen großen Genuss bergen, fokussieren, streuen, kompakt oder zerbrechlich sein. Es hat Stil und es kann schmerzhaft schneiden.
Scherben hat es auf dem Weg zum TAZ wahrlich genug gegeben. Auch jetzt ist noch vieles im Fluss, manches noch ein wahrlich heißes Thema. Aber es geht eben darum, Stein auf Stein zu setzen, bis sich ein klares Bild ergibt. Der Förderverein ist gerade dabei, ein symbolstarkes Modell zu schaffen: Das soll wortwörtlich „aufbauen“.    Hermann Haydn

Gemeinsame Sache: Stein auf Stein
TAZ-Förderverein schafft mit Glaskunst Identifikation und eine finanzielle Basis für studienbegleitende Aktionen  Von Hermann Haydn
Spiegelau. „Aufbauen“ ist das Thema. Spiegelau will aus den Ruinen früherer Glasmacherherrlichkeit wieder aufstehen. Es ist ein neues Glas, es ist aber auch eines, das an die alte Zeit anknüpft. Noch ist das Bewusstsein einer Glasregion da. Noch gibt es Menschen mit Erfahrung und Begeisterung für den Rohstoff. Noch gibt es sogar alte Bausteine aus Glas, die sich der Künstler Klaus Büchler vor Jahren bereits sicherte. Jetzt werden die zu neuen Bausteinen für ein Kunstwerk am TAZ. Der Förderverein startet mit ihnen eine Spendenaktion.
Elke Proßer-Greß hatte die Idee eingebracht, möglichst viele Bürger und Engagierte in einem Projekt zu sammeln, bei dem auch erkennbar wird, dass die Spiegelauer hinter ihrem TAZ stehen. Namentlich können sie es jetzt, sichtbar für eine lange Zukunft des Glases, in Glas und zudem kunstvoll verziert. Dabei sind die Würfel, die Klaus Büchler vor Jahren aus einer Glasschmelze bei der Firma Füller holte, sozusagen der anfängliche „Abfall“, der aufgefangen und in diese eigentlich völlig profane Form gebracht wurde, bevor die Glaskonsistenz die Homogenität erreichte, die für die Produktion nötig war. Dennoch sind die Würfel kein Wegwerfprodukt. Auch in ihnen steckte schon die Grundidee des Wertes, weil sie Energie benötigten, Form und Schaffen, einen langen Prozess des Abkühlens ohne Spannungen und „Zerwürfnis“. So viele Bilder stecken in diesem gläsernen Kubus, dass man sie allesamt für das Gemeinschaftswerk TAZ verwenden könnte.
Vordergründig geht es aber zunächst einmal um die Wertigkeit, die sich auch finanziell einsetzen lässt, um später Studenten zu fördern oder auch Workshops und Aktionen für die Bevölkerung, so Fördervereinsvorsitzender Karlheinz Roth. Wer sich einen Baustein für das TAZ erwerben will, der muss für sein exklusives Stück mindestens 75 Euro zu geben bereit sein. Dafür erhält er ein Zertifikat, eine Quittung, seinen Namen auf einem Stück für die Ewigkeit geschaffener Glaskunst. Denn die weiteren Seiten der Kuben graviert Klaus Büchler in seiner weithin bekannten Art zu lauter Unikaten. Der Spender erhält nur eines nicht: Den Stein selbst. Den muss er statt dessen als Dauerleihgabe für das Kunstwerk zur Verfügung stellen, Draus wird dann voraussichtlich eine Wand aus Glas errichtet.
Etwa 150 Steine sollen zusammenkommen, aufgerichtet in einem Gesamtbild, das zudem von einer Ader aus Würfeln durchzogen wird, die mit Glaspartikeln beschmolzen sind, ein Band, das so auch für den gemeinsamen Glasweg stehen kann. Der Anfang ist bereits gemacht. Schon vor dem eigentlichen Start sind an die 30 Steine bereits vergeben. Personen, Vereine, Betriebe können sich hier verewigen. Wer sich dafür interessiert, auch ein Stück TAZ persönlich mit aufzubauen, der findet demnächst in Sparkasse und VR-Bank am Ort einen Musterstein. Und auch zur feierlichen Eröffnung des TAZ soll es eine Präsentation geben. Der Förderverein rät also: rechtzeitig zugreifen, wer ein Teil der neuen Glaszukunft in Spiegelau sein will.

PNP Grafenauer Anzeiger vom 26. Januar 2012
Was kann an der „Uni Spiegelau“ studiert werden?
Ausbildungsmöglichkeiten wurden dem Gemeinderat vorgestellt - Kommune muss die Schwerpunkte selbst festlegen  Von Ursula Langesee
Ausbildungsmöglichkeiten wurden dem Gemeinderat vorgestellt - Kommune muss die Schwerpunkte selbst festlegen  Von Ursula Langesee
Spiegelau. Zu einem Vortrag über die Möglichkeiten der Weiterbildung an der HDU Deggendorf mit Schwerpunkt TAZ Spiegelau war Herbert Lichtinger vom Weiterbildungszentrum „dimt“ in Deggendorf zur jüngsten Gemeinderatssitzung gekommen. Er stellte die verschiedenen Angebote vor und zeigte auf, welche auch in Spiegelau vorstellbar wären.
Das Weiterbildungszentrum bietet berufsbegleitende Bachelor-Studiengänge für Betriebliche Managementlehre (BWL) und Pflegepädagogik an und in Wochenend-Studiengängen sieben Master- und Master of Business Adminstration-Programme von Betriebswirtschaftslehre und Personalführung über öffentliche Verwaltung bis zum Management im Gesundheitswesen und Risiko-Management, interessant für Rechtsanwälte und Banker.
„Wir vermitteln fachliche Kenntnisse und legen viel Wert darauf, dass dieses Wissen auch in der Praxis angewandt und erprobt werden kann. Aber auch die Persönlichkeitsentwicklung ist uns wichtig. So werden Verhandlungstechniken, Möglichkeiten der Konfliktbewältigung, überhaupt der Umgang mit Menschen ‘unterrichtet’. Und nach dem Abschluss des Studiums soll nicht einfach Schluss sein, sondern sollen die Kontakte in Netzwerken weiter geknüpft werden“, stellte Herbert Lichtinger die Intentionen des Weiterbildungszentrums vor.
Weil die Ausbildungsprogramme modulmäßig aufgebaut sind, kann man einzelne Fächer ausgliedern und in Wochenendkursen auch in Technologieanwenderzentren wie in Spiegelau anbieten. Als Zertifikatsprogramme gibt es z.B. eine Management-Werkstatt, Betriebliches Sicherheitsmanagement, Innovationsmanager, Betriebswirt im Gesundheitswesen oder „Usability Engineering“, das ist ein Lehrgang über die Benutzerfreundlichkeit von Computerprogrammen.
Was das Weiterbildungszentrum an der HDU Deggendorf von vielen anderen Anbietern unterscheidet, ist das Punktesystem. So gibt es z.B. für den Kurs Personalführung 5 ECTS-Punkte. „Das sagt nichts über die Leistung aus, sondern nur über den Zeitaufwand. So entspricht ein ECTS-Punkt 30 Stunden Arbeit. Für den Bachelor-Studiengang braucht man 210 ECTS-Punkte, für die Master 90. Bei den einzelnen Kursen sammelt man Punkte und stottert so das Studium ab, ist also zeitlich flexibler, als wenn man sechs Semester für den Bachelor und drei bis vier Semester für den Master in einem Stück absolvieren müsste“, erklärt Lichtinger.
Möglich wäre auch, die „Kinder-Uni Deggendorf“, in Kooperation mit der Studienberatung und der Passauer Neue Presse, nach Spiegelau zu bringen.
„Was sind die Zugangsvoraussetzungen für einen Bachelor-Studiengang?“, wollte Bürgermeister Josef Luksch wissen. Abitur oder Fachabitur, Handwerksmeister oder Geselle mit einigen Jahren Praxis, antwortete der Referent.
Als weiteren Fahrplan legte der Gemeinderat fest, dass sich noch vor der nächsten Gemeinderatssitzung am 6. Februar die Fraktionsführer zusammensetzen und überlegen, welche Bereiche für Spiegelau interessant sein könnten. So wurden schon Qualitätsmanagement, Sicherheitsingenieur, Wertstoffkunde in Zusammenarbeit mit der metallverarbeitenden Industrie genannt, das Gesundheitswesen, Glasfachwirt und Touristikfachseminare. Und natürlich sollte es oberstes Ziel sein, in Zukunft sogar einen eigenen Studiengang in Spiegelau zu etablieren.

PNP Grafenauer Anzeiger vom 17. Januar 2012
Ideenschmiede soll Bayerwald-Glas wieder zukunftsfähig machen                            Foto
Technologieanwenderzentrum Spiegelau als jüngste Ausgründung der FH Deggendorf hat großen Rückhalt in der Bevölkerung - Teil IV der PNP-Serie - von Sabine Süß
Spiegelau. Um qualifizierte Arbeitsplätze zu erhalten oder neue zu schaffen, hat die „Hochschule für Angewandte Wissenschaften Deggendorf“ in Ostbayern mehrere Technologiecampi (TC) gegründet. Die in Freyung, Teisnach und Cham hat die PNP bereits vorgestellt, heute folgt Spiegelau.
Derzeit herrscht Umzugsstress - und die Eröffnung Ende Februar will geplant werden. Dennoch ist das neue Technologieanwenderzentrum (TAZ) Spiegelau bereits jetzt bei Unternehmen beliebter Ansprechpartner, wenn es um Glasforschung geht. Als „Ableger“ des Teisnacher TC, wie es der ehemalige Hochschul-Präsident Prof. Reinhard Höpfl nennt: „Hier wird neues Material im Glasbereich erforscht.“
Acht Büros sind bezugsfertig, „sie werden erst im Laufe des nächsten Jahres komplett belegt“, erklärt TAZ-Leiter Michael Fuchs. Vier Labore werden mit gefilterter und temperaturkonstanter Luft versorgt. Damit bei Messungen mit hochempfindlichen Geräten Störungen wie Vibrationen die Ergebnisse nicht beeinträchtigen, sind alle Böden mechanisch von den Wänden entkoppelt. Im nicht komplett ausgebauten zweiten Geschoss stehen weitere Büros für 20 Mitarbeiter zur Verfügung, die Anlage erstreckt sich über 2300 qm.
Aktuell arbeiten fünf Mitarbeiter in Spiegelau. Einer der Forschungsschwerpunkte liegt auf Präzisions-Blank-Pressen von optischen Substraten. „Wir forschen zur Entwicklung extrem genauer Glaslinsen für die Lasertechnik, wie sie etwa in der Medizin- oder Messtechnik eingesetzt werden“, so Fuchs. Weiterer Forschungsschwerpunkt sei Schmelzen sowie Be- und Verarbeiten von Glas. „Momentan wird eine Glasschmelzhalle gebaut, in der mit speziellen Schmelzwannen neue Glassorten entwickelt werden.“
Daneben steht Umweltschutz ganz oben auf der Prioritätenliste: So wird an einer Optimierung des Energiebedarfs beim Aufschmelzen des Glasrohstoffs gearbeitet. „Für aktuelle Anfragen, die auch außerhalb einer üblichen Problemstellung angesiedelt sind, sind wir bestens gerüstet“, sagt Fuchs.
Anders als die TC Freyung, Teisnach und Cham ist Spiegelau nicht nur wichtiger Partner der Hochschule Deggendorf, sondern arbeitet eng mit der Universität Bayreuth als Kooperationspartner zusammen. Seit Januar koordiniert ein Erstsemester-Student des Masterstudiengangs die Zusammenarbeit. Der Bereich Vorlesungen und Ausbildung für Studenten, Praktikanten und Doktoranden wird erst heuer konkretisiert.
Auf das Entstandene ist Michael Fuchs sehr stolz. „Für die Zukunft wünsche ich mir, dass sich die Komplettierung des Gebäudekomplexes weiter so rasch und unfallfrei entwickelt, und dass wir mit Partnern wie der Firma Füller Glastechnologie aus Oberkreuzberg (vertreten durch Alexandra Füller) und der Uni Bayreuth (vertreten durch Prof. Monica Willert-Porada) auch künftig so vertrauensvoll und erfolgreich arbeiten.“ Besonders wichtig sei ihm, dass die hochmotivierten Mitarbeiter komplexe Aufgaben absolut professionell lösen. Er ist sicher: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir dem großen Vertrauen, welches der Landkreis Freyung-Grafenau und die Gemeinde Spiegelau in uns gesetzt haben, gerecht werden.“

FÖRDERVEREIN DES TAZ SPIEGELAU - DAS SAGEN DIE MITGLIEDER
Unterstützung erhalten die Mitarbeiter des TAZ von einem eigenen Förderverein. Er beschafft
nicht nur Mittel für die Förderung von Wissenschaft und Technik, sondern auch für die Studentenhilfe. Vorsitzender ist Organisationsberater Karlheinz Roth (31): „Ich engagiere mich im Förderverein, weil ich mit all meinen Kräften dazu beitragen möchte, dass das TAZ Spiegelau zum Erfolgsprojekt wird.“ Er sieht darin eine Zukunftschance für die Gemeinde. Und die soll umfassend über die Arbeit des TAZ informiert werden - durch den Verein. „Wir haben zum Beispiel eine Infofahrt zum TC Teisnach organisiert sowie einen Infoabend mit TAZ-Leiter Michael Fuchs“, sagt Roth. Auch Seminare, Fort- und Weiterbildungen sollen das Interesse der Bevölkerung wecken. Und so haben sich die Mitglieder im Weiterbildungszentrum „dimt“ der Hochschule Deggendorf informiert.
„Wir sind unter den Fördervereinen der TC der jüngste, der mit dem teuersten Beitrag, aber den meisten Mitgliedern“, sagt Roth. 94 Mitglieder sind seit der Gründung im vergangenen Jahr eingetreten. „Das ist für mich ein Zeichen, dass das TAZ gut angenommen wird.“ Um die Möglichkeiten des TAZ noch zu erweitern, fördert der Verein Netzwerke in der Region. Er übernahm etwa die Schirmherrschaft für den Wettbewerb „Schönstes Spiegelauer Glas“.
Auch Vize-Vorsitzende Elke Proßer-Greß sieht im TAZ Spiegelau „die“ entscheidende Chance, den Ort zu entwickeln und die Weichen für die Zukunft zu stellen. „Die Idee von Prof. Sperber hat mich von Anfang an begeistert. Mit Klaus Büchler ist auch ein praktischer Anwender Mitglied: Der Hohlglasfeinschleifermeister engagiert sich, weil er es wichtig findet, dass die Gemeinde Spiegelau mit dem TAZ eine Zukunft für die Jugend bietet. „Das Technologieanwenderzentrum ist für mich die Gewähr, dass der Begriff Glas, der mit Spiegelau über Jahrhunderte verbunden war, weiterhin positiv erhalten bleibt.“ - sas

DER BÜRGERMEISTER
Bürgermeister Luksch: „Glas als Zukunft“
Dieses TAZ eröffnet der Gemeinde Spiegelau und der ganzen Region die Möglichkeit, hochqualifizierte Arbeitsplätze anzubieten und anzusiedeln. In diesem Zusammenhang hat die Gemeinde ein größeres Gewerbe- und Industriegebiet erschlossen. Das TAZ bietet Gemeinde und Region zudem die Möglichkeit, der Lethargie zu entfliehen, die nach der Schließung der Glasfabriken entstanden ist. Ich sehe auch den großen Vorteil, dass durch das breite Bildungsangebot der Hochschule Deggendorf Hochschul- und Weiterbildung für bestimmte Erwerbs- und Berufszweige ermöglicht wird. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Universität Bayreuth erreichen unsere Gemeinde und unsere Region höheren Bekanntheitsgrad und davon profitieren Wirtschaftszweige wie Catering, Beherbergung, aber auch Maschinen- und Metallbau, Mechatronik und EDV. Nachdem sich das TAZ Spiegelau hauptsächlich um Glastechnologie kümmert, sehe ich persönlich die Chance, dass die Glasherstellung und Glasbearbeitung die über Jahrhunderte unsere Geschichte war, nun auch unsere Zukunft sein kann.“
Josef Luksch (49) ist seit 1996 Bürgermeister von Spiegelau.

PNP Grafenauer Anzeiger vom 29. Dezember 2011
Start-Schuss im TAZ Spiegelau
Erster Workshop im Technologieanwenderzentrum Spiegelau                            Foto
Spiegelau. Im winterlich verschneiten Bayerischen Wald herrscht große Aktivität: das Kooperationsvorhaben Technologieanwenderzentrum Heiße Glastechnologie in Spiegelau, abgekürzt TAZ, das gemeinsam von der Hochschule Deggendorf und der Universität Bayreuth wissenschaftlich betreut wird, hat im gerade fertig gestellten Büro- und Laborgebäude seinen Forschungsbetrieb aufgenommen.
Die offizielle Einweihung des Technologiezentrums wird zu Beginn des nächsten Jahres erfolgen, die Werbung um Studierende der Hochschule Deggendorf und der Universität Bayreuth, sich der Glastechnologie zuzuwenden und Abschlussarbeiten oder Promotionen auf diesem Gebiet anzustreben, muss sich aber am akademischen Jahr orientieren und daher noch im laufenden Wintersemester 2011/2012 beginnen.
Mit der Einrichtung des TAZ wird eine traditionsreiche Glasregion belebt, in der zahlreiche Arbeitsplätze verloren gegangen sind. Durch Schaffung eines attraktiven Forschungs- und Technologie-Entwicklungsumfeldes soll diese Region auch wieder zum Anziehungspunkt für junge Menschen und neue Unternehmen werden.
Der erste TAZ-Workshop hat diese Anziehungskraft bereits gezeigt: Wissenschaftler und Doktoranden der Uni Bayreuth unter Leitung von Prof. Dr. Monika Willert-Porada und Professoren, Mitarbeiter und Studierende der Hochschule Deggendorf unter Leitung von Prof. Christine Wünsche und Prof. Rolf Rascher, aber auch Firmenvertreter aus der Region kamen zu einer wissenschaftlichen Vortragsreihe mit anschließenden Diskussion zusammen. Insgesamt waren es 29 Teilnehmer, die sich lebhaft einbrachten und sich bei dieser Gelegenheit auch kennenlernten.
Nach der Begrüßung durch Spiegelauer Bürgermeister Josef Luksch und den TAZ-Geschäftsführer wurde es „heiß“: Glasschmelztechnologie“, Formgebung aus der Schmelze, Herstellung von Glaskugeln und -Flakes, Produktionsintegrierter Umweltschutz in der Glasindustrie waren die Themen der Fachvorträge. In der Mittagspause erklärten Laboringenieur Alois Kasberger und Werkmeister Egon Goldmann die Präzisionsblankpressmaschine.
Christian Wistl erläuterte, was es mit dem Shack-Hartmann Wellenfrontsensor auf sich hat. Ziel des Workshops ist es, gemeinsame Projekte zu generieren und die Kompetenzen der bereits in weiteren Technologiezentren verfügbaren optischen Technologie mit der neuen Einrichtung im TAZ zu verknüpfen.
Diese Veranstaltungen sollen in Zukunft regelmäßig vierteljährlich stattfinden. Die Themen des nächsten Workshops sind entlang der Prozesskette auf die Füge- und Trennverfahren, die Messtechnik, die Glasentwicklung und die Prozesssimulation ausgerichtet. Weitere Themen sind u. a. Beschichtungstechnologie, Presstechnik, Präzisionsblankpressen.
Neben dem zunächst eher an wissenschaftlich interessierten Teilnehmern ausgerichtetem Workshop wird das TAZ auch zahlreiche Veranstaltungen mit Beteiligung von Firmen durchführen, um aktuelle F&E Themen mit regionaler und überregionaler Bedeutung zu Identifizieren und mit der am TAZ vorhandenen Ausstattung Projektarbeiten zu initiieren.
 - pnp

PNP Grafenauer Anzeiger vom 15. November 2011
Die schönsten Stücke Spiegelauer Glasgeschichte -  Favoriten: Kugel-Freundschaftsbecher aus Rubinglas und Freundschaftskelch mit einem birnenförmigen Hohlstiel /
Von Martina Höf-Keim
Spiegelau. Eine Würdigung der traditionellen Glasmacherkunst und zugleich die Verbundenheit mit Traditionen und dem Blick in die Zukunft - dafür steht das neue Technologie und Anwenderzentrum der Glasindustrie in Spiegelau. In diesem Sinne wurde der Wettbewerb um das schönste Stück Glasgeschichte aus Spiegelau ins Leben gerufen. Zusammen mit dem Förderverein des TAZ und der Firma Füller Glastechnologie aus Spiegelau suchte man für die Gegend typische Exponate. Das Gewinnerstück soll in einer Kleinauflage von 30 Stück reproduziert werden, um später an Ehrengäste verschenkt zu werden. Eine kleine Ausstellung der fünf schönsten Exponate wird nach der Eröffnung des neuen Technologiezentrums im TAZ zu bewundern sein.
Die vielen Einreichungen von Bürgern aus der Umgebung des Glaszentrums Bayerischer Wald standen einer hochkarätigen Jury zur Auswahl, die angesichts der schönen Stücke nicht leicht fiel. Der Hauptpreis des Wettbewerbs ist eine Reise in die Glasmacherwerkstätten in Murano bei Venedig. Der oder die Gewinner/in muss sich noch bis zur offiziellen Eröffnung des TAZ gedulden, bei der die Ehrung dann im Rahmen der Feierlichkeiten stattfinden wird.
Zunächst hatte die Jury also einen ersten Wahlgang vor sich, um ein Stück zu ermitteln, das nicht nur die Glasgeschichte in Spiegelau und Umgebung widerspiegeln sollte, aber auch für die Neuauflage geeignet sein musste. Das hohe handwerkliche Niveau früherer Glasmacherkunst machte die Wahl nicht einfach. Die Experten der Jury waren der Leiter der Glasfachschule Zwiesel, Hans Wudy, Ulrich Roger von der Deutschen Glastechnischen Gesellschaft in Offenbach, der ehemalige Werksleiter der Firma Nachtmann, Willy Steger, Georg Höltl vom Glasmuseum in Passau und Karin Rühl vom Glasmuseum Frauenau, die ihr Votum schon vorher abgegeben hatte, da sie nicht persönlich anwesend sein konnte. Unter Leitung des Vorsitzenden des Fördervereins des TAZ, Karlheinz Roth, kamen nach zahlreichen Fachgesprächen zwei Exponate in die engere Wahl. Der Kugel-Freundschaftsbecher aus Rubinglas und ein wunderschöner Freundschaftskelch mit einem birnenförmigen Hohlstiel könnten das Rennen bis zur Eröffnungsfeier noch unter sich entscheiden.
Beide Stücke repräsentieren die ausgeprägte Handwerkskunst der Glasmacher aus Spiegelau hervorragend. Der Kelchpokal aus Rubinglas besitzt einen Innenüberfang mit birnenförmigem Hohlstil, zwei Ringscheiben-Dekor und einen 10-teiligen Flächenschliff. Auch bei seiner Erstherstellung wurde nur eine Kleinserie von 30 Stück gefertigt. Gefertigt hat ihn 1985 Glasmachermeister Max Marik, geschliffen wurde er von Glasschleifermeister Waldemar Seidl. Eingereicht wurden beide Stücke von Christa Steger aus Riedlhütte. Gute Chancen haben auch die Gläser von anderen Einreichern. Zur engeren Auswahl für den Sieger gehören Alois Stadler aus Altschönau, Christine Fruth aus Spiegelau, Sylvia Nodes aus Spiegelau und Theo Schönberger, der ebenfalls in Spiegelau wohnt. Ihre eingereichten Stücke sind auf jeden Fall Teil der geplanten Dauerausstellung im TAZ. So kunstfertig wurde früher schon mit Glas und Farben gearbeitet, dass eine Reproduktion heute nicht einfach ist. Daher ist auch die Machbarkeit ein Kriterium für das Siegerstück. Die Glasmacherarbeit und Veredelung können heute nur noch einige Facharbeiter umsetzen.
Der Leiter der Glasfachschule Zwiesel betonte, dass die Fertigung selbstverständlich von einer Firma im Bayerischen Wald vorgenommen werde müsse. Die Fachschule biete natürlich gerne Unterstützung mit Rat und Tat, denn in Zwiesel werden begabte junge Leute in die Lage versetzt auch so komplizierte und anspruchsvolle Glaskunstwerke zu erstellen, die mit billiger Massenware ungefähr soviel gemeinsam haben wie ein Werbeplakat mit der Mona Lisa.
Im zweiten Wahlgang bestimmten die Fachleute der Jury fünf Gruppen von Exponaten, die in Zukunft das TAZ verschönern werden und allen Besuchern die große Glasmachertradition des bayerischen Waldes anhand von typischen Beispielen vor Augen führen. Neben einer Kelchgruppe, typischem farbigen Gläsern mit Veredelungen durch Schliff und einer Goldrandserie sind auch die „Schinder“-gläser ausgewählt worden. Typisch für die Region und wirtschaftlich wichtig sollten die Exponate sein. Als Sonderausstellungsstück wurde noch eine imposante Glasscherbe mit der eingeschliffenen Glasfabrik Spiegelau hinzugenommen.
Der Leiter des Technologiezentrums, Michael Fuchs bedankte sich bei den Jurymitgliedern auch im Namen der Firma Füller, die dem Gewinner des Wettbewerbs die Reise nach Murano ermöglichen. Bekannt gegeben wird der oder die Glückliche bei der Eröffnungsfeier des TAZ, aber eine Benachrichtigung erreicht den Sieger selbstverständlich rechtzeitig vorher, sobald die endgültige Entscheidung, die auch mit der Klärung technischer Details der Reproduktion zusammenhängt, gefallen ist.

PNP Grafenauer Anzeiger vom 21. Oktober 2011
Wunsch: Ein eigener Studiengang am TAZ - CSU-Fraktion bittet Gemeinderat um größtmögliche Unterstützung - Zufahrtswege wurden festgelegt
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Die Vorplatzgestaltung am Technologie- und Anwenderzentrum (TAZ) war Thema bei der Gemeinderatssitzung und der Wunsch der CSU-Fraktion, einen eigenen Studiengang in Spiegelau anzubieten.
Nachdem bereits in der August-Sitzung festgelegt worden war, nicht die bisherige Zufahrt zum früheren Sägewerksgelände zu nutzen, weil sie zu steil ist, sondern die Zufahrt gegenüber der Pfarrer-Schweikl-Straße und oberhalb des Anwesens Döringer, wurde diese „Favorisierung einer großräumigen Zufahrt“ per einstimmigen Beschluss jetzt auch manifestiert.
Was in der Planung bislang noch ausstand, waren die Zufahrtsmöglichkeiten für Feuerwehr, Servicedienste und Schwerlaster, die die Schmelzhalle und die Labors beliefern. Architekt Klaus Bauer, freier Landschaftsarchitekt Michael Heintz vom Büro Plankreis und TAZ-Leiter Michael Fuchs stellten dazu ihre Überlegungen vor.
Bauer formulierte die Anforderungen an die Zufahrts- und Rettungswege. Die Anlieferung für die Schmelzhalle muss zwei Mal pro Woche von der Nordseite her für 40-Tonner möglich sein, der Labortrakt hat mehrere drei Meter breite Tore. Jedes einzelne muss ein Mal pro Woche von einem 20-Tonner angefahren werden können. Im Norden des Gebäudes sind die Elektroinstallationen und Trafos. Diese müssen für ein Serviceteam mit einem Sprinter, Ducato o.ä. erreichbar sein. Diesen Anfahrtsweg braucht auch die Feuerwehr, um bei einem Brand Anleitern zu können und das 1. Obergeschoß des Verwaltungsgebäudes zu erreichen.
„Im Prinzip müsste man rund ums Haus befestigen. Aber das ist weder schön, noch topographisch einfach“, gab Heintz zu bedenken. Eine erste Überlegung war, den 40-Tonner von der Bahnhofstraße her aufs Gelände fahren zu lassen. Aber an der Nordseite ist ein Höhenunterschied von 2,30 Metern. Der Laster müsste eine Rampe mit 11,6 Prozent Steigung überwinden.Deshalb sah Heintz‘ wohl praktikablerer Vorschlag vor, vom Bahnhof aus nur eine Stichstraße, die mit Rasengittersteinen belegt ist, in Richtung Schmelzhalle zu bauen und diese mit einem Wendehammer abzuschließen. Den Höhenunterschied zu den restlichen Gebäuden könnte über eine Mauer abgeschlossen werden. „Wir hätten dadurch weniger versiegelte Flächen, weniger Kosten und bei den Nutzern von der TAZ sind wir mit diesem Vorschlag auch auf offene Ohren gestoßen“, bemerkte Heintz.
Bei „Kosten“ wurde auch Bürgermeister Josef Luksch hellhörig. Doch der Landschaftsarchitekt konnte dazu noch keine näheren Angaben machen, weil die Berechnung des Statikers noch ausstehe. Mangels Zahlenmaterial wurde dann auch der Tagesordnungspunkt „Programmaufstellung 2012 zur Städtebauförderung “ nur am Rande behandelt, denn da nehmen TAZ-Vorplatz und -Kreuzung den Löwenanteil bei den Kosten ein.
„Die spitze Zufahrt und wenn dann auch noch Schneewände die Sicht behindern - das könnte gefährlich sein.“ Er schlug vor, die Fahrzeuge über die Hoffläche vor dem Campus zu leiten. „Am Campus in Teisnach haben wir das mit einem Pfosten gelöst, den man bei Bedarf umlegen kann“, nahm Fuchs den Vorschlag auf und stellte den „Fuchs-Weg“ vor. „Die 40-Tonner fahren direkt von der oberen Zufahrt zur Schmelzhalle und Feuerwehr und Serviceteam fahren eine Schlangenlinie von der oberen Zufahrt, entlang des Labortrakts und der Verwaltung über den Campus an die Nordseite.“ Diese Lösung fand die Zustimmung des Gemeinderats.
Nach der Abwicklung der Vorplatzgestaltung berichtete der TAZ-Leiter über die Vorhaben, die heuer noch anstehen: „Am 3. November wollen wir das Bürogebäude beziehen, Mitte bis Ende November das Labor. Da wollen wir eine Form für die Präzisionsblankpresse zur Verfügung haben, die derzeit in Teisnach gebaut wird. Bei der Schmelzhalle, der ‘kleinen Glashütte‘, geht es in die Feinplanung. Die Abgasregelung und die Sauerstofftanks bedürfen noch der Klärung. Durch den Besuch von Vertretern der Uni Bayreuth (PNP berichtete) konnten wir zwei Projekte auf den Weg bringen. In der ersten Dezemberwoche wollen wir ein Seminar für Studenten der Hochschule Deggendorf (HDU) und der Uni Bayreuth anbieten und ihnen damit die Möglichkeit eröffnen für ein zusätzliches Studium im Glasbereich. Außerdem soll heuer noch ein Fachsymposium für Maschinenbauprofessoren oder Chemiker stattfinden.“
In diesem Zusammenhang brachte CSU-Fraktionssprecher Karlheinz Roth einen Antrag ein, dass der Gemeinderat eine enge Kooperation zwischen dem TAZ Spiegelau und dem Weiterbildungszentrum der HDU, DIMT, so weit wie möglich unterstütze. Langfristig solle, ähnlich dem Studiengang Mechatronik in Cham, ein eigener Studiengang in Spiegelau etabliert werden. Der gesamte Gemeinderat sicherte die Unterstützung zu.
Gemeinderat Kurt Hobelsberger bat TAZ-Leiter Fuchs, beim Einstellen von Personal, ein Auge darauf zu werfen, ob Feuerwehrleute zum Zuge kommen könnten. „Wir haben untertags wirklich Personalprobleme, wenn wir zu Einsätzen ausrücken müssen, weil einfach zu viele auswärts arbeiten. So hätten wir im Fall der Fälle schon Feuerwehrleute vor Ort im TAZ.“ Fuchs sicherte zu, darauf zu achten.

PNP Grafenauer Anzeiger vom 24. September 2011
Glas-FH: Region blickt wieder nach oben - TAZ-Richtfest in Spiegelau mit den Staatsministern Helmut Brunner und Dr. Wolfgang Heubisch  
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Von Hermann Haydn Spiegelau. Praxis und Forschung können hier Hand in Hand gehen, betonte der Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch, als er am Freitag zum Richtfest des Technologieanwenderzentrums (TAZ) in Spiegelau sein Grußwort sprach. Nach nur einem Jahr Projektplanung und sechs Monaten Bauzeit steht der erste Teil fast vor dem Einzug von Verwaltung und Lehre, der Mitteltrakt soll im November mit seinen Laboren starten und im Dezember könnte der Glasofen in der Schmelztechnik glühen.
„Nur Wenige im Raum können wohl nachfühlen, wie es mir heute geht,“ meinte Bürgermeister Luksch zu dieser Perspektive. Es hatte viel zähen Ringens bedurft, das Projekt in dieser Form realisierbar zu machen. Eine gewaltige Belastung für Kommune und Kreis würdigte Heubisch als außergewöhnliches Engagement, das zu einem wertvollen Gebäude, nicht aber zu einem Elfenbeinturm geführt habe. Nachdem die Zeit der gläsernen Massenproduktion im Bayerischen Wald abgelaufen war, könne nun wieder mit Spezialprodukten für Schlüsselindustrien wie der Solar-, Medizin- oder Biotechnologie Forschung betrieben werden, die nicht am Markt vorbei gehe. Er sprach seine Anerkennung den Hochschulen in Deggendorf und Bayreuth aus, die so auch mit Lehre und Forschung auf das Land hinaus gingen. Denn so werde auch dem demographischen Wandel begegnet, indem Perspektiven für Menschen mit hoher Qualifikation eröffnet würden. Der Präsident der FH Deggendorf Professor Reinhard Höpfl fügte dazu an, für gute Projekte gebe es eben auch gute Förderung. Man habe schon länger Kontakt zwischen Wissenschaft und Glasindustrie gehabt. Mit der Einrichtung von Technologiezentren sei das die Antwort auf die Frage gewesen, dass man nicht wieder zentral in Deggendorf das hätte umsetzen wollen.
Dem ländlichen Raum verpflichtet sehe sich auch Helmut Brunner, weshalb er weniger als Landwirtschaftsminister gekommen sei, sondern als Wahlkreisabgeordneter. Einrichtungen in Bildung und Wissenschaft seien immer auch zukunftsträchtige Investitionen. Wer sich nicht um die Arbeitsplätze kümmere, die daraus entstehen sollen, der wäre dem Wandel ausgeliefert. Bei einem Abstecher mit Fraktionskollegen nach Teisnach habe man sich tief beeindrucken lassen, wie dort seit dem Spatenstich einer FH-Außenstelle eine Magnetwirkung eingesetzt habe, der bereits 300 hochqualifizierte Arbeitsplätze zu verdanken seien. Selbst Betriebe, die nicht mit den Forschungsschwerpunkten zu tun hätten, würden mittlerweile die Attraktivität eines Ortes mit bestem Ruf anziehen. So stünden die Chancen gut, zusammen mit dem Standort Spiegelau wieder zur Glasregion Nummer Eins in Europa zu werden, weil die handwerklichen und künstlerischen Fertigkeiten noch vorhanden seien und die technologische Spezialisierung nun begonnen hätte. Dabei sei es zweitrangig, in welcher Gemeinde die Einrichtung stehe, weil sie für die ganze Region bedeutend sei.
Landrat Ludwig Lankl fügte noch an, dass die nächsten Projekte des Technologie- und Kompetenztransfers bereits in den Startlöchern stünden, wie das Logistikzentrum für Grafenau, für das er auch um eine Anschubfinanzierung bei den Ministern warb. Denn einfach sei es natürlich nicht gewesen, das gemeinsame Kind von Kreis und Kommune aus der Taufe zu heben. Es habe viele Unterstützer gebraucht, Pioniere der Europaregion, und zwischenzeitlich habe man auch mal die Köpfe hängen lassen, wenn Hoffnungen nicht sofort erfüllt wurden. Aber seit der Kreistag am 4. Oktober 2010 die Gründung der Betriebs-GmbH beschlossen hatte, ging es mit großen Schritten in Organisationsstruktur, Planung und schließlich auch Bau in engem Zeit- und Kostenrahmen mit großen Schritten auf die Realisierung des 5,5 Millionen teuren Bauwerks zu. 2700 Quadratmeter Geschossflächen und 15 000 Kubikmeter umbauter Raum bieten Platz für Transparenz und Begegnung, so Architekt Dr. Klaus Bauer, das umliegende Gelände aber zudem Platz für jede wirtschaftliche Entwicklung.
Es ist mit dem Richtfest eine wichtige Etappe geschafft. Erste Aufträge zur Forschung seien bereits vorhanden, so Heubisch. Bürgermeister Luksch brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass, nachdem Glas Grund für die Besiedelung der Region und lange Zeit Lebensgrundlage der Menschen gewesen sei, Glas nun so auch wieder zur Zukunft werde. Helmut Brunner zitierte dazu den französischen Autor Victor Hugo: „Nichts ist so stark, wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“

PNP Grafenauer Anzeiger vom 21. September 2011
Minister-Gipfel bei Glas-FH-Richtfest - Heubisch und Brunner haben ihr Kommen für den Festakt am Freitag zugesagt - 30 Arbeitsplätze bis 2014 geplant                              Foto
Spiegelau. Das ambitionierte Projekt Technologiezentrum für Glasschmelztechnologie in Spiegelau (Volksmund: Glas-FH) hat nun einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht. Nur fünf Monate nach dem ersten Spatenstich kann nun am Freitag das Richtfest gefeiert werden. Die beiden Minister Heubisch und Brunner haben ihr Kommen zugesagt.
Michael Fuchs, der Leiter des Technologiezentrums, zeigt sich zufrieden über den zügigen und zeitplanmäßigen Fortschritt am Bau. Das Technologiezentrum gehe aus einer Initiative der Fachhochschule, namentlich Prof. Sperber, Vizepräsident der Fachhochschule Deggendorf, hervor und könne mit der finanziellen und tatkräftigen Unterstützung der Gemeinde Spiegelau, des Landkreises Freyung-Grafenau und des Freistaates Bayern realisiert werden. Insbesondere dem persönlichen Engagement des Landrats Ludwig Lankl und der Bayerischen Regierung, vertreten durch Wissenschaftsminister Dr. Heubisch und Ministerialdirigent Dr. Zeitler, sowie der Unterstützung durch die neu gegründete Betriebs-GmbH TAZ Spiegelau, sei es laut Fuchs zu verdanken, dass sich für die Glasindustrie in Niederbayern, durch ein Zentrum für Forschung und Entwicklung, neue Zukunftsperspektiven und neue Arbeitsplätze eröffnen.
Inhaltlich setze das Technologiezentrum Spiegelau auf drei Schwerpunkte. Die Präzisionsblankpresstechnologie, die von den bereits bestehenden Technologiecampus in Teisnach, Freyung und Cham unterstützt werde. „Für die Bereiche Schmelze und Heißformgebung konnte die Universität Bayreuth als Partner gewonnen werden. Am Lehrstuhl für Werkstoffverarbeitung der Universität Bayreuth werden bereits seit mehr als zehn Jahren Verfahren und Werkstoffe für Glasprodukte und die Glasindustrie erforscht und entwickelt“.
Neben Labor- und Seminarräumen werde das Technologiezentrum über eine Schmelzhalle verfügen, deren Ausstattung den Anforderungen wissenschaftlicher Forschungs- und Lehrbedingungen genauso genügen, wie einer industrienahen Produktionsanlage im Kleinformat.
Um die gesamte Prozesskette der Glasfertigung abzubilden, werde schrittweise eine industrienahe Infrastruktur analog zu einer Mini-Plant aufgebaut, die unmittelbar nach Fertigstellung des Gebäudes ihren Betrieb aufnehmen solle. So wird das Zentrum über eine kontinuierliche Schmelzanlage mit einer vollelektrischen Beheizung sowie einem Speisersystem verfügen. Diese Schmelzanlage stelle Glas für alle gängigen Formungs- und Nachbearbeitungsverfahren in der Glasindustrie zur Verfügung. „So können Glasbauteile gepresst, im Injektionsverfahren gespritzt oder Hohlglas ausgeblasen werden und entsprechende Halbzeuge oder Prototypen gefertigt werden“.
In der technologischen Umsetzung dieser Mini-Glasschmelzanlage führe die Universität Bayreuth die zehnjährige Zusammenarbeit mit der Firma Füller Glastechnologie fort. Neben der langjährigen Kooperation in laufenden und geplanten Forschungsprojekten mit der Uni Bayreuth, unter anderem im BFS Forschungsverbund FORGLAS und im BFS-Projekt Flexi-Plant, werde die Firma Füller auch Partner in der Ausstattung der Schmelzhalle sein. „Es ist schon eine fantastische Entwicklung“, so Alexandra Füller, die Geschäftsführerin der Firma Füller Glastechnologie, „dass mit der Kooperation zwischen der Fachhochschule Deggendorf und der Universität Bayreuth die Forschung sich auch nach Spiegelau orientiert und mit der Nähe zu unserem eigenen Unternehmen eine noch intensivere Zusammenarbeit zwischen Praxis und angewandter Forschung und Wissenschaft ermöglicht wird“.
Getestet und erforscht würden im Technologiezentrum Glasanwendungen vom technischen oder optischen Glasbauteil bis hin zum anspruchsvollen farbigen Designobjekt. Dabei werde es nicht immer darum gehen, Neuentwicklungen hervorzubringen, denn auch das Bewahren des jahrhundertalten Wissens als überlieferte Glasrezepturen oder traditionelle Techniken diene dazu, wertvolles Spezialwissen und Kulturkapital den Glas produzierenden Standorten zu erhalten.
„Die Zielstellung des Technologiezentrums ist es“, so Dr.-Ing. Thorsten Gerdes vom Lehrstuhl Werkstoffverarbeitung der Universität Bayreuth, „an der Schnittstelle zwischen industrienaher Forschung und akademischer Ausbildung mittelständischen Betrieben der Glasindustrie eine Plattform für Innovationen bereitzustellen“. Gerdes sieht die Aufgabe des Zentrums jedoch auch darin, die vorhandenen Kompetenzen in und außerhalb der Glasindustrie sowie der wissenschaftlichen Einrichtungen zu bündeln und zu nutzen.
Wenn Glas in zukunftsweisenden Technologien, wie beispielsweise in der Energietechnik, Medizintechnik und in der Biotechnologie eingesetzt werde, so seien die Anforderungen so vielschichtig, dass die Einbettung in Kompetenznetzwerke, wie sie das Technologiezentrum darstelle, einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bringe.
Ein weiterer Schwerpunkt liege in der Bereitstellung von herausragenden Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Das Technologiezentrum verbindet bestehende Bildungs- und Ausbildungsangebote in einem industrienahen Umfeld mit akademischer Ausbildung durch die Hochschule Deggendorf und die Universität Bayreuth. Damit würden zusätzlich regional und überregional neue Weiterbildungsmöglichkeiten mit dem Schwerpunkt Qualitätssteigerung und produktionsintegrierter Umweltschutz geschaffen.
„Profitieren soll jedoch in erster Linie die Region mit ihren glasverarbeitenden Betrieben sowie die industrienahen Firmen“, so Prof. Dr. Monika Willert-Porada, Lehrtuhlinhaberin des Lehrstuhls für Werkstoffverarbeitung an der Universität Bayreuth. Denn das Zentrum solle sich zu einem Ort entwickeln, in dem bestehende Fertigungsverfahren verbessert, Einsparpotentiale ausgelotet und innovative Produkte entwickelt werden. In der Schmelzhalle des Technologiezentrums stehen die Versuchsmöglichkeiten und das Personal hierfür bald zur Verfügung. Dies schaffe und erhalte Arbeitsplätze in den Industriebetrieben der Region. Das Technologiezentrum entwickle sich auch selbst zu einem Arbeitgeber mit geplanten 30 Arbeitsplätzen bis 2014 und damit zu einem Motor für die Zukunft der Gemeinde.  - pnp-
 

PNP Grafenauer Anzeiger vom 22. August 2011
So soll das TAZ-Umfeld aussehen - Michael Heintz vom Büro Plankreis stellt Gemeinderat Entwurf vor - Zufahrt wird nach oben verlegt
Von Ursula Langesee                                                                                           
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Spiegelau. Das Technologie-Anwenderzentrum (TAZ) am Eingang zum früheren Staatlichen Sägewerk wächst in die Höhe. Nun wurde vom Büro Plankreis ein Gestaltungsvorentwurf für die umliegenden Flächen und die Einmündung der Bahnhofstraße in die Staatsstraße 2132 erstellt. Freier Landschaftsarchitekt Michael Heintz stellte den Plan im Gemeinderat zur Diskussion.
Gewisse Schwierigkeiten in der Gestaltung ergäben sich aus der Topographie des Gebäudekomplexes mit seinem Höhenunterschied von bis zu elf Metern, schickte Heintz voraus: „Es liegt wie ein Brett in der Landschaft“. Vorne, zur Hauptstraße hin, liegt der Kopfbau tiefer als die Straße, hinter der Schmelzhalle muss das Gelände angeschüttet werden. An der Verwaltung soll ein vertiefter Campus entstehen. Dazu wird eine Stützmauer hochgezogen, in die Sitzreihen wie bei einem Amphitheater eingearbeitet sind. Von der Bahnhofstraße her soll eine Treppe zum Verwaltungsgebäude führen. Als Zufahrt hatte der Plankreis die bisherige Einfahrt angedacht. Gestaltet werden soll der Umgriff mit Asphalt und Granitpflaster. Je nachdem, wie sich die TAZ entwickelt und welche Ansiedlungen sie anzieht, soll später eine zweite Zufahrtstraße gegenüber der Pfarrer-Schweikl-Straße gebaut werden. Die ganze Maßnahme, so Heintz, komme auf gut 700 000 Euro, davon würden 55 Prozent gefördert.
Auch der passende Ort für eine Bushaltestelle wurde diskutiert. Am besten sei wohl die direkt vor dem Bahnhof, so der Vorschlag von Bürgermeister Josef Luksch. Das sei ein guter Knotenpunkt von Igelbus und der Waldbahn, noch dazu, wenn der Ein-Stunden-Takt auf der Bahnlinie Zwiesel-Grafenau Realität werden sollte.
Erhard Wawrzek fand die Zufahrt mit 13 Prozent Gefälle - vor allem im Hinblick auf die Winter in Spiegelau - sehr ungünstig. Zudem seien durch das Anheben des Straßenniveaus die Garagentore am Anwesen Döringer nicht mehr zu öffnen. Außerdem führe die neu zu bauende Treppe am Verwaltungsgebäude direkt in der Kurve auf die Bahnhofsstraße, ohne Anbindung an einen Gehweg - eine gefährliche Situation.
Ob die Treppe überhaupt nötig sei, daran zweifelte Elke Proßer-Gress. „Wir haben doch gegenüber dem Bahnhof ohnehin eine Treppe. Die wäre in keiner Kurve und wenn man sie herrichtet, kann man sie wieder nutzen.“
Karlheinz Roth störte, dass wieder Pflaster als Straßenbelag vorgesehen ist. „Mir ist klar, dass das Pflaster den Platzcharakter betonen soll. Aber wir haben eine Beschluss, dass wir kein Pflaster mehr auf Straßen wollen“.
Josef Wanninger fragte, ob denn zwei Zufahrten nötig seien. Besser sei wegen des geringeren Gefälles die obere Zufahrt gegenüber der Pfarrer-Schweikl-Straße und oberhalb des Anwesens Döringer.
Mit diskutiert wurde auch die Gestaltung des Gehweges in Fortführung der bisherigen Städtebauförderung ab dem Anwesen Mandl/Schleinkofer entlang der Hauptstraße in Richtung Bahnhofstraße und TAZ. Hier ist wieder ein Kleinsteinbelag vorgesehen. Das störte 3. Bürgermeister Peter Hinterberger: „Darauf können die Leute nicht gehen. Mit Rollator oder Kinderwagen tut man sich sehr schwer“. Er schlug gesägtes Pflaster vor. Weil aber zu befürchten ist, dass durch einen Belagwechsel die Finanzierung über die Städtebauförderung gefährdet ist, sah man davon ab.
Der Gemeinderat beschloss, die Bushaltestelle am Bahnhof einzurichten, die alte Treppe nutzbar zu machen und auf eine neue Treppe zu verzichten. Die Zufahrt aufs TAZ-Gelände soll über die obere Zufahrt erfolgen, die untere fällt weg. Der Straßenbelag wird Asphalt und kein Pflaster. Die Verschwenkung zur Pfarrer-Schweikl-Straße wird zurückgestellt.

PNP Grafenauer Anzeiger vom 6. August 2011                                             Foto
Die Glas-FH wächst - Die Arbeiten liegen voll im Zeitplan - Richtfest ist am 23.September
Alles im Zeitplan - heißt es derzeit bei den Verantwortlichen für den Bau der Glas-FH in Spiegelau
So soll der Kopfbau, der die Verwaltung aufnehmen soll, am 30. September fertig sei. Der Mittelteil - dort werden gerade Erdarbeiten durchgeführt - ist für den 30. Oktober geplant. Und die Fertigstellung der Schmelzhalle ist für den 15. Dezember vorgesehen
Das Richtfest findet am 23. September um 11 Uhr in Spiegelau statt, kündigt Kreiskämmerer Siegfried Wilhelm, der Geschäftsführer der Betriebs-GmbH, an. - an

Neue Woche vom 3. August 2011                                                                      Foto
Glas hat Zukunft in Spiegelau - Der Förderverein des Technologiezentrums informierte sich
Spiegelau. Schon optisch ist in Spiegelau zu sehen wie die Gebäude des Technologie¬zentrums in die Höhe wach¬sen. Auf 85 Metern Länge und mit einer Fläche von knapp 2400 qm entsteht eine Ein¬richtung, die ihresgleichen im Bayerischen Wald sucht. Nach den bestehenden Technologie Campi in Teisnach, Freyung und Cham ist das Technologiezentrum in Spiegelau ein weiterer Baustein im Netz „Wissenschaft trifft Wirtschaft".
Noch heuer sollen die Gebäude in Spiegelau bezugsfertig werden. Aber geforscht wird bereits, und zwar momentan noch im Technologie Campus Teisnach. Hierarbeiten bereits die ersten Mitarbeiter unter Michael Fuchs dem Chef des neuen Technologiezentrums Spiegelau. Sie haben schon eine Präzisionsglaspresse und einen Wellenfrontsensor in Betrieb genommen und sind derzeit mit den ersten Tests beschäftigt. Diese Geräte wer¬den nach Fertigstellung des TZ Spiegelau dort ihren endgül¬tigen Platz finden.Der Förder¬verein des Technologiezen¬trums Spiegelau, angeführt von Karlheinz Roth informierte sich kürzlich im Technologie Campus Teisnach über den momentanen Stand der Din¬ge. Mit im Boot ist hier die Uni¬versität Bayreuth, die das Tech¬nologiezentrum mit Rat und Tat unterstützt. rd

PNP Grafenauer Anzeiger vom 25. Mai 2011
Das TAZ liegt gut in der Zeit - Förderverein informiert über Baufortschritt - Inbetriebnahme für 15. Dezember geplant /
Von Ursula Langesee                                           
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Spiegelau. Vor knapp zwei Monaten war Spatenstich für das Technologie-Anwenderzentrum (TAZ) auf dem Gelände des früheren Staatlichen Sägewerks. Was hat sich seither getan? Und wie geht es weiter? Das erfuhren am Montag an die 40 Interessierte bei einem Informationsabend des TAZ-Fördervereins in der Sportgaststätte Trossel von Architekt Klaus Bauer und TAZ-Leiter Dipl. Ing. Michael Fuchs.
„In so einem Technologie-Anwenderzentrum steckt ein großes Potenzial“, sagte Fördervereinsvorsitzender Karlheinz Roth einleitend und machte seine Behauptung an neuen Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung fest. Demnach lebten bis 2021 immer weniger Menschen im Bayerischen Wald - mit einer Ausnahme. Im Markt Teisnach, der jetzt schon einen erfolgreichen Technologiecampus der FH Deggendorf betreibt, nimmt die Bevölkerung um 0,9 Prozent zu. Dort Arbeitsplätze zu schaffen, wo sich die Menschen wohlfühlen, das soll laut Karlheinz Roth auch in Spiegelau das Ziel sein.
Die Architektur des dreiteiligen Baukörpers mit Verwaltung, Labors und Schmelzhalle auf einer Gesamtfläche von knapp 2300 Quadratmetern stellte Klaus Bauer vor. Sie sei der Kompromiss zwischen finanzieller Machbarkeit und den Wünschen der FH. Die besondere Vorgabe bei der Planung dieses Forschungs- und Entwicklungszentrums war, dass es immer um Wissenstransfer gehe, der Austausch zwischen Verwaltung und Forschung jederzeit möglich sein müsse: „Keiner arbeitet hier isoliert.“
Der Kopfbau (Verwaltung) hat Erdgeschoß und Obergeschoß mit Option auf den Ausbau eines 2. Stockes. Büros, Seminarräume und die Cafeteria gruppieren sich um eine zentrale Halle. Der mittlere Bau bietet Platz für fünf Labors im Erdgeschoß und darüber das Technikgeschoß. Kernstück der Anlage ist die Schmelzhalle mit einer lichten Höhe von zehn Metern und einer flexiblen Infrastruktur, damit die FH bei Bedarf jederzeit nachrüsten kann. Aus topographischen Gründen muss die Schmelzhalle unterkellert werden.
Der Bau des TAZ liegt gut in der Zeit. Ende der Woche werde, so Bauer, die Bodenplatte für den Kopfbau betoniert, für Ende September sei der Abschluss des ersten Bauabschnittes vorgesehen, für 15. Dezember die Inbetriebnahme der Schmelzhalle.
Das Gerücht, dass es einen Baustopp gegeben habe, konnte der Architekt schnell widerlegen: „Wir waren trotz vorangegangener Bodenuntersuchungen auf Fels gestoßen, der gesprengt werden musste. Dazu mussten natürlich alle Bagger und sonstigen Baugeräte abgezogen werden“.
TAZ-Leiter Fuchs stellte die Hauptforschungsfelder in der Heißglastechnologie vor, die in Spiegelau bestellt werden. Für die Präzisionsblankpresstechnologie ist die aus den USA gelieferte Maschine am Technologiecampus Teisnach „zwischengeparkt“, weil bereits der erste Forschungsauftrag akquiriert werden konnte. Mit dieser Maschine können hochgenaue optische Komponenten und Bauteile hergestellt werden, die in der Lasertechnik und in der abbildenden Optik eingesetzt werden. Wenn ihr festes Dach über dem Kopf fertig ist, zieht sie nach Spiegelau um.
„Diese sehr hohe Genauigkeit im Nanometer-Bereich verlangt natürlich, dass es so gut wie keine negativen Außeneinwirkungen geben darf und das wirkt sich wieder auf die Bauweise aus. So wird in den Labors der Boden von den Wänden abgekoppelt, die Raumtemperatur muss möglichst konstant sein, die Luft wird gefiltert“, verdeutlicht Fuchs.
Eine gute Nachricht hatte er am Montag aktuell von der Uni Bayreuth bekommen: die Bestätigung für die Ausschreibung der Elektrowanne („Minimelter“) in der Schmelzhalle, die in Modultechnik entsteht und sehr flexibel eingesetzt werden kann mit dem Ziel, hochreine Gläser herzustellen.
In der Anlaufphase rechnet Fuchs mit 13 bis 18 Mitarbeitern, die bevorzugt direkt aus der Region kommen sollen. Dass sich die Beschäftigtenzahl schnell verdoppeln kann, beweist die FH-Außenstelle Freyung. Hier sind es schon über 30, gerechnet hatte man nur mit 15. Studenten wird es die erste Zeit nicht am TAZ geben, wohl aber Bachelors, Master und Doktoranden.
Pfarrer Rupert Wimmer interessierte, ob an eine Kantine im TAZ gedacht sei? „Nein, es gibt nur eine Cafeteria, denn die Leute sollen ja das gastronomische Angebot in Spiegelau nutzen“, antwortete Fuchs. Umgekehrt können die Spiegelauer den Multimediaraum im Verwaltungsbau für Veranstaltungen nutzen. Der TAZ-Leiter wurde auch gefragt, wie lange die Forschungsaufträge laufen. „Wir sind auf jeden Fall bis 2014 beschäftigt, so lange läuft schon allein das Projekt an der Uni Bayreuth mit der Firma Füller. Und da es die Glasschmelze und die Verarbeitungsmaschine sonst nirgendwo so gibt wie bei uns, rechnen wir damit, dass wir auch darüber hinaus gut ausgelastet sind.“ „Des woll‘n ma hör‘n“, äußerte sich dazu ein Zuhörer zufrieden.

SAXNDI. . .
...beim Infoabend zum TAZ sprach Bürgermeister Josef Luksch in seiner Eigenschaft als Fördervereins-Kassier Gerüchte an, die zum Bauprojekt die Runde machen. Etwa, dass ein Baustopp verhängt worden sei, dass befürchtet werde, dass zwar die Schmelzhalle gebaut, die Schmelzwanne dann aber nicht geliefert bzw. wegen zu hoher Emmissionswerte nicht betrieben werden dürfe, dass sich die Fa. Füller aus dem Projekt verabschiedet habe... Durch die hieb- und stichfesten Informationen von Architekt und TAZ-Leiter konnten sie entkräftet werden. Gegen die Fakten kommen böse Zungen nicht an.  Ursula Langesee

PNP Grafenauer Anzeiger vom 01.04.2011
TAZ bringt Glas wieder zum Glänzen
Gestern war der Spatenstich für das 5,5-Mio.-Euro-Projekt für Schmelztechnik am Sägewerksgelände                                                                                                    
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Von Ursula Langesee
Spiegelau. Nach einer schwierigen und langwierigen Planungsphase kann es nun endlich losgehen mit dem Technologie-Anwenderzentrum (TAZ) Glas auf dem Gelände des früheren Staatlichen Sägewerks. Gestern erfolgte der Baubeginn durch einen symbolischen Spatenstich mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und den Planungs- und Baufirmen. Bereits Ende dieses Jahres sollen die drei Gebäude (Kopfbau, Labore, Schmelzhalle) bezugsfertig sein. Die Gesamtkosten für dieses Projekt belaufen sich auf 5,5 Millionen Euro, die reinen Baukosten liegen bei 4,3 Mio. Euro.
Staatsminister Helmut Brunner sprach an diesem „wahrlichen Sonnentag“ vom Beginn einer positiven Entwicklung. Nach einem schmerzhaften Strukturwandel würden die früher wichtigsten Produkte der Region, Holz und Glas, wieder eine Renaissance erleben. Mit den Einrichtungen der Fachhochschule Deggendorf in Teisnach (Kaltglastechnologie) und künftig in Spiegelau mit der Schmelztechnik (Heißglastechnologie) würden wissenschaftliche Erkenntnisse in anwendbare Technologien übersetzt und damit die Innovationsfähigkeit der Unternehmen in der Region gestärkt.
Brunner wünschte Spiegelau eine ähnlich gute Entwicklung wie in Teisnach, dessen Technologiezentrum als erstes im Bayerischen Wald im Oktober 2009 eingeweiht worden war. Dort konnten innerhalb eines Jahres 16 nationale und internationale Forschungsprojekte mit einem Volumen von 3,5 Millionen Euro akquiriert werden. Daraus habe sich eine erstaunliche Wirtschaftsdynamik entwickelt. Im Umfeld des Campus siedeln sich verstärkt Firmen an, die mit der thematischen Ausrichtung des Technologietransferzentrums nicht direkt in Zusammenhang bracht werden können.
Als Lohn für diese Leistung gab es im vergangenen Jahr den Bayerischen Gründerpreis für die Initiative „Technologieregion Bayerischer Wald“. „Manche sprechen sogar schon vom ‘Silicon Valley Bayerischer Wald‘“, sagte der Minister schmunzelnd. Er dankte der Hochschule Deggendorf, die beim Spatenstich mit Präsident Dr. Reinhard Höpfl, Vizepräsident Dr. Peter Sperber, Kanzler Dr. Gregor Biletzki und dem örtlichen TAZ-Leiter Michael Fuchs vertreten war, für das geistige Fundament fürs Anwenderzentrum.
Ministerialdirigent Dr. Wolfgang Zeitler, der für Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch gekommen war, dankte er für die finanzielle Hilfe und bat, Spiegelau die gleiche Unterstützung wie Teisnach und Freyung zukommen zu lassen. Zuletzt galt Brunners Dank dem Landkreis, dem Kreistag und der Gemeinde, die sich trotz schwieriger Ausgangssituation für diese Zukunftsinvestition entschieden haben. „Wir wollen nach dem Wegbrechen der Arbeitsplätze in der traditionellen Glasherstellung auf diesem Weg die jungen Leute in der Region halten und ihnen eine Zukunft eröffnen. Deshalb sind wir bereit, viel Geld in die Hand zu nehmen“, bestätigte Landrat Ludwig Lankl. Die Finanzierung sei auf 22 Jahre ausgelegt.150 000 Euro pro Jahr trage die Gemeinde, 450 000 Euro der Landkreis.
„Zwickt‘s mi, i glaub‘ i traam“ - mit dieser Liedzeile von Wolfang Ambros verdeutlichte Bürgermeister Josef Luksch, dass er es - mit Hinblick auf die Vorgeschichte - nicht glauben könne, dass sich der erste Teil zu diesem Traum nun erfülle. Er dankte allen, die dazu beigetragen haben.
Zeitler bemerkte in seiner launigen Rede, dass Bayern wegen seiner Idee mit den Technologieanwenderzentren bundesweit beachtet und beneidet werde. Die Verzahnung von Region und Wissenschaft bringe neue Impulse für einen Werkstoff wie Glas, der zwar als traditionell, aber nicht gerade pfiffig gelte. Er wünschte Spiegelau in puncto Glück bruchsicheres Glas und noch viele weitere Spatenstiche. FH-Präsident Höpfl begrüßte es, dass die Grundlagenforschung so zur Anwendung komme, wie es das Profil der Fachhochschule sein soll. Er dankte Zeitler, der ein Herz für ganz Bayern habe und nicht nur für die Metropolen.
Beim Stehempfang in der Touristinfo stellten die Planer Klaus Bauer und Thomas Häringer das Projekt vor und Luksch warb für eine Mitgliedschaft im TAZ-Förderverein.

Spatenstich fürs TAZ Spiegelau                                                                     Bild
Spiegelau. Der Spatenstich für das Technologie-Anwenderzentrum (TAZ) Glas fand gestern u.a. mit Agrarminister Helmut Brunner und Ministerialdirigent Dr. Wolfgang  Zeitler vom Wissenschaftsministerium statt. Bis Ende 2011 soll das 5,5 Mio. Euro teure Projekt der FH Deggendorf auf dem Gelände des früheren  Staatlichen Sägewerks fertig sein. Dann wird dort Forschung für die  heiße Glastechnologie betrieben. Ziel ist es, Forschungsaufträge für  Firmen in der Region zu erledigen und im Gündercampus  Arbeitsplätze zu schaffen. ul

PNP Grafenauer Anzeiger vom 31. März 2011
Die Bautafel steht schon
Heute ist der Spatenstich für das TAZ in Spiegelau                                
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Spiegelau. Auch wenn der eigentliche Bau des neuen Anwenderzentrums für Glastechnologie (TAZ) noch nicht begonnen hat, werden bereits die ersten Zeichen erkennbar, dass sich auf dem Gelände des ehemaligen Staatlichen Sägewerks in Spiegelau in Kürze etwas tun wird.
So wurde auf Initiative des Fördervereins des TAZ Spiegelau die von der Arbeitsgruppe Planung und Architektur (APA) gestaltete Bautafel für das neue TAZ aufgestellt. „Endlich wird auch für die Öffentlichkeit sichtbar, dass hier bald die Bagger rollen werden“, so Fördervereinsvorsitzender Karlheinz Roth. Der Spatenstich für das neue Anwenderzentrum ist am heutigen Donnerstag. Mit den Abbrucharbeiten soll dann voraussichtlich in der zweiten Aprilwoche begonnen werden. - kr

PNP Grafenauer Anzeiger vom 24. März 2011
So wird das TAZ Spiegelau aussehen - Kreistag gibt grünes Licht für Finanzierung und Architekten-Entwürfe / Von Peter Püschel                                                  
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Freyung-Grafenau. Jetzt wird es schnell gehen: Schon im April soll mit dem Bau des Technologieanwenderzentrums Glas (TAZ) auf dem Gelände des ehemaligen Staatlichen Sägewerks in Spiegelau begonnen werden. Bei nur zwei Gegenstimmen hat der Kreistag die Finanzierung abgesegnet und die Architekten-Entwürfe gebilligt.
Wie Siegfried Wilhelm als Geschäftsführer der Betriebs-GmbH TAZ Spiegelau informierte, soll der Bau über die Auszahlung eines so genannten Gesellschafterdarlehens finanziert werden: Der Landkreis als Gesellschafter der GmbH stellt die benötigten Finanzmittel in Form eines Kredites zur Verfügung. Der Kapitaldienst für dieses Darlehen ist aus den jährlich zur Verfügung stehenden Eigenmitteln in Höhe von 600 000 Euro zu erbringen. Maximal 450 000 Euro davon trägt der Landkreis, 150 000 Euro die Gemeinde Spiegelau als zweiter Gesellschafter. Der Gemeinderat Spiegelau hat diesem Konstrukt bereits vor der Kreistagssitzung zugestimmt.
Man geht davon aus, dass von den jährlich zur Verfügung stehenden Eigenmitteln der GmbH 200 000 Euro für den laufenden Betrieb aufgebracht werden müssen. 400 000 Euro stehen also für den Schuldendienst zur Verfügung. Rein rechnerisch wird die Rückzahlung dieses Darlehens dann 22 Jahre dauern. Geschäftsführer Wilhelm geht aber davon aus, dass sich die Betriebsverluste nach fünf Jahren vermindern, wenn die Betriebs-GmbH Erlöse aus dem Projekt erzielen wird: Die dann fälligen Mietzahlungen der Hochschule Deggendorf dürften den Schuldendienst mittelfristig abdecken.
Wie Thomas Häringer vom Planungsbüro APA Bauer aufzeigte, steht die Detailplanung. Der Abbruch der Spiegelauer Bibliothek steht kurz bevor, dann kann es sofort losgehen. Erst Ende letzter Woche ist die Ausschreibung abgeschlossen worden, an der sich neun Firmen beteiligt haben. Den Zuschlag als Generalunternehmer erhielt die Firma Bachl mit einem Auftragsvolumen von netto 4,364 Millionen Euro.
Die Planung sieht drei untereinander verbundene Gebäude vor: Einen Kopfbau für Verwaltung, Büros und Konferenzräume, der bereits im September bezugsfertig sein wird; einen Bau für die Labore, die im Oktober fertig sein sollen; und die Schmelzhalle, die dann im Dezember in Betrieb gehen wird.
„Eine sehr erfreuliche Entwicklung“, stellte Häringer fest, „das Kostenbudget wurde bei der Ausschreibung eingehalten, das Projekt läuft wie angedacht.“
Der Aufsichtsrat hat ein Kostenbudget von 5,5 Millionen Euro genehmigt, teilte Geschäftsführer Siegfried Wilhelm mit.
Wie Campus-Leiter Michael Fuchs vor dem Kreistag sagte, konnten bereits einige Forschungsaufträge für das TAZ Spiegelau gesetzt werden. Die Kooperation mit der Uni Bayreuth und der Firma Füller ist besiegelt, Kooperationen mit anderen Firmen sowie mit dem „Netzwerk Glas“ seien im Entstehen.

PNP Grafenauer Anzeiger vom 27. Januar 2011
Große Chance für Spiegelau und die Region / Informationsfahrt des Glas-FH-Fördervereins Spiegelau nach Teisnach - Schon über 80 Mitglieder                                
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Spiegelau/Teisnach. Die Informationsfahrt des Fördervereins des Technologieanwenderzentrums Glas in Spiegelau zum benachbarten Technologiecampus nach Teisnach wurde zum vollen Erfolg. Mehr als 40 Menschen aus Spiegelau und der Region waren der Einladung zur Teilnahme gefolgt, darunter auch Diakonin Gabi Neumann - Beiler und Pfarrer Rupert Wimmer. „Binnen weniger Tage war der Bus voll“, zeigte sich auch Fördervereinsvorsitzender Karlheinz Roth zufrieden angesichts der großen Resonanz.
Bereits auf der Fahrt nach Teisnach informierte der Vorsitzende die Teilnehmer über wichtige Eckdaten der Marktgemeinde Teisnach, wie die im Vergleich zur Gemeinde Spiegelau deutlich höheren Gewerbesteuereinnahmen und der Firma Rohde und Schwarz mit über 1100 Beschäftigten allein im Werk Teisnach.
In Teisnach wurde die Gruppe dann von der 1. Bürgermeisterin der Marktgemeinde Teisnach Rita Röhrl, den Leiter der Technologiezentren Professor Dr. Peter Sperber sowie dem Vorsitzenden des Fördervereins des Technologiecampus in Teisnach Klaus Tremmel empfangen. In ihren einführenden Worten ging Rita Röhl vor allem auf die Erfolgsgeschichte des Technologiecampus in Teisnach ein. So haben sich seit der Eröffnung des Technologiezentrums im Oktober 2009 bis zum heutigen Tage bereits über 200 neue Arbeitsplätze im umliegenden Campusgelände angesiedelt. Hinzu kommen noch die 25 Mitarbeiter im Technologiezentrum. Daneben sei auch im weiteren Umfeld des Technologiecampus eine regelgerechte Sogwirkung entstanden. So wurden in den letzten Monaten auch bereits länger bestehende Gewerbeflächen an Firmen verkauft, die zwar nicht immer eine unmittelbare fachliche Nähe zum Technologiecampus aufweisen könnten, sich jedoch ebenfalls in direkter Nähe ansiedeln wollten. Ähnlich optimistisch zeigt sich Röhl auch in Sachen Technologieanwenderzentrum Glas in Spiegelau: „Ich bin überzeugt, dass auch das TAZ in Spiegelau Erfolg haben wird“, so Röhrl.
Als eine große Chance für Spiegelau und die gesamte Region bezeichnete auch Prof. Dr. Sperber den Beschluss der Bayerischen Staatsregierung, auch in Spiegelau ein Technologieanwenderzentrum einzurichten. Im Weiteren ging Dr. Sperber auf die technischen Merkmale des Technologiecampus Teisnach und dessen Finanzierung ein. So sei es erforderlich, jährlich eine Million Euro an Einnahmen über Forschungsaufträge zu erzielen. „Bereits im ersten Jahr haben wir über 3,5 Millionen Euro eingenommen“, so Sperber. Lobende Worte fand Prof. Dr. Sperber aber auch für den Förderverein: „Ihr seid zwar der Förderverein, den es am Kürzesten gibt, aber gleichzeitig auch der, der die meisten Mitglieder hat“, so Sperber. Dies lasse auch auf eine breite Unterstützung des Technologieanwenderzentrums in der Bevölkerung schließen.
Im Anschluss an die Vorträge fand eine Führung von Herrn Prof. Dr. Sperber durch die einzelnen Räumlichkeiten des Technologiecampus statt. Neben dem Verwaltungsbereich hatten die Teilnehmer auch Gelegenheit zur Besichtigung des Forschungsbereichs, wo Messungen und Versuchsreihen mit höchster Präzision und Genauigkeit (im Nanometerbereich) durchgeführt werden. Am Ende der Veranstaltung bedankte sich Fördervereinsvorsitzender Karlheinz Roth bei den Gastgebern für den netten Empfang und überreichte als Gastgeschenk Unikate aus der gläsernen Ostereiersammlung des Glaskünstlers Klaus Büchler. Gleichzeitig bot Roth für die nächsten Monate und die folgenden Jahre eine enge Zusammenarbeit an und lud die Gastgeber aus Teisnach bereits jetzt zu einem Besuch in das neue Technologieanwenderzentrum nach Spiegelau ein.  - kr

PNP Grafenauer Anzeiger vom 27. Januar 2011
TAZ-Förderverein fährt nach Teisnach
Am 7. Februar Besichtigung des Technologiecampus - Kostenlose Teilnahme

Spiegelau/Teisnach. Der Förderverein des Technologieanwenderzentrums (TAZ) Spiegelau unternimmt am Montag, 7. Februar, eine Informationsfahrt zum Technologiecampus (TC) Teisnach (Landkreis Regen).
“Mit der Fahrt wollen wir allen Bügerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, sich vor Ort über das Modell der Technologiecampi in der Region zu informieren. Durch den praktischen Einblick in die wissenschaftliche Arbeit soll noch transparenter werden, was in Kürze auch in Spiegelau entstehen wird”, sagt Förderverein-Vorsitzender Karlheinz Roth.
Das Programm: 16 Uhr Treffpunkt am alten Sportplatz in Spiegelau, 17 Uhr Ankunft in Teisnach, Empfang durch Bürgermeisterin Rita Röhrl und Professor Dr. Peter Sperber; einführender Vortrag zum TC Teisnach mit Führung; anschließend kleiner Imbiss mit der Möglichkeit zu Gesprächen. Um ca. 20 Uhr ist die Abfahrt von Teisnach um ca. 21 Uhr die Ankunft in Spiegelau. Die Fahrt wird vollständig vom Förderverein finanziert und ist daher für die Teilnehmer kostenlos. Mit dabei sein können alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, auch wenn sie nicht in Spiegelau wohnen. ”Ich denke, dass sich vor allem von der Nachbargemeinde St. Oswald-Riedlhütte auch viele dafür interessieren dürften”, so Roth.
Bei der Anmeldung bis spätestens 4. Februar gilt das Windhundprinzip: die Schnellsten sind dabei. Anmeldung bei Karlheinz Roth, Tel.  08553/1216 oder Elke Proßer-Greß, Tel.  08553/2741. - red

 

PNP Grafenauer Anzeiger vom 22. September 2010
TAZ und Fuchs: Glas-FH hat einen Namen und einen Chef
Mit Spannung erwartete Bürgerversammlung zum Technologie-Anwenderzentrum verläuft ruhig - Haushalt scheint reif für Genehmigung
/ Hermann Haydn
Spiegelau. Vier Neuigkeiten könnte man als Resümee der Bürgerversammlung in Spiegelau ziehen: Ein befürchteter größerer Unmut blieb aus. Das Spiegelauer Technologie-Anwender-
zentrum soll „TAZ“ heißen. Ein Chef dafür wurde mit Michael Fuchs vorgestellt. Und die Spiegelauer Finanzen können grünes Licht von der Rechtsaufsicht erwarten. Ansonsten waren für den Zuhörer die Zwischentöne fast interessanter als die Beiträge selbst.

Die Szenerie in der Spiegelauer Mehrzweckhalle hatte am Freitag ein wenig die Anmutung der berühmten Filmpredigt von Don Camillo in der von Hochwasser überfluteten Kirche. Es hallte etwas. Die Worte waren mit Bedacht gewählt, als Bürgermeister Josef Luksch zur mit Spannung erwarteten Bürgerversammlung zur Einführung ansetzte. Es sei viel diskutiert worden, man habe schlechte Presse geerntet, es habe am Selbstvertrauen genagt, dass binnen einen Jahres zwar viel geredet und geschrieben, aber auch hart gerungen werden musste, bis jetzt doch ein tragfähiges Konzept für die Spiegelauer FH-Außenstelle erstellt worden sei. Aus tiefer kommunaler Not gab es für knapp 150 Zuhörer aus Spiegelau und auch aus der Nachbargemeinde St. Oswald/Riedlhütte doch das Licht am Ende des Tunnels. Hoffnung und Zuversicht sei nun höher zu bewerten als das abgelieferte kommunalpolitische Bild es vermuten ließe. Und wenn man schon zur Förderpolitik des Freistaates sagen könne, andere bekämen doch deutlich mehr, so lege es doch „in erster Linie an uns“, zu zeigen, dass der als etwas langsam verschriene „Waidler“ aus eigener Kraft handeln könne und jetzt ein größerer Grundstein für eine bessere Zusammenarbeit gelegt worden sei.
Zwar gibt es trotz beabsichtigten Einzugstermins im Oktober 2010 noch keinen Stein auf dem anderen, aber immerhin schon einen Namen: TAZ, Technologie-Anwenderzentrum sollen Einrichtung und dazugehörige Betreiber-GmbH einmal heißen. Einen Leiter gibt es auch schon. Die Begeisterung der Öffentlichkeit sollte dazu nun ebenfalls eingeholt werden.
Rede und Antwort stehen sollten am Podium neben dem Hausherren und Landrat Ludwig Lankl auch Professor Peter Sperber, der künftige Spiegelauer Geschäftsführer Michael Fuchs sowie - in Vertretung für die nach Kieferoparation verhinderte Teisnacher Bürgermeisterin - der zweite Bürgermeister Markus Hauf.

Zurück noch einmal zum Anfang. Bürgermeister Luksch ging es darum, nicht die Probleme zu übersehen, aber die Visionen und Chancen in den Vordergrund zu stellen. Dabei verwies er darauf, dass die FH natürlich eine Engelsgeduld hätte haben müssen, dass der Landrat sie wie ein Freund nicht im Stich hatte lassen dürfen, dass die Räte auch alle Aspekte intensiv hatten ausleuchten müssen. Es ging ihm darum, eine Basis jetzt gefunden zu haben, auf der gedeihlich weiter aufgebaut werden könnte. Die sei nun auch in der Bevölkerung noch zu suchen.
Ludwig Lankl nahm den Ball auf. Wenn auch das Jahr geprägt gewesen sei von Auseinandersetzungen, es komme doch darauf an, nach Krisenszenarios wie bei Knaus-Tabbert und dem Ende der Glashütten jetzt die neuen Chancen zu sehen und zu ergreifen.Er freue sich, dass auf Kreisebene nun Einigkeit erwartbar wäre, nachdem auch die Freien Wähler signalisiert hatten, der Beschlusslage pro FH-Anwenderzentrum ihre Zustimmung zu geben.

Peter Sperber beleuchtete die Situation der FH-Außenstellen, speziell in Teisnach, und welche Entwicklungstrends sich daraus auch für Spiegelau ablesen ließen. Ein Indikator: Eine Maschine für hochpräzise Glaspresstechnologie - etwa für Linsen in Digitalkameras - ist bereits gekauft, wird noch in Teisnach „geparkt“ und soll samt Auftraggebern schon versehen dann in Spiegelau in einen der Forschungsbereiche neben Heißglastechnologien und Analytik umziehen. Das sei dann ein Beitrag dazu, dass sich der Bayerische Wald insgesamt mit seinen Technologiezentren zu einem Markenbegriff für Forschung und angewandte Lösungen entwickelt, der deutschlandweit und darüber hinaus als einzigartig anerkannt würde. Studenten im letzten Studienjahr und anerkannte Fachleute würden hier zum Magneten für Firmenaufträge und dann auch Firmenansiedlungen, wie Teisnach eindrucksvoll belege.
Hier in Spiegelau hat es mittlerweile immerhin schon einen Ansprechpartner. Michael Fuchs kommt aus der Glasbranche, war beim Pressen von Linsen schon beteiligt und sagt: „Ich habe noch nie erlebt, dass in einer Region so viel Gas gegeben wird.“

Wie Gas gegeben wird, das berichtete Markus Hauf, wenn auch Teisnach mit etwa 10 Millionen Euro Plus am kommunalen Konto den Tank auch erst einmal deutlich voller hatte als Spiegelau und mit einem Industriepartner des Ortes „rechnen konnte“. Aber auch dort sei nicht alles rund gelaufen. Was dagegen vorhanden war, das war die besonders hohe Einigkeit über Fraktionen hinweg, dass das Projekt in jedem Fall als Chance ergriffen werden müsse. Heute habe die Marktgemeinde fast so viel Schulden wie zuvor Haben, dafür aber auch Dynamik bei neuen Gewerbeaussichten, die bei 13 Millionen Investitionen bei ihrer FH auch wieder finanziellen Rücklauf erwarten ließen.

Die Vorreden hatten mit ihrer durchwegs positiven Grundstimmung dann auch den Effekt, dass zwar zur Fragerunde des Publikums auch die Bedenken wieder vorgetragen wurden, die die Gemeinderatsdiskussionen bestimmt hatten: Kosten für die Bebaubarmachung des Geländes, Abriss der Sägewerksgebäude, Volksfestplatz, Standortfragen, Spielräume in künftigen Haushalten, Belastung für den Bürger durch Grundsteuer und kostendeckende Einrichtungen, Verschuldung und befürchtete Lähmung ...; es blieb aber dennoch durchwegs sehr ruhig im Saal, ohne dass ein öffentlicher Unwille zu deutlich am Podium angebrandet wäre. Bürgermeister Josef Luksch beantwortete auch alle kommunalen Fragen beruhigend und nach aktuellem Sachstand. „So ausreichend beantwortet?“ Das „Ja“ konnte Josef Luksch praktisch durchgehend aus dem Publikum als abgehakt vermerken.

Ludwig Lankl bat darum, jetzt keine weiteren Störfeuer mehr zu entzünden. Ein Ja für den Haushalt werde es von der Rechtsaufsicht wohl geben und der TAZ-Gründung sowie dem Rückhalt auf Kreisebene stehe dann erst mal nichts mehr im Wege. Es sei eine große Herausforderung. Es gebe aber auch große Chancen.

 

PNP Grafenauer Anzeiger vom 13. Mai 2010
Wir lassen Spiegelau nicht im Stich - Kreisausschuss beschließt: Landkreis beteiligt sich an GmbH zur Gründung des Technologiezentrums Glas
/ Von Peter Püschel
Freyung-Grafenau. Die Vorgabe ist klar: Der Freistaat wäre bereit, in Spiegelau oder näherer Umgebung ein weiteres Technologietransferzentrum der Hochschule Deggendorf mit der naheliegenden Fachrichtung Glas einzurichten und dafür 5 Millionen Euro fließen zu lassen. Voraussetzung dafür aber ist: Die Kommune muss die Kosten für die Unterbringung tragen. Und da ist Spiegelau hoffnungslos überfordert. Der Kreisausschuss hat jetzt einstimmig beschlossen, Spiegelau zu unterstützen.

„Wir fordern viel von der Partnergemeinde“, so der designierte Leiter dieses Glas-Technologiezentrums, Prof. Dr. Peter Sperber, vor dem Kreisausschuss: „Räume samt Betriebskosten müssen die ersten fünf Jahre kostenfrei zur Verfügung gestellt werden“. Alternativen? Ausgeschlossen! „Wenn das nicht klappt, wird’s nichts mit der FH-Außenstelle.“
Dabei sind sich alle Kommunalpolitiker einig, dass sich die Region diese Chance nicht entgehen lassen darf. Das Technologietransferzentrum in Teisnach „brummt“, wie Prof. Sperber es ausdrückte, „und auch Freyung läuft sehr gut, die direkten Industriekontakte sind sogar besser als in Teisnach.“ Für Spiegelau sieht der Wissenschaftler ebenfalls sehr gute Voraussetzungen von Firmenseite: „Es gibt bereits Unternehmen, die interessiert sind, hier zu investieren.“

Es ist geplant, das Technologietransferzentrum auf dem Gelände der ehemaligen KSS unterzubringen. Hier ist bereits seit zwei Jahren die Firma Füller in Zusammenarbeit mit der Uni Bayreuth tätig. „Füller würde auf dem KSS-Gelände sofort 5 Millionen investieren und Fertigung und Produktion in den Bayerischen Wald verlagern“, verriet Landrat Ludwig Lankl.
Auch eine weitere Firma aus Mainz wäre sofort in ähnlicher Größenordnung dabei. Allerdings: sofort! „Die wollen heuer schon hier produzieren - oder sie kommen nicht“, so Prof. Sperber, der deshalb aufs Tempo drückt: „Wir haben bereits die ersten Großgeräte-Anträge gestellt, mit Lieferzeit September - ich möchte im Oktober einziehen.“

Für Spiegelau ist als wissenschaftliches Thema die so genannte „heiße Glastechnologie“ mit den Schwerpunkten Schmelztechnik, Glas-Heißformtechnik und Analyse vorgesehen. Das Besondere: Neben der Hochschule Deggendorf wäre auch die Uni Bayreuth dabei.
„Ohne die Glaskrise wäre das nicht möglich geworden“, so Landrat Lankl, „da ist Gigantisches gearbeitet worden - diese Taube sollten wir nicht mehr aus der Hand geben. Da geht es nicht nur um Wissenschaft und Forschung, es geht um Arbeitsplätze im Landkreis. Wenn wir da jetzt nicht selber anpacken, dann ...“

Den Kreisräten war klar, dass sie gar keine Alternative haben, als wieder Geld in die Hand zu nehmen. Ähnlich wie für das Technologietransferzentrum Freyung soll eine Betreiber-GmbH gegründet werden. Doch: Während der Landkreis in Freyung mit 75 000 Euro jährlich im Boot sitzt, dürfte das für Spiegelau bei weitem nicht reichen, wie Bürgermeister Josef Luksch erklärte. „IT- und Büroräume wie in Freyung sind finanziell leichter zur Verfügung zu stellen als die benötigten Spezial-Räume für Glastechnik.“

Der Vorteil: Energie, Medien und EDV-Versorgung sind vor Ort vorhanden. Und der Markt Schönberg würde sich im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit beteiligen. Nur: Das reicht nicht. Die Rede ist von Investitionen in Höhe von bis zu 6 Millionen Euro. Wobei das Ziel sei, keinen Neubau auf die grüne Wiese zu stellen, um Industriebrachen innerhalb des Ortes zu vermeiden.

Genaue Zahlen wurden in öffentlicher Kreisausschuss-Sitzung nicht genannt. Aber es muss davon ausgegangen, dass sich der Landkreis-Anteil an einer GmbH auf über 135 000 Euro belaufen würde, fast doppelt so viel wie im Fall Freyung. „Aber das ist die letzte Chance für die alte Glasregion“, so Bürgermeister Luksch, der natürlich hofft, dass sich das Zentrum in fünf Jahren selber trägt.

Alternative Finanzierungsmöglichkeiten? Gerhard Drexler regte an, nach Unternehmen zu suchen, die bereit sind, Risikokapital zu investieren. Heinrich Lenz will noch einmal auf die Staatsregierung zugehen: „Wenn das Strukturhilfe sein soll, müssen wir nachverhandeln - man kann doch nicht verlangen, Kommunen pleite gehen zu lassen.“

Zumindest auf den Landkreis wird sich Spiegelau verlassen können - die entsprechende Absichtserklärung wurde einstimmig verabschiedet. Aber jetzt müssen genaue Zahlen auf den Tisch. Und es muss schnell gehen.

 

15.3.2010
Vorstandschaft des Fördervereins TAZ Spiegelau nimmt die Arbeit auf
Jahresprogramm bei konstituierender Sitzung beschlossen – bei der FH läuft alles nach Plan

Spiegelau (kr) Die Vorstandschaft des Vereins der Freunde und Förderer des Technologiecampus in Spiegelau hat sich am vergangenen Wochenende erfolgreich konstituiert. Zu Beginn der Sitzung informierte 1. Vorsitzender Karlheinz Roth die vollständig erschienene Vorstandschaft über den Fortgang der Vereinsgründung und gab einen kurzen Überblick über den aktuellen Sachstand in Sachen Bau des Anwenderzentrums Spiegelau. „Auch wenn man derzeit am Gelände noch keine Baumaschinen sehen kann, kann man feststellen, dass derzeit alles nach Plan verläuft und wir im Aufsichtsrat bestens vorankommen“, so der Vorsitzende. So laufen derzeit die letzten Vorbereitungen für die bevorstehende Ausschreibung. „Wenn die Witterung mitspielt, kann somit mit einem Start der Baumaßnahme Ende März / Anfang April 2011 gerechnet werden“, so Roth. Die Fertigstellung des Gebäudes sei für September 2011 vorgesehen. Besonders erfreulich ist auch die Mitgliederentwicklung. So konnten seit der Vereinsgründung im September bereits zahlreiche Neumitglieder gewonnen werden.

Im Anschluss an den Bericht des Vorsitzenden befasste sich die Vorstandschaft des Vereins mit dem Programm für das kommende Jahr. So plant der Förderverein zur Unterstützung des Anwenderzentrums zahlreiche Maßnahmen im Jahr 2011, unter anderem die Durchführung einer Informationsfahrt zum Technologiecampus nach Teisnach und eine Glasbausteinaktion, die es interessierten Bürgern ermöglichen soll, sich selbst symbolisch am Bau des Anwenderzentrums zu beteiligen. Maßgeblich mitwirken will der Förderverein daneben am positiven Image des neuen Anwenderzentrums. Hierfür soll auch ein eigener Imageflyer gedruckt werden. Außerdem soll in den nächsten Wochen eine eigene Homepage erstellt werden, um für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde eine ständige aktuelle Informationsmöglichkeit rund um das Anwenderzentrum bieten zu können. Am Ende der Vorstandschaftssitzung zeigten sich alle Teilnehmer zufrieden und freuten sich auf die kommenden Aktionen rund um das neue Anwenderzentrum.
 

PNP 05.03.2010
Technologiezentrum in Spiegelau:
Nachtragshaushalt 2010 sichert Finanzierung im Umfang von 700.000 Euro

Die im Nachtragshaushalt 2010 vorgesehene Finanzierung des Technologiezentrums der Hochschule für angewandte Wissenschaften – Fachhochschule Deggendorf in Spiegelau hat die Beratungen im Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags passiert. Damit werden noch im Jahr 2010 insgesamt 700.000 Euro zur Förderung innovativer Glastechnologien in Spiegelau zur Verfügung stehen. Der Landtag wird voraussichtlich Ende März endgültig über den Nachtragshaushalt beschließen. „Dass die Finanzierung des Technologienzentrums in Spiegelau nun über den Nachtragshaushalt gesichert wird, freut mich sehr. Unser Einsatz hat sich gelohnt“, so Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch. „Auch in finanziell schwierigen Zeiten wollen wir gerade die durch das Wegbrechen der traditionellen Glasindustrie besonders belastete Region durch Innovationsimpulse stärken. Wir wollen so unseren Teil dazu beitragen, in der Region zukunftssichere Arbeitsplätze zu schaffen.“ Auch von kommunaler Seite wurde bereits signalisiert, dass auf dieser Grundlage nun auch die baulichen Vorhaben entschieden vorangetrieben werden können. Im Oktober 2010 soll die Deggendorfer Hochschule die neuen Räumlichkeiten beziehen.

Das geplante Technologiezentrum wird sich mit der Optimierung der sogenannten Kaltpresstechnik befassen. Ziel ist es, die Herstellung von Präzisionslinsen wesentlich kostengünstiger und damit auch im internationalen Vergleich konkurrenzfähiger zu machen. Dass es sich um ein zukunftsorientiertes Vorhaben handelt, zeigt sich bereits während der laufenden Diskussion um das Technologiezentrum: Auch aus anderen Regionen Bayerns liegen bereits Firmenanfragen vor, die Kooperation zu gezielten Entwicklungsfragen eingehen wollen.

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Freitag, 5. März 2010

Technologiezentrum Spiegelau: Finanzierung gesichert

Der Bayerische Nachtragshaushalt 2010 sichert die Finanzierung des Technologiezentrums in Spiegelau. Das heißt, dass wohl noch heuer 700.000 Euro an Fördermitteln vom Freistaat in innovative Glastechnologien in Spiegelau investiert werden können. Der Landtag wird voraussichtlich Ende März endgültig den Nachtragshaushalt beschließen. Wissenschaftsminister Wolfang Heubisch betonte aber schon vor dieser Formailität: „Dass die Finanzierung des Technologienzentrums in Spiegelau nun über den Nachtragshaushalt gesichert wird, freut mich sehr. Unser Einsatz hat sich gelohnt“. Gerade in finanziell schwierigen Zeiten müsste man eine Region stärken, die durch das Wegbrechen der traditionellen Glasindustrie besonders belastet sei, so Heubisch weiter. Auch von kommunaler Seite wurde sichergestellt, dass nun auch die baulichen Vorhaben vorangetrieben werden können. Bereits im Oktober soll die Deggendorfer Hochschule die neuen Räumlichkeiten ihrer Außenstelle in Spiegelau beziehen. Das geplante Technologiezentrum wird sich mit der Herstellung von möglichst kostengünstigen Präzisionslinsen beschäftigen und damit auch versuchen, dem internationalen Wettbewerb standzuhalten.

http://regiowiki.pnp.de/index.php/Technologiezentrum_Glas

 

 

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